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André 'Zitronenhai' Bergmann | 11.07.2007, 22:28 Uhr

MMOG Blog - Special
MMOG 2.0 - Next Generation MMOGs

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Next Generation MMOGs sind in Mode gekommen. Nahezu jedes kommende Produkt führt uns, glaubt man der Werbeabteilung, einen entscheidenen Schritt in die Zukunft. Sind wir wirklich schon im Zeitalter der MMOGs 2.0?
MMOG 2.0 - Next Generation MMOGs

Im dritten Sonderheft des Spiegel Specials greift die Spiegelredaktion das Phänomen Web 2.0 auf. Nach dem Motto "Wir sind das Netz" werden gesellschaftliche Veränderungen aufgegriffen, die sich durch eine neue Entwicklung, ein neues Bewusstsein im Internet zeigen. Die Fülle an Informationen, der "Bürger-Journalismus", repräsentiert durch Wikis und Blogs, aber auch der digitale Narzissmus, der oftmals aggressive und beleidigende Umgangston auf der anderen Seite sind Ziehkinder dieser Entwicklung.

Der Internetuser der 90er Jahre hat sich längst seiner auferlegten Fesseln befreit, ist vom Konsumenten zum Akteur geworden, vom passiven Empfänger zum aktiven Sender. Tausende neue Videos, die es täglich bei Youtube zu sehen gibt, Podcasts, Blogs, Bilderreportagen, Web 2.0. wird gelebt und als die neue Revolution des Internets gefeiert.

Eine neue Generation steht uns, glaubt man der Werbetrommel vieler Entwickler, auch im MMOG-Bereich bevor. Der Begriff "Next Generation" wird dabei als Qualitätssiegel gebracht und liest man Pressemitteilung zu Tabula Rasa, Age of Conan oder The Chronicles of Spellborn, dieser Begriff wird dort stets zu finden sein. MMOG 2.0 also, eine wirkliche Revolution oder doch nur Werbeformel für neuere Produkte?

Star Trek Fans sind sich, kommt es zur Debatte, ob die Classic-Folgen mit Kirk, Scotty & Co. nun besser oder schlechter sein, als die Crew um Captain Picard, Data und Worf in einem Punkt einig, die technische Umsetzung der "Next Generation" ist es allemal. Dieser Punkt trifft mit Sicherheit auch auf all jene MMOGs zu, die sich eben als ein Produkt zweiter Generation sehen. Grafisch erwartet uns mit DirectX10 ein neuer Quantensprung - wenn man das notwendige Kleingeld hat, um sich den entsprechenden (Bord-)Computer leisten zu können.

Aber grafische Weiterentwicklung kann man Jahr für Jahr verfolgen und liefert keinen Grund dafür, von eine Evolution in der Spieleentwicklung zu sprechen. Richard Garriott behauptet wohl zurecht, dass eigentlich alle MMOGs, die sich aktuell auf dem Markt befinden, sich irgendwo an Ultima Online, EverQuest und Lineage orientieren.

Greifen wir den zu Beginn genannten Aspekt noch mal auf. Was müsste ein MMOG der nächsten Generation im Sinne von Web 2.0 bieten? Wesentlicher Punkt ist die Teilhabe des Spielers an der Entwicklung und Produktion von Inhalt, Geschichte, Bild und Ton. Mit Web 2.0 ist der Spieler längst nicht mehr reiner Konsument, der Questen von NPCs annehmen und dann im Worst Case noch mit Hilfestellung lösen will. Die Kinder der Web 2.0 Generation wollen selber gestalten, wollen selbst Aufgaben entwerfen, wollen eigene Elemente ins Spiel integrieren, die ihnen Spaß und Freude bereiten.

In diesem Zusammenhang: Am Wochenende hatte ich ein Gespräch mit einem Freund, der sich nun überlegt, sein erstes MMOG zu probieren. Er hat sich bereits über einige Spiele informiert und schnell kamen wir auf World of Warcraft zu sprechen. "Klingt eigentlich soweit ganz gut." war das erste Statement, doch als wir weiter ins Detail gingen, kamen erste Sorgefalten auf seine Stirn. Beim Thema Charaktererstellung wollte er doch sogleich wissen, wie man sich im Spiel tätowieren lassen kann.
"Eigentlich gar nicht." musste ich antworten.
"Egal, dann werde ich halt Tätowierer und verdiene so mein Geld, schließlich gibt es doch Beruf bei WoW." Auch hier musste ich einwerfen, dass dies nicht möglich sei.
Enttäuscht blickt er mich an: "Okay, keine Tätowierung. Wie sieht es denn mit großen epischen Questreihen aus, ich würde gerne einige Orks schlachten - kannst Du so ein Abenteuer vorbereiten?"
Auch hier musste ich gestehen, dass es eine derartige Umsetzung nicht im Spiel gibt.

Im Prinzip verdeutlicht dieser kurze Auszug, dass heutige MMOGs immer noch von der Stange entwickelt werden. Grafik- und Game Designer überlegen, welche Elemente von Spielern gewollt werden und setzen diese dann um. Oftmals genau der Punkt, weshalb ein Produkt floppt - die vorherige Analyse der Interessen der Zielgruppe war schlicht und ergreifend falsch.

