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Markus 'Hyphistos' Rohringer | 27.06.2010, 11:00 Uhr

OnlineWeltenbummler - Kolumne
Anleitung zur Unzufriedenheit - Lektion 2: Wer braucht schon Freunde?

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Nachdem ihr genügend Zeit hattet, die Lehren der ersten Lektion in die Tat umzusetzen, sollte euch der Spielspaß in MMOGs längst vergangen sein. Und da Geben ja bekannterweise viel seliger ist als Nehmen, ist es an der Zeit die Saat des Unglücks gleich einem Anti-Amor mit Giftpfeilen unter euren Mitspielern zu verteilen. Frühlingsgefühle waren gestern, wir liefern euch die Munition!
Ja, ihr lest richtig, der beste - und nach diversen Einlieferungen in gewisse Anstalten vermutlich auch der einzige und letzte - Ratgeber, der je auf Onlinewelten erschienen ist, ist zurück. Nein, ihr braucht mir nicht zu huldigen, denn ich weiß auch selbst wie großartig es ist, meine teure Zeit für etwas zu verschwenden, dass mir in unserem kleinen MMOG-Kosmos unermesslichen Ruhm beschert, meinen Nachbarn aber nicht mehr interessiert als der sprichwörtliche Sack Reis. Autogrammkarten wird es vorerst keine geben, denn mein geniales Werk wird ohnehin für immer, also circa für drei Wochen, in die Annalen des Internets eingehen. Und weil ich mein unendliches Wissen nicht für mich behalten kann, erkläre ich euch jetzt einmal kurz die Welt.

Falls ihr nun denkt, der Erfolg des ersten Teils meiner Kolumne wäre mir zu Kopf gestiegen, so kann ich euch beruhigen. Viel eher wollte ich euch ein wenig auf den Inhalt dieser Lektion einstimmen. Nachdem ihr im vorigen Kapitel gelernt habt, wie ihr mit der richtigen Spielwahl, der optimalen Einstellung und der passenden Spielweise den lästigen Spielspaß los werdet, geht es nun darum dieses herrliche Gefühl fernab jeglichen Frohsinns zu vertiefen. Dazu widmen wir uns vor allem den beiden "M" in MMOGs. Erdnüsse kommen darin leider keine vor, dafür jedoch die ideale Kommunikation und der angemessene Umgang (dieser aber erst im nächsten Teil) mit jenen Wesen, die permanent wie ein lästiges Ameisenvolk um einen herumwuseln: Den Mitspielern.

Was kann besser zur eigenen Unzufriedenheit beitragen, als hunderte von imaginären Gesichtern, die einem noch unzufriedener entgegenstarren? Was soll man sich mehr wünschen, als bei jedem Login und Forum-Besuch mit einem Schwall von Schimpftiraden gebührend empfangen zu werden? Wer wollte nicht schon immer einen virtuellen Mob mit Mordlust in den Augen und voller sprachakrobatischer Fackeln und Heugabeln hinter sich herschleifen? Wenn ihr auch nur eine dieser Fragen sinnvoll beantworten könnt, seid ihr nicht bereit für die ultimativen Lehren der Freudlosigkeit, die euch hier erwarten - und solltet zum Nachsitzen noch einmal die erste Lektion lesen. Allerdings beschleicht mich ohnehin das Gefühl, es hier mit zahlreichen ausgefuchsten Experten zu tun zu haben, die aber sicherlich dennoch noch das ein oder andere lernen können. Ein Wort noch zur Gliederung: Da ich stark davon ausgehe, dass ihr die einzelnen Teile dieser Kolumne ausdruckt und euch über das Bett hängt und zudem anzunehmen ist, dass sie irgendwann als Buch erscheint und ein Bestseller wird, setze ich die numerische Reihenfolge direkt fort und beginne daher mit dem vierten Tipp.

4. Die ideale Kommunikation
Könnt ihr euch noch daran erinnern, wie eure Eltern in mühsamer Kleinarbeit und gebetsmühlenartiger Unendlichkeit versucht haben, euch die Grundlagen des sozialen Miteinanders einzutrichtern? Angefangen bei elementaren Verhaltensregeln, wie etwa der Tatsache, dass es nicht immer klug ist, wildfremden Personen die gerade neu erlernten Schimpfwörter an den Kopf zu werfen. Fortgesetzt bei Höflichkeitsregeln wie freundliches Grüßen. Vollendet mit Klassikern wie: "Kann ich mir ein Eis nehmen?" – "Ob du ein Eis nehmen kannst, weiß ich nicht, die Frage ist aber eher ob du es darfst. Außerdem heißt das 'Bitte'."

