„Gimme Fuel, gimme fire, gimme that which I desire“ sangen Metallica in „Fuel“, und genau das bekommen sie in MX vs. ATV Reflex. Wir haben aufgesattelt und Gas gegeben.
Die Bandbreite an Offroad-Gefährten ist groß und reicht vom klassischen BMX-Rad bis zu den unzeitgemäßen SUVs auf den Straßen. In MX vs. ATV Reflex fahren THQ und die Rainbow-Studios quasi alles auf, was zwei bis vier Räder und einen Motor hat. Dazu kommen unterschiedlichste Rennevents, doch reicht das, um ein gutes Rennspiel zu produzieren? Der Vorgänger MX. vs. ATV: Untamed hat trotz großer Vielfalt nur mittelmäßige Wertungen kassiert. Der Grund hierfür dürfte vor allem die höllisch schwierige Steuerung gewesen sein. Genau dieser Punkt wurde in Reflex um die namensgebende Steuerung erweitert. Als Spieler steuert man sein Fahrzeug und die Position auf selbigem nämlich neuerdings separat.
In den Rennen kann jeder Fahrfehler einen Platzverlust bedeuten, das trifft selbst im leichten Schwierigkeitsgrad zu.
Direkt nach der Trikotwahl und der Eingabe von Fahrernamen und Nummer wartet das Tutorial auf den Spieler, das die Neuerungen der Steuerung schnell und eingänglich vermittelt. Das System ist logisch: Lenken wir das Fahrzeug nach links, steuert es langsam in eine Kurve. Lehnen wir uns als Fahrer zusätzlich mit in dieselbe Richtung, ist ein wesentlich kleinerer Radius möglich. Liegt eine Steigung vor uns, ist es ratsam, sich über den Lenker zu hängen, damit das Gefährt nicht hinten über kippt. Dazu kommen die Sprünge, die gutes Timing verlangen und Tricks ermöglichen. Nach dem Muster: Knopf gedrückt halten und den Fahrer-Stick in drei Richtungen bewegen, werden die wildesten Stunts gestartet. Kann man sich im Spielverlauf Buggies oder gar große Gelände-Trucks leisten, verliert dieser Aspekt jedoch an Bedeutung.
Treffen verschiedene Fahrzeugklassen aufeinander, steht Stabilität gegen Flexibilität.
Als Spielmodi stehen Arcade, Karriere und Mehrspielerrennen über System Link, Online oder Split-Screen zur Verfügung. Während man in Arcade von Anfang an sämtliche Fahrzeuge austesten kann, steht jeweils nur eine Strecke pro Rennart zur Verfügung. Mehr Parcours werden im Karrieremodus freigespielt, den man zwangsläufig mit einem MX-Light beginnt, also einem leichten Geländemotorrad. Die Rennevents sind eine Herausforderung für sich, denn wenn man sich nicht gerade für ein Freestyle- oder Streckenpunkt-Rennen entschieden hat, bewegt man sich innerhalb schmaler Kurse. Schnell fliegt man von der Strecke oder kollidiert mit Konkurrenten, was nicht selten auf dem Boden der Tatsachen endet. Kommt man nach einem Crash oder einer unsanften Landung ins Trudeln, wird kurz ein Gelber Richtungspfeil eingeblendet. Schnell die Fahrerkontrolle in die entsprechende Richtung gedrückt und aus dem Schlingern wird wieder ein kontrolliertes Fahren, Sturz vermieden. Bei den großen Motorrädern und den Quads funktioniert dieses System identisch. Buggies, Trucks, Trucks 2 – stärker motorisiert – und SUVs benötigen diese Kontrollen logischerweise nicht, dafür lassen sich Drehungen im Sprung allerdings nicht kontrollieren und die Fahrzeuge landen schneller auf der Seite oder dem Dach. Die neue Mischung aus Arcade-Stil und Simulation bleibt stets angenehm ausgewogen und wird nie frustrierend.