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Julius "Amrac" Kuschke | 14.05.2007, 16:57 Uhr

MMOGs - Special
MMO(RP)Gs – Die Frage nach dem Rollenspiel

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Immer öfter liest und hört man die Abkürzung MMOG als Überbegriff für unser Lieblingsgenre. Man könnte fast glauben, viele haben vollkommen vergessen, dass der Begriff MMORPG (Massively Multiplayer Online Role Playing Game) überhaupt existiert. Wurde das Rollenspiel aus der Bezeichnung des Genres etwa zu Recht ausgeklammert?
Um dem Aufschrei empörter Vollblut-Rollenspieler vorzubeugen: Nein, natürlich kann man nach wie vor schönes Rollenspiel in den Weiten der Onlinewelten finden. Die Frage ist nur, was versteht man eigentlich unter "gutem" Rollenspiel?

Ein Definitionsversuch

Wenn man Rollenspieler fragt, was für sie gutes RP auszeichnet, erhält man meist eine Antwort wie diese:
"Sich in seinen Charakter vollkommen hinein zu versetzen."
oder
"Dass man von sich aus eine Rolle verkörpert, auf die andere Spieler reagieren können, mit allen Stärken und Schwächen, die einen Charakter glaubwürdig machen."
oder sogar:
"Gutes RP ist eine Perfekte Immersion der jeweiligen Umgebung, die von Spielern und dem Anbieter des Spieles gefördert wird.
Die Spieler bewegen sich in der Welt, machen sie authentisch und der Hersteller gibt eine Welt vor und sorgt sich um Regeln und deren Einhaltung."


Ob gutes Rollenspiel in einem Spiel zustande kommt, hängt demnach von zwei Faktoren ab: Den Spielern und der von den Entwicklern vorgegebenen Spielwelt. An der Spielwelt kann man als Spieler selbstverständlich nur wenig ändern. Hin und wieder schafft es die Community eines Spiels, die Zuständigen zu erweichen, einen extra Server für die Rollenspieler mit speziellem Regelwerk aufzustellen, doch auch das gelingt nicht immer oder scheitert, wie im Falle von WoW, an der laschen Umsetzung der Regeln.

Erst Denken, dann Spielen

Doch fast jede Spielwelt bietet, jedenfalls bis zu einer gewissen Grenze, die Möglichkeit für gutes Rollenspiel. Es liegt an den Spielern, wie diese Möglichkeiten genutzt werden.
Wie schaffe ich es, mich so in meinen Charakter hinein zu versetzen, dass er als Teil, ja sogar als Bereicherung der Spielwelt erscheint?

Ein in die Spielwelt passender Charakter ist der Grundstein für gutes RP.

Wie alles in einem MMOG beginnt es auch hier bei der Charaktererstellung. Wer sich dabei ein klein wenig Zeit nimmt und sich überlegt, welche Rolle er gern verkörpern würde und wie die Hintergrundgeschichte zu dieser Rolle im Groben aussehen könnte, der legt den Grundstein zu einem glaubwürdigen Charakter. Wo und wie ist mein Charakter aufgewachsen? Wer waren seine Eltern? Was hat ihn geprägt und was sind seine Ziele? Was sind seine Stärken und vor allem, was sind seine Schwächen und Ängste?
Vor allem das zuletzt Genannte vergessen viele Rollenspiel-Neulinge oft, aber gerade die Schwächen, Ängste und Macken eines Charakters sind es, die ihn einzigartig und wirklich glaubwürdig machen. Ein perfekter, makelloser Charakter wird sehr schnell sehr langweilig.

