OnlineWelten - Kolumne
Traumjob: Spieleredakteur
Am Platz der Sonne sind eben auch Schattenseiten
Dass die bittere Realität aber doch geringfügig von diesen klischeebehafteten Vermutungen abweicht, besagen indirekt schon die mitzubringenden Voraussetzungen, die sich in etwa so darstellen: Du bist ein Vielspieler, weißt in der Gamingszene Bescheid und fühlst dich in möglichst vielen Genres zuhause (so weit, so stimmig). Deine Fähigkeiten im Team zu arbeiten, sind genau so stark und herausragend ausgeprägt, wie deine charmante Wirkung auf Personen, die dich erst kennenlernen müssen. Du bist sehr rechtschreibsicher und bringst einen geschwungenen, zielgruppenadäquaten Schreibstil mit, den du mit Textproben belegen kannst. Du fühlst dich in der Lage, wenn es nötig ist, (viele) Überstunden zu machen und scheust auch nicht vor beschwerlichen Reisen zurück. Organisation ist deine Leidenschaft und Kreativität dein höchstes Gut. Vereinst du alle Eigenschaften in dir, bist du potenziell geeignet.
Für einfache Spielerei wäre man mit diesen Fähigkeiten vielleicht ein wenig überqualifiziert. Chatten allein geht in der Regel ohne große Rechtschreibkenntnisse, und Organisation wird bei den wenigsten Spielen gefordert. Das Problem ist also, einen Text zu Papier bringen zu müssen, den man möglichst attraktiv um die Werbung platzieren kann. Weil die Kreativität leider nicht bei geneigtem Kopf aus den Ohren fließt, kommt es manchmal tatsächlich vor, dass man an so einem Artikel länger schreibt, als einem das Spiel an leckerem Inhalt geboten hat. Gerade bei Brocken, die man gerne mal mit den Worten „so lala“ an Bekannte weitergibt, fällt ein vollständiger Text, der alle Features analysiert und bewertet, ziemlich schwer. So auch bei Genrevertretern, die eigentlich immer ziemlich ähnlich sind. Shooter zum Beispiel sind undankbare Probestücke, die so manche Wörter aus dem Oberstübchen herauskitzeln, die man sich selbstlobend eingerahmt über den Kamin hängen möchte. Damit man wenigstens irgendwas Entlohnendes in den Händen hält, wenn der Feierabend mit der Arbeit kollidiert.
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daryosh
03.03.2010, 18:40 Uhr
http://www.onlinewelten.com/user/profile/daryosh/blog/a
daequatio-intellectus-et-rei-523/
Quietschgurke
02.03.2010, 16:16 Uhr
Danke. Die Klischees lagern in Form von Pfandflaschen und Pizzaschachteln in der Küche :)
Ghaleon
02.03.2010, 14:57 Uhr
Nettes Büro, nicht zu voll gestellt und die Farben-Lampe von Gnoos da in der Eeck find ich ne schöne sache.
Wo sind die Klischee-Pizzaschachtel-Stapel ???
JimWest
02.03.2010, 13:56 Uhr
flosN
02.03.2010, 10:17 Uhr Artikel
Gimpel
01.03.2010, 19:21 Uhr
wenn du Interesse hast, mein Tipp:
Einfach mal bei einem kleinen Portal oder Fansite deines Vertrauens anfragen, ob sie noch redaktionelle Verstärkung suchen. Wenn du verlässlich bist, solltest du keine Probleme haben, schnell Kontakte zu knüpfen. Mit der Zeit entwickelt man dann seinen eigenen Schreibstile, da würde ich mir erstmal nicht so viele Gedanken machen.
Am Anfang macht man das Ganze eben ehrenamtlich, etc., aber wenn man Spaß an der Sache hat "rutscht" man schnell in die Branche rein ;-)
Ich hab etwa 1 1/2 Jahre ehrenamtlich für ein kleines Portal geschrieben (jeden Tag News und ab und zu ein Artikel), bekam dann Kontakt zu einer Firma die Redakteure gesucht hat und so kam dann eines zum anderen. Ist bisher aber auch nicht mehr als ein netter Nebenverdienst für mich :-)
Schminho
01.03.2010, 19:14 Uhr
super artikel michos!
JimWest
01.03.2010, 18:59 Uhr
ich dachte immer man müsste etwas wie germanistik studiert haben bzw erfahrung im redaktionellen bereich vorbringen, aber anscheinend reicht es wohl ne kartoffel im bikini zu sein.
ahh schade ich bin ein zertifizierter chaot, dann ist natürlich klar das ich nirgends hand anlegen darf. wie bitte, einen tag der offenen tür gibt es (noch) nicht?
nach deinem obligatorischem smiley folgt selbstverständlich meiner: :D
Quietschgurke
01.03.2010, 17:04 Uhr
danke und bitte
Da es keine Ausbildung dafür gibt, rutscht man da auch nur irgendwie rein. Viele über Fanprojekte, ein Studium oder sonst irgendwas. Bei mir war's ganz unspannend durch ne Bewerbung nach einer tollen Ausbildung im Bereich Werbung. Edit: Ich werde gerade darauf hingewiesen, dass man sich mit einem Studium oder einem Volontariat qualifizieren kann. Das stimmt natürlich.
Wir haben Akten, die nur zertifizierte Nicht-Chaoten anrühren dürfen. Insgesamt kommen hier aber recht wenige Ordner unter, weil wir die praktische Seite eines Servers für uns erkannt haben und Waldsterben doof finden.
Tag der offenen Tür gibt's nicht ;)
JimWest
01.03.2010, 16:38 Uhr
sach ma alte gurke mit quietschgeräusch, kannste ma näher auf eure vorgeschichte eingehn, den weg bis zum spieleredakteur etc.
ihr seit in berlin, habt ihr da sowas wie nen tach der offenen tür? ach scheiß drauf, wenn auf euren türen "drücken" oder "ziehen" steht müsste ich selbst klar kommen. ich werd all eure akten durcheinander bringen, wenn se nich schon durcheinander sind
wartet, kein moderner text kann ohne smileys beendet werden, hier ist er: :-)