Operation Flashpoint 2 - Preview
Realismus an der Grenze
Malerisch ... wenn da nicht die Rauchwolken und die bewaffneten Soldaten wären, könnte man hier glatt ein Häuschen anmieten.
Realismus war und ist das alles entscheidende Schlüsselwort in Operation Flashpoint - auch der Nachfolger macht hier keine Ausnahme. Wer nicht ausreichend Deckung sucht und sich nicht vor Hinterhalten in Acht nimmt, küsst schneller die blutige Erde als ihm lieb ist. Der Schwierigkeitsgrad liegt zwar wie üblich hoch, aber nicht in unmöglichen Regionen. Die Entwickler möchten, dass ihr für jede Aktion doppelt und dreifach überlegt, anstatt einfach nur drauflos zu preschen. Ihr tragt dabei nicht nur die Verantwortung für euch selbst, sondern auch für einen Trupp Marines, der euch in der Regel auf den Streifzügen über die Insel begleitet. Das Befehlssystem ist so einfach wie möglich gehalten: Die Kommandos beschränken sich auf "Lauf hierhin" und "Beschütze das Objekt". Wirklich ausführliche Planungen á la Brothers in Arms, komplett mit Übersichtkarte und allen Drum und Dran, sucht ihr vergebens.
Die künstliche Intelligenz der Mitstreiter und Gegner soll einen immer wieder überraschen: Unvorhergesehenes, zufälliges Vorgehen lautet die Devise. Wiederholt ihr eine Mission, soll der Feind immer wieder eine neue Taktik wählen, um euch auf den Pelz zu rücken. Damit aber nicht genug: Auch eure Verbündeten gehen immer wieder anders vor. Und dabei passiert es durchaus, dass ihnen Fehler unterlaufen. So könnte die bereits erwähnte 500-Pfund-Bombe ihr Ziel verfehlen, und es liegt an euch, den schwer befestigten Hügel zu erstürmen. Zusätzlich tickt im Hintergrund ein unterschwelliges Moralsystem. Sofern die Feinde merken, dass sie den Kürzeren ziehen, nehmen sie die Beine in die Hand und geben Fersengeld. Ebenso kann es passieren, dass ein Hinterhalt gar nicht erst zustande kommt, weil die Gegner bereits im Vorfeld feststellen, dass sie gegen die Übermacht eures Trupps keine Chance haben.
Nur wer geschickt in Deckung geht, kann gegnerischen Beschuss länger als ein paar Millisekunden überleben!
Schmucke Motion-Capturing-Aufnahmen sollen für dynamisch wirkende Animationen sorgen. Dragon Rising geht hier deutlich aufwendigere Wege als vergleichbare Spiele. So ziemlich jede Bewegung wird per Motion Capturing integriert - so gibt es beispielsweise für jede Waffe eine eigene Nachladeanimation. Wer kennt es nicht aus Call of Duty, Medal of Honor oder anderen Spielen: Früher oder später trifft man immer wieder auf die gleichen Gesichter, die nur andere Namen tragen. Wem das so richtig auf dem Wecker geht, der braucht sich bei Operation Flashpoint 2 keine Sorgen zu machen. Über 100 unterschiedliche Gesichtstexturen erwarten euch und garantieren einen hohen Wiedererkennungswert der Verbündeten.
Eifrige Modder dürfen sich bereits die Finger lecken, denn zum Release sollen Entwickler-Tools ausgeliefert werden. Diese ermöglichen es euch, neue Maps, Vehikel, Charaktere und vieles mehr ins Spiel einzubauen. Die Entwickler folgen also auch hier den Spuren des Vorgängers.

Die Zeit in der OFP2-Präsentation habe ich nicht bereut. Zwar ließ man uns hauptsächlich an technischen Fakten und weniger an der eigentlichen Storyline (geschweige denn Mehrspielermodus) teilhaben, aber auch damit war ich mehr als zufrieden und begeistert. Die Atmosphäre und Möglichkeiten laden zum Erkunden und Verweilen ein. Die taktischen Finessen scheinen fast schon unbegrenzt und das Adrenalin ist aufgrund des hohen Schwierigkeitsgrads immer in Wallung. Ein Treffer und es besteht bereits die wenig verlockende Chance, für immer das Zeitliche zu segnen. Das kann frustrierend sein. Aber auch verdammt viel Spaß machen. Ich bin gespannt.
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Nestro
27.08.2008, 15:00 Uhr