Wichtig ist hierbei, dass man zumindest eine grobe Vorstellung von der Spielwelt hat. Wenn man keinerlei Informationen darüber besitzt, wie die Verhältnisse in der Spielwelt sind, kann es passieren, dass man sich eine Rolle für Herr der Ringe Online überlegt, die zwar perfekt nach Azeroth passen würde, aber in Mittelerde völlig fehl am Platze ist.
Oder ist euch in Tolkiens Werken schon mal eine Nachtelfe über den Weg gelaufen, die ständig vom Krieg der Allianz gegen die Horde faselt?
Der erste Schritt zu einem Charakter, der die Atmosphäre der Spielwelt bereichert, anstatt sie zu zerstören, ist, sich über die Spielwelt grundlegend zu informieren. Hier kann der Entwickler helfend zur Seite stehen, indem er beispielsweise bei der Charaktererstellung die zur Auswahl stehenden Rassen und Klassen ausführlich vorstellt.

Nicht unwichtig ist bei der Charaktererstellung zudem der Name des zukünftigen Chars. Kaum etwas kann Rollenspieler so sehr in Rage versetzen als Charaktere namens "RoflHeinzi", "Klobürste" oder "AssKick0r". Wenn es hierbei keine Überwachung durch die Betreiber gibt, geht sehr schnell ein großes Stück der Atmosphäre, die fürs Rollenspiel so wichtig ist, verloren. Hilfreich sind Listen mit typischen Namen der Spielwelt, wie es sie unter anderem bei Herr der Ringe Online gibt. So können auch diejenigen, die sich weniger gut mit der Spielwelt auskennen, einen Namen wählen, der keinen Rollenspieler stören dürfte und in die jeweilige Welt passt.

Was haben wir also bisher? Einen Charakter mit einem gewissen, möglichst zur Spielwelt passenden, Hintergrund und einem ebenso passenden Namen. Perfekte Voraussetzungen also, um im Spiel schönes Rollenspiel zu erleben.

Spielen und spielen lassen

"Und wie sieht gutes Rollenspiel nun ingame aus?", fragt ihr Euch? Eine Einteilung in gutes und schlechtes Rollenspiel ist im Grunde genommen vollkommen überflüssig. Oberster Leitsatz sollte sein: Hauptsache die Beteiligten haben Spaß und verderben diesen auch den anderen Spielern durch ihr Verhalten nicht.

Rollenspiel verbindet - manchmal sogar zwei verfeindete Fraktionen.

Leider wird der zweite Teil dieses Satzes nur allzu gern vergessen.
Der im PvP unbesiegbare Schurke, der sich selbst zum König von Azeroth ernennt und erst bereit ist, diesen Titel wieder fallen zu lassen, wenn ihn jemand im direkten Duell Mann gegen Mann bezwingt, ist ein Beispiel für nicht gern gesehenes Rollenspiel. Natürlich spielt dort jemand konsequent eine Rolle, die vielleicht sogar in die Spielwelt passt, aber er gibt den anderen Spielern nicht die Möglichkeit, angemessen auf sein Verhalten zu reagieren. Würde es die Spielmechanik (im Falle von WoW) nicht verhindern, würde die anderen schließlich nichts davon abhalten, den Größenwahnsinnigen gemeinsam vom Thron zu zerren und ihm eine Lektion zu erteilen.

Gute Rollenspieler zeichnen sich dadurch aus, dass sie anderen immer die Möglichkeit geben, angemessen auf sie zu reagieren.
"/me schleicht sich an Amrac heran und schneidet ihm unauffällig den Geldbeutel ab", wäre ein Beispiel dafür wie man es nicht machen sollte. In dem Fall hätte der andere nicht die geringste Chance gehabt, die Tat zu vereiteln. Logisch, dass aus solchen Situationen anschließend schnell Streit entbrennen kann. Viel besser wäre gewesen: "/me schleicht sich an Amrac heran und versucht ihm unauffällig den Geldbeutel abzuschneiden". Es ist zwar nur ein Wort, doch es macht einen gewaltigen Unterschied aus.

Viele Anfänger haben eine recht seltsame Auffassung von Rollenspiel. Denn entgegen der Annahme macht ein "Seid mir gegrüßt, oh holde Dame! *verbeugt sich tief *" noch keinen guten Rollenspieler. Dieses Beispiel würde zwar zu einem Ritter oder Paladin bestens passen, aber ob der in der Gosse aufgewachsene Krieger so reden würde, ist mehr als fraglich.
Die Ausdrucksweise sollte demnach nicht nur in die Spielwelt passen, sie sollte vor allem zum Charakter passen.