Und dann kam das Internet. Mit einem jauchzenden "Ugahh!" wurden die verstaubten verbalen Keulen endlich wieder ausgepackt und auf feindliche Schädel geschmettert was das Zeug hielt. Jahrtausende gesellschaftlicher Entwicklung werden mit einem Klick über Bord geworfen, das gewissenhafte "Über-Ich" bleibt offline und das animalische "Es" stürzt sich mit Schaum vor dem Mund ins nächste Forum. Kurz: Die ideale Spielwiese für alle Padawane der Unzufriedenheit und somit auch für euch. Kaum eine soziale Umgebung macht es euch so leicht, die gewünschten Reaktionen zum steinigen Aufstieg auf der Unglückstreppe hervorzurufen, wie die Community eines MMOGs.

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Anleitung zur Unzufriedenheit - Lektion 2: Wer braucht schon Freunde? Kommentare (38)

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Sp1ke09

29.06.2010, 08:27 Uhr

Ich brauch keine freunde ich hab mein WOW :D

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Shariko

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29.06.2010, 00:22 Uhr

Einfach köstlich. Ist immer erfrischend, sowas zu lesen :)
Bin gespannt auf den nächsten Teil, so dass man seine Unzufriedenheit zur Perfektion treiben kann.

Daumen hoch von mir :D

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Ghaleon

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28.06.2010, 11:12 Uhr

Zitat von Hyphistos:

Och, das war doch nur ein Scherz. Wer mich kennt weiß, dass ich in Wahrheit das komplette Gegenteil bin *g*


Das hätte ich dir jetzt abgekauft , aber anch deinem 10-80-10 Guide glaub ich das nimmer :P

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Noch nen Spielertyp gibts: The Ghandi - Esotherik-Verlorene die versuchen Ihre schon in RL nicht ernstgenommenen Überzeugungen Ingame zu leben und andere davon zu überzeugen XD.

Oder wie es eine freundin von mir gut ausdrückte:

"Die Licht- und Liebe Fraktion".

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Hyphistos

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28.06.2010, 11:01 Uhr

Zitat von Ghaleon:
Großartige Kolumne , einzig das auschweifende Eigenlob am Anfang war überflüssig.


Och, das war doch nur ein Scherz. Wer mich kennt weiß, dass ich in Wahrheit das komplette Gegenteil bin *g*

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Zamzamah

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28.06.2010, 10:43 Uhr

Selbiges bei mir.

Euch fehlt noch ein Comic oder so.
Im Stil von "The Noob".
Könnten sogar User als Charaktere vorkommen ;)

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Ghaleon

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28.06.2010, 10:40 Uhr

Also ich lese immer Morgen ist schon gestern ^^ @Quietschgurke - nur kommentier ichs nicht immer.

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Quietschgurke

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28.06.2010, 10:24 Uhr

Zitat von Hyphistos:
Zitat von Quietschgurke:
Ich mag diese Reihe. Ganz groß, Markus. Meine Bahnfahrt verging damit um Fluge und mein Wartezimmeraufenthalt wurde auch noch angeknabbert.

Wenn ihr auf Miesmacher-Literatur steht, solltet ihr mal Dietmar Wischmeyer lesen


Uih ein Lob vom Meister, ich freu mich =) Apropos, der nächste Teil einer gewissen anderen Serie, die ich wiederum sehr gerne lesen, lässt schon etwas auf sich warten *g*


Ja, ich liege mit meinem Zeitplan etwas zurück... aber diese Woche sollte es dann doch mal wieder was werden. Außerdem wollte ich doch nur mal schauen, wer "Morgen ist heute schon gestern" denn überhaupt vermisst. Mit dir scheinen es genau zwei zu sein... und die schweigende Menge, die beim Tic-Tac-Toe-googlen nach einem Liedtext gesucht hat.

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Ghaleon

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28.06.2010, 09:59 Uhr

Großartige Kolumne , einzig das auschweifende Eigenlob am Anfang war überflüssig.

bambus, guildmaster89 und Lefee sind kult ! :D

Dazu mein persönlicher Flame Tipp u. Rat zur korrekten zerstörung von Spielergemeinden und communites:

Nichst ist destruktiver als die Wahrheit leise und nett wie Samenköner unters Volk zu bringen - die 10-80-10 Trolls die Hyphistos angesprochen hat tuen dann Ihr übriges um es zur Eskalation zu bringen.^^

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Hyphistos

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28.06.2010, 09:39 Uhr

Zitat von Quietschgurke:
Ich mag diese Reihe. Ganz groß, Markus. Meine Bahnfahrt verging damit um Fluge und mein Wartezimmeraufenthalt wurde auch noch angeknabbert.

Wenn ihr auf Miesmacher-Literatur steht, solltet ihr mal Dietmar Wischmeyer lesen


Uih ein Lob vom Meister, ich freu mich =) Apropos, der nächste Teil einer gewissen anderen Serie, die ich wiederum sehr gerne lesen, lässt schon etwas auf sich warten *g*

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Quietschgurke

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28.06.2010, 09:20 Uhr

Ich mag diese Reihe. Ganz groß, Markus. Meine Bahnfahrt verging damit im Fluge und mein Wartezimmeraufenthalt wurde auch noch angeknabbert.

Wenn ihr auf Miesmacher-Literatur steht, solltet ihr mal Dietmar Wischmeyer lesen.

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