Need for Speed: Pro Street - Test
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Trotz Next-Gen Hardware sind viele Strecken recht detailarm. Obendrein ruckelt es ständig. (Screenshot: Xbox360)
Legalize it!
Um nicht mit der Tür ins Haus zu fallen, sollte ich vielleicht erstmal die Randbedingungen erläutern. Ihr startet eure neue Rennfahrerkarriere in Gestalt des Ex-Straßenfahrers "Ryan Cooper", den ihr aber nie wirklich zu Gesicht bekommt. Dieser hat allen illegalen Veranstaltungen Lebewohl gesagt und versucht sich nun in legal organisierten Rennen, wobei ihm aber seine bereits gesammelte Erfahrung ziemlich nützlich ist. Schließlich verlaufen die Renntage der lizenzierten Veranstaltungen recht ähnlich. Der größte Unterschied liegt in den Schauplätzen, denn befahrene Gassen und verwinkelte Stadtkerne sind damit passé. Stattdessen werden offizielle Rennkurse befahren, die denen der DTM oder der Formel 1 recht ähnlich sind. Um der Langweile vorzubeugen, sind aber auch ein paar Wüstenkurse sowie abgesperrte Landstraßen und Highway-Passagen dabei, bei denen man temporär ein wenig Stadtgebiet zu sehen bekommt. Im Vergleich mit den Streetracing-Vorgängern klingt das ziemlich unspektakulär. Und es lässt sich nicht leugnen, dass die Renntage des neuen Need for Speed auch ein ganzes Stück ruhiger und gelassener erscheinen als die illegalen Veranstaltungen, die man z.B. bei "Underground" oder "Carbon" genießen durfte. Dabei ist keinesfalls ein Geschwindigkeitsverlust daran schuld, sondern eher die Tatsache, dass man die einzelnen Kurse über eine Liste abklappert, statt sich in einer frei befahrbaren Stadt nach ihnen umzusehen. Egal ob Drift-Rennen, Zeitfahren, Gruppen-Herausforderung oder Drag-Veranstaltung - ihr werdet alle bekannten Features vorfinden, aber dazwischen gibt es diesmal nichts. Ja, tunen darf man immer noch. Auch dürft ihr noch immer eure Schlitten verschönern und sie nach einem Schaden reparieren. Das alles ist aber nur noch über staubtrockene Menüs zu erreichen, wodurch das spannende Drumherum der früheren NfS-Ableger zunichte gemacht wurde.
Stattdessen soll nun das Flair der offiziellen Rennveranstaltungen für Kurzweil sorgen, was anfangs auch ganz gut gelingt. Während ihr euch durch die Menüs wuselt, könnt ihr im Hintergrund die Autos verschiedener Rennteilnehmer sehen, vor denen kurvenreiche Mädels posen, wobei ein relativ authentisch klingender und vielleicht etwas angestrengt cool wirkender Moderator euch durch das Tagesprogramm führt bzw. seine Kommentare zu den Fahrern zum Besten gibt. An sich keine schlechte Idee, doch nutzt sich der Unterhaltungswert recht schnell ab. Bereits nach wenigen Runden wird euch das hintergründige Geplapper wahrscheinlich eher auf die Nerven gehen. Wer sich einzig und allein an Pixel-Models ergötzen kann, ist sowieso zu bedauern. Im Klartext äußert sich das durch ein reines Hangeln von Rennveranstaltung zu Rennveranstaltung. Man sucht sich eine aus, bewältigt diese und kehrt dann wieder zu den Menüs zurück, um sich die nächste Veranstaltung herauszusuchen. Gähn!
Sei's drum, manchen könnte das sogar gefallen, schließlich wird der Ablauf des Spiels dadurch sehr unkompliziert. Und wer die Raserei durch die virtuellen Städte der Vorgänger nicht mochte, könnte sich eventuell darüber freuen, ausschließlich echte Rennen vorgesetzt zu bekommen. Immerhin lässt es den Spielablauf ein ganzes Stück realistischer erscheinen, womit sich die Reihe diesmal ein klein wenig dem Simulationssektor nähert. Das relativiert sich aber wieder, wenn man mit einbezieht, dass man die einzelnen Renntage einer Veranstaltung nicht nur durch Siege gewinnen soll, sondern das primäre Ziel gegeben wird, einen Renntag zu dominieren - sprich: so viele Punkte einzufahren, dass man dem Feld in der Wertung davoneilt. Need For Speed ist und bleibt eben ein purer Arcade-Racer.
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