Ein MMOG 2.0 wäre zumindest von dieser Seite aus immer auf der sicheren Seite. Es ist ein Zusammenspiel der kleinen und großen Zahlen. Ein Entwicklerteam, wie es handelsüblich an einem MMOG arbeitet, ist von der Anzahl her immer recht klein gehalten. Tritt nun der Spieler selbst in den Entwicklungsprozess ein, schafft er eigene Questreihen, eigene Berufe, eigene Inhalte, Instanzen oder Gebiete, für Abwechslung wäre alleine aufgrund der Masse stets gesorgt. Hat man alle Instanzen mehrmals durchspielt und auch der Großraid findet heute nicht statt, warum dann nicht eine kleine Instanz aufbauen, die man dann gemeinsam mit seinen Freunden erlebt und zum Abschluss gelobt oder getadelt wird?

Unmöglich? Ich behaupte keineswegs. Saga of Ryzom macht es doch bereits vor, wie man einen Questeditor recht erfolgreich in ein Spiel integrieren kann. Bedenkt man, welche Möglichkeiten Entwicklerteams bei Blizzard, Turbine oder durch große Publisher vertriebene Teams von Ncsoft und Co. haben, so liegt hier unfassbares Potential brach. Es geht nicht mehr darum große Inhalte zu schaffen, Questreihen auf Fehler zu kontrollieren oder zu prüfen, ob der Endgegner so wirklich funktioniert. Den Spielern der nächsten Generation dürstet es nach mehr.

Hier müssen Grundvoraussetzungen in Form von Editoren bereit gestellt werden, welche dem Spieler einen derart produktiven Zugang zum Spiel ermöglichen. Erst wenn dieser Schritt gewagt wird, kann man von einem MMOG der nächsten Generation sprechen. Alle anderen Produkte verharren in der Tradition von Ultima Online, und wenn UO die erste Generation war, so sind Titel wie World of Warcraft, Vanguard, Herr der Ringe Online, aber auch Age of Conan oder Tabula Rasa höchstens ein Update, Version 1.x.

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MMOG 2.0 - Next Generation MMOGs Kommentare (11)

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Alle Kommentare einblenden 1 2 »

Myar

18.07.2007, 11:20 Uhr

@U

Also ist Guild Wars ja für dich schon fast(!) das perfekte Spiel.
Durch die Instanzierungen (die sind es dann wohl, die du weniger magst) und nem recht großen Agroradius, kommen fast keine Gegner zwei mal vor und kaum welche stehen dumm rum.
Zudem ändert sich (für dich/euch in der Instanz) die Umgebung und Geschichte.. du nimmst also aktiv Einfluss auf das Spielgeschehen.

Ja, GW wäre perfekt für dich.
Und ich finde tatsächlich, dass man auf diesem Prinzip aufbauen sollte... ArenaNet hat ja angekündigt, dass sie dies versuchen werden mit dem MMOG Element zu verbinden, dass die Welt offen ist.. ich bin gespannt... Das(!) würde ich dann Innovativ nennen.

Nur zur Info, ich bin kein GW Anhänger, selbst spiele ich Lotro.
Aber GW2 behalte ich im Auge.

Na ja, im RL erlebt man aber eh viel mehr ;)

Gruß
Myar

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Rik

16.07.2007, 10:00 Uhr

also meines wissens sind die ideen ja schon zahlreich extrapoliert worden. man schaue sich zum beispiel mal mmorpgs wie neocron an. sicher ist das nicht ausgereift, doch mit der richtigen spielerschaft nicht uninteressant. dann gibt es ferner natürlich noch die anime serie hack//sign usw. bei diesen hack// serien geht es ja um ein mmorpg nunja zwar in einer art virtual reality umsetzung, doch vom prinzip her wurde da genau das umgesetzt: rollenspielerische freiheiten die eine welt erschaffen, verändern, zerstören und neuaufbauen. dies und noch vieles mehr wurde in dieser idee ja schon in die tat umgesetzt. sicher gab es da ein festes storyboard. doch mal angenommen diese welt gäbe es als echtes mmorg, dann würde es sich meiner meinung nach auf jedenfall eine breite spielerschaft finden die auch gemeinsam in dieser welt wirken und handeln. dabei natürlich volle freiheiten eingegrenzt durch regeln, deren verletzen auch konsequenzen nach sich ziehen. klar ist dann aber auch die trennung von bisherigen starren konzepten. automatisierter erfahrungsaustausch sowie itemgeneration ist dann natürlich genauso fehl am platze wie etwaige instanzierungen oder der respawn. ich hoffe nur das ein derartiges mmorg 2.0 sich an einer völlig neuen fiktiven oder gegenwärtigen welt orientiert. eine HDR adaption wäre mit diesem konzept dann schon etwas fragwürdig. *G* leider habe ich nie second life gespielt, um dort nachzuvollziehen was in dieser richtung unternommen wurde.

ich denke 2010 bis 2012 wird uns in punkto web auch einiges erwarten. doch was derzeit an konzepten existiert bzw. geplant ist wird wohl noch nicht mit soviel überraschungen aufwarten.

gruss,
riknar

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Lorendor

15.07.2007, 03:04 Uhr

Das problem an selbstgebastelten Quest wäre nur die Erfolgsgeilheit vieler Zocker. Die würden sich ewig kleine pissquesten (oder mit s???) bauen für die er massig EP kriegt. Es muss also auf jeden fall gebalanced werden und dazu wären mal wieder fast alle Entwickler zu faul. Aber im grunde eine superidee!

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raistipopaisti

12.07.2007, 19:48 Uhr

Letztenendes hat sich seit EQ1 nichts bewegt, Grafik wurde besser, Bedienung komfortabler, Spielinhalte vielfältiger etc., aber nur wenige MMOs heben sich von der Level-grinden-Level-Basis ab (z.b. EVE-Online: kein stupides Levelsystem, sondern vielfältige und vielschichtige andere Arten der Wertmessung eines Charakters). Wer von sich beheupten will er habe an einem Next-