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MMO(RP)Gs – Die Frage nach dem Rollenspiel Kommentare (13)

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Ja ja #2

15.05.2007, 17:42 Uhr

AD N 'D gespielt wird, um euch eine "Gruppe" zu suchen? Oder geht ihr lieber in die Techno-Disko nebenan ? Die Community ist nunmal das A und O bei sowas ...


PS: sorry wegen den posts, aber irgendwie kann man im Kommentar wohl kein "und" Zeichen verwenden ?

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Ja ja #2

15.05.2007, 17:41 Uhr

AD

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Ja ja

15.05.2007, 17:38 Uhr

Viel wahres steckt in dem Artikel und euren Kommentaren. Ich kann euch nur Vanguard empfehlen (sobald ihr einen etwas besseren Rechen Knecht an eurer Seite habt). Nur zwischen HDRo und WoW zu unterscheiden ist eh absolut sinnlos weil das mainstream games sind die so gut wie gar nicht auf die RP Gemeinde ausgelegt sind. Mind. 80% der User haben sicherlich noch nie ein ROLLENSPIEL gespielt (damit meine ich nicht hack n slay oder was so im allgemeinen als Rollenspiel verstanden wird). Die Welt von Vanguard bietet viel mehr Facetten und möglichkeiten seinen Charakter zu gestalten. Die Community ausserdem ist sehr locker und bisher habe ich nur ein einziges mal jemanden mit einem dummen Namen gesehen (Skillz to Kill). Hier haben wir eben nicht den mainstream weil der einfach (glücklicherweise) durch total verfälschte Reviews abgeschreckt wurde. Aber beim Thema Rollenspiel von WOW oder HDRo zu sprechen ist genauso wie zu sagen das Diablo ein echtes Rollenspiel war wegen der tollen Gitarrenmusik im Hintergrund...

Das soll kein gamegebashe sein oder ähnliches. Es ist nur so, wenn ihr mit fremden Leuten eine richtige Runde RP spielen wollt, geht ihr dann lieber in die RP-Kneipe in eurer Umgebung wo nächtelang DSA und AD

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Wedge

15.05.2007, 16:04 Uhr

An sich hat dieser Artikel ein paar gute Ansätze.
jedenfalls finde ich dieses offensichtliche "gepushe" von HdR Online und das heruntermachen von WoW einfach lächerlich.
Die Spiele kann man so nicht miteinander vergleichen meiner Meinung nach.
HdR ist er kurze Zeit drausen...zu dem Zeitpunkt hat WoW auch jeden an die komplett neue Welt gefesselt...es war schön die ganzen neuen Orte zu entdecken...neue Gegner zu sehen...und dann in Gruppen ersten klein gestalteten Dungeons(instanzen) zu entdecken.
Durch die Beliebtheit von Blizzard und Wow sind natürlich nicht nur Rollenspieler angezogen worden(wie es am Anfang noch der fall war)
durch diesen Erfolg ist halt der Nachteil, dass die nicht RPG-Spieler durch die High-Instanzen ihre Herausforderung haben und somit ihren Spaß am Spiel haben.(Was ja auch gut ist)
Problem ist halt sie versauen leider vielen RPG-Spielern den Spass, durch extrem unfaires Verhalten, Gespamme, dumme Namen etc.
Dadurch haben richte RPG Spieler damit z.T. aufgehört das stimmt.
Jedoch kann dies jedem MMORPG meiner Meinung passieren.
Sobald es erfolgreich ist und auch Leute wie die sog. CS_Spieler anzieht und nur noch gesprächsstoffe wie du behinderter noob oder so da sind wars das mit RPG.
Jedoch wird kein Entwickler die ganzen Zahlenden Kunden deswegen bannen.Höchstens verwahnen.

Durch die Bekanntheit und das gehype des HdR Online Games befürhte ich dass die Spieleranzahl von den nicht RPG`lern in einem halben jahr-Jahr auch drastisch zunimmt und somit das ähnliche durchlaufen wird.

