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Plattformen:
PC, PS2, XBox
Release:
Playstation 3: 2008
XBox 360: 2008
Status:
Released
Publisher:
Ubisoft
Entwickler:
Ubisoft
Genre:
Action-Adventure
USK:
Ab 12 Jahren
Offizielle Seite:
keine Angabe
Fanseite:
keine Angabe

DISKUSSIONEN zum SPIEL

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Sebastian Thor | 06.12.2008, 22:22 Uhr

Prince of Persia - Test
Mit Netz und doppeltem Boden

1 3 Wertung

Guckt mal. Den kennen wir doch. Vor vier Jahren konnte der noch mit dem Sand der Zeit rumspielen und Ausrutscher ungeschehen machen. Das war verdammt wichtig, denn der Schwierigkeitsgrad war nicht immer der mildeste. Heute ist das alles anders. Heute gibt es keine Fehltritte, keinen Tod. Heute spielt man mit doppeltem Boden. Und verzichtet dafür auf einen Teil der Faszination.
Eigentlich müsste ich das neue Prince of Persia lieben. Es riecht nach Shadow of the Colossus, wenn ich an steilen Klippen Hunderte von Metern über dem Boden entlang kraxele, den Blick auf die schlichtweg bezaubernde Kulisse gerichtet. Es weckt wehmütige Erinnerungen an Metroid Prime 3, wenn ich wie ein Wurm vor einer Stadt voller bizarrer Maschinen und fremder Apparaturen stehe. Es entfacht die Erhabenheit eines Myst, wenn riesige Windmühlen rotieren und sich Wolken um schwebende Paläste schmiegen. Es greift das Motiv der Reinigung auf, wäscht die verdorbene, das Land beherrschende Dunkelheit in einem grünen Schwall hinfort - Okami lässt grüßen.

Die Kulisse ist einfach atemberaubend und das große Highlight des Spiels.

Es erinnert an Twilight Princess, wenn sich in einer von Schwärze überzogenen Welt plötzlich dunkle Löcher öffnen, aus denen Schattenkreaturen kriechen. In seinen hellen Momenten irgendwie auch an Wind Waker mit seinem sympathischen Cel-Shading-Stil, den kräftigen Konturen und grafischen Finessen. All diese Spiele gehören zu meinen absoluten Lieblingsabenteuern. Und genau deswegen habe ich mich auch riesig auf den neuen Prinzen gefreut, der viel Faszinierendes in sich vereint. Er hat seine speziellen Momente, in denen man Ubisoft einfach Respekt zollen will, in denen das Abenteuer durchschimmert, das es hätte sein können.

Oberflächlich strahlt es so hell, so betörend, dass man sich erst mal gefangen nehmen lässt und mit staunendem Blick auf die Reise geht, die in guten Momenten verflucht viel Spaß macht. Aber nach wenigen Stunden schleicht sich dieses merkwürdige, die Hoffnung aufs orientalische Epos verschlingende Gefühl ein. Erste Abnutzungserscheinungen zeichnen sich ab, die Fänge der Routine greifen um sich, Überraschungen bleiben aus. Und ganz wichtig: Es fehlt die Herausforderung. Man ist zwar immer noch entzückt von der grafischen Wucht jedes Abschnitts. Man wird immer noch gut unterhalten, wenn man auf dem Weg zum Ziel über Balken hangelt und springt. Aber sobald der zwanzigste Wandlauf fast ohne Zutun glückt, sobald man ein und dieselbe Halle auf der Suche nach Lichtkeimen durchforstet und den nächsten ernüchternden Bosskampf hinter sich bringt, verfällt das Spiel in ein Muster. Eines, das es bis zum Ende nicht verlässt.

Immer wieder gerät man bei der Aussicht unverhofft ins Staunen.

Es ist nicht mal die in Schwarz-Weiß-Gefüge gezwängte Story, die für Enttäuschung sorgt. Die nämlich unterscheidet sich strukturell nicht merklich von Clovers mutigem PS2-Meisterwerk Okami. Als der Prinz irgendwann keine Lust mehr auf all die Aufregung, den Stress und ermüdende Kämpfe hat, tritt er mit seinem treuen Esel die lange Reise in Richtung Heimat an. Schlimm genug, dass der Vierbeiner inmitten eines Sandsturms verloren geht. Noch schlimmer, dass der Blaublütige unmittelbar in die Arme des hübschen Frauenzimmers Elika stolpert, das von finsteren Kerlen verfolgt wird. Ohne lange Vorrede oder Begrüßung verstrickt ihn die geheimnisvolle Schönheit in eine Hetzjagd, die man erst mal akzeptieren muss. Nach dem umfangreichen Tutorial gibt's erste Antworten: Die dunkle Gottheit Ahriman verschandelt das Land mit seiner unheiligen Gegenwart und überzieht die herrlichen Fleckchen Persiens mit verdorbenen Schatten. Ähnlich wie Amaterasu und Issun aus Okami ziehen auch Elika und der Prinz los, um die 24 ohne Ladezeiten verbundenen Abschnitte des Reichs wieder zu reinigen. Aber im Gegensatz zur verschmähten PS2-Perle kann PoP nach wenigen Stunden leider keine neuen spielmechanischen Kapitel mehr aufschlagen.

1 3 Wertung




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