Legenden und Schurken könnte man als Sinnbild für die ab heute erhältlichen Downloadinhalte von Red Dead Redemption verstehen: die alten Helden von Red Dead Revolver und die neuen Schurken als Publisher, die uns erst gratis angefüttert haben und sich jetzt ausgerechnet für ein Map-Pack Geld bezahlen lassen wollen. Hier die Erzählung, warum es trotzdem toll ist und Rockstar nicht in die Activision-Schublade gehört.
Wer diesen Legenden- und Schurken-Vergleich nicht ganz verstanden hat und trotzdem einfach klicken musste – es geht ja schließlich um eines der besten Spiele dieses Jahres – wird beim Namen des DLC die Erleuchtung finden. Er heißt schlicht und ergreifend so: Legenden und Schurken. Das „Warum?“ soll heute aber nicht das Thema sein, das „Was ist drin?“ dafür sehr wohl.
Auf den ersten Blick ist es wahrlich nicht sehr viel:
- acht neue Mehrspielercharaktere bekannt aus Red Dead Revolver
- neun weitere Kartenabschnitte
- und die neue Waffe: Das Tomahawk-Wurfbeil
Das macht dann 10 Euro, bitte. Klingt als hätte man sich still und heimlich von seinem Image verabschiedet, einen Analysten befragt und die Gelddruckmaschine in die Steckdose gestöpselt. Aber noch ist Rockstar Entertainment kein schlimmer Finger mit Zielscheiben-Symbol auf dem Banner. Immerhin sind erst kürzlich die Koop-Missionen nachgeliefert worden und kostenfrei an den Spieler gegangen. Und obendrein bleibt es ja einem selbst überlassen, ob man sich an einen Kaufvertrag bindet oder nicht.
Entschuldigung? Sie haben da eine Axt im Brustkorb.
Trotzdem kreist das Damoklesschwert der Dreistigkeit nur Zentimeter über diesem Herunterladinhalt, der gewisse Unkenrufe wird überstehen müssen. Immerhin sind die Karten keine neuen Gebiete, sondern ganz schlicht gesagt nur abgezäunte Areale, die ohnehin schon im Spiel integriert waren. Jetzt sind sie für die gängigen Spielmodi im Mehrspielermodus verfügbar – sei es, um Geldsäcke zu sammeln, im Team gegeneinander anzutreten oder sich bandenlos gegenüberzustellen. Ihr kennt das.