Aber wie gesagt das meine Meinung und mir ist klar das viele anderer Meinung sind...

Gruß
Wedge

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TaLogos

15.05.2007, 14:13 Uhr

Klasse Artikel.
Mehr muss an dieser Stelle nicht gesagt werden :)
Gruß
TaL

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Wingless

15.05.2007, 07:50 Uhr

Ich bin immer noch recht enttäuscht wie wenig sich manche Entwickler bei ihren MMORPGS trauen. Es gibt kaum Entscheidungen die man als Spieler treffen muss die Auswirkungen haben die nicht einfach so revidierbar sind. Dabei sind es gerade wichtige Entscheidungen die etwas dauerhaft verändern die einen großteil des Reizes in Rollenspielen ausmacht. Man hat nämlich eine Wahl die einen Unterschied macht.

Klar kann man in einem MMORPG nur problematisch dinge einbauen die die Spielwelt dauerhaft verändern. ABER Entscheidungen die den Charakter dauerhaft verändern/beeinflussen sollten durchaus möglich sein. Warum muss ich mich nie zwischen zwei Fraktionen entscheiden, warum hab ich nie die Wahl etwas gut oder böse zu erledigen. Warum haben die Entwickler von MMORPGs nur so gestrichen die Hosen voll, wenn es darum geht den Spieler vor Entscheidungen zu stellen die wirklich etwas verändern würden ???
WoW ist hier eines der schlimmsten Beispiele wo wirklich nichts gibt, absolut garnichts bei dem ich mich festlegen müsste. Ich denke einfach die jungs von Blizzard hatten angst die Spieler zu überfordern. Oder sie halten ihre Spielgemeinschaft für zu beschränkt um wirkliche Entscheidungen zu treffen.

Gruß wingless

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rp-freak

14.05.2007, 23:48 Uhr

problem ist doch, dass in den MMOs technisch gesehen kein RP enthalten ist. Wie sieht denn die Interaktion mit der Spielwelt aus?

1. 90% = killen, egal was, egal wie, egal wo.
2. NPCs wegen Reparatur oder Skills anlabern.
3. Rohstoffe looten.

Egal was man sich tolles für seinen Char überlegt hat, jeder spielt sich genau gleich: killen looten. Man kann das natürlich durch ein paar nette emotes und Kommentare unterlegen ("Oooch wie schade, mit dem Drachen hätte man bestimmt reden können, aber das haben wir die letzten 30 Male auch nicht versucht, ehm... krieg ich jetzt meinen Helm?")

naja, bei Lotro gibts ja jetzt immerhin Musizieren und Rauchen, das ist ja schon mal ein Anfang...

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Henrik

14.05.2007, 22:35 Uhr

Wirklich gut und kritisch mit dem "Rollenspiel-Problem" auseinandergesetzt.
Leider stimmt es, dass oft, bei World of WarCraft zum Beispiel, selbst die Gamemaster nicht einen Finger rühren.
Ich habe schon mal zu hören gekriegt, dass wenn mich andere Spieler nerven, (besagter nackt tanzender Nachtelf) sollte ich doch bitte den Server wechseln. Das finde ich schade, gerade weils bei WOW wirklich genug Server gibt.
Aber es gibt immer wieder die Powergamer, die nur weil ein Server neu ist, den ersten 70er haben müssen. Schade.

Helfen wir also gemeinsam das gute alte Rollenspiel wieder aufleben zu lassen!

Ein dreifaches Hoch meine zwergischen Saufbrüder!

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Lena

14.05.2007, 20:57 Uhr

Sehr schön geschrieben :)
Rollenspiel macht eben Spaß und es sollten möglichst viele Leute es einmal ausprobieren :D

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dachsli

14.05.2007, 19:15 Uhr

Netter Artikel!! :)

Hier mal noch eine unkonventionelle Variante von Rollenspiel...die aber allen Beteiligten mächtig Spass gemacht hat. :)

http://forum.bountybayonline.de/showthread.php?t=3226

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