Es gibt wenige Spiele, die die Jahrzehnte überdauern und noch immer Kultstatus haben. Monkey Island, Diablo und Half Life sind solche Beispiele, wenn es um den PC geht. Auf den Konsolen gelten Golden Eye und Perfect Dark für den N64 als zeitlose Klassiker, von denen letzterer jetzt wiederbelebt werden soll. Als Microsoft Xbox 360 Arcade-Titel, entwickelt unter Mithilfe einiger alter Rare-Veteranen, soll die Auferstehung Joanna Darks den Spielern der Charme vergangener Zeiten bieten. Wir besuchten Microsoft in England, um einen Blick auf die faltenfreie Mrs. Dark zu werfen.
Am 22. Mai 2000 veröffentlichten Entwickler Rare und Publisher Nintendo Perfect Dark, einen Egoshooter, der die technischen Fähigkeiten des N64 ausreizte und die Konsole teilweise zum Stocken brachte. Deutschen Spielern blieb diese Erfahrung jedoch meist verwehrt, denn bei uns wurde der Titel nie offiziell veröffentlicht. Als läge ein Fluch über dem Spiel, startet unser Besuch in Reading bei London unrund. Kaum verlassen wir Heathrows Terminal 5, regnet es in Strömen und das soll sich auch nicht mehr ändern. Doch bei dem Anblick des riesigen Microsoft Europahauptquartiers ist das englische Wetter vergessen. Eine Odyssee durch Gebäudeflügel, Kantinen und Stockwerke beginnt, bis wir die Räume des Xbox-Teams erreichen, in denen Perfect Dark präsentiert wird.
Das europäische Hauptquartier von Microsoft in Reading begrüßte uns mit Regen und Netzwerkproblemen. Sollte das symptomatisch sein?
Doch die Vorstellung beginnt mit einer Panne, die laut Spöttern so in Cupertino, dem Reich des angebissenen Apfels, nicht passiert wäre. Mitten im hiesigen Herzen Microsofts ist es stundenlang unmöglich, sich mit dem Xbox Live Netzwerk zu verbinden. Der Grund: Wartungsarbeiten am Firmennetzwerk. Folgerichtig können wir erst einmal nur den Worten des Producers Nick Fergusons lauschen und hinterher im Splitscreen-Modus spielen. Doch was soll eigentlich geboten werden? Die Kurzfassung lautet: Die klassische Spielerfahrung in Full HD. Was das bedeutet, wird auf den ersten Blick klar. Level, Modelle, Animationen, Texturen und Effekte versetzen uns zurück in das Jahr 2000, denn bis auf die Auflösung hat sich praktisch nichts verändert. Kastenförmige Menschen bewegen sich durch kantig designte Räume und im Falle von Feuergefechten kommt es zu Explosionen, die im Verhältnis so modern aussehen wie die originalen King-Kong-Filme im Vergleich zu Peter Jacksons Remake.
Hübsch geht anders, der Trend zu HD-Remakes schmeichelt nicht unbedingt den Augen.
Wasserflächen werden vollkommen eben dargestellt und der Blauton ist so natürlich wie der Geschmack von Hubba Bubba, um einen passenden Vergleich aus den verstrichenen Jahrzehnten hervorzukramen. Doch die Grafik ist es gar nicht, die die Spieler locken soll. Dabei dürfte es gerade deutsche Spieler reizen, endlich in den Genuss des Klassikers zu kommen, dazu noch in HD-Auflösung. Allerdings dürften die wenigsten Xbox 360-Besitzer sich an die Zeiten des Originals erinnern, und von diesen wird auch nur ein Bruchteil noch einmal die veraltete Optik zu genießen wissen. Jüngere Spieler dürften sogar mit Schlagworten wie Augenkrebs um sich werfen. Immerhin: Die Steuerung wurde auf Wunsch modernen Verhältnissen angepasst. Neben der klassischen Controller-Belegung lässt sich Perfect Dark im Stile von Halo oder Call of Duty spielen.
Gwildor
13.03.2010, 13:53 Uhr
Plus die Wrestling-Spiele von THQ, echt alles Hammerspiele.
Haben wir zu 4 alles gezockt bis der Arzt kam.
War ne geile Zeit *schnief*
Gimpel
12.03.2010, 17:26 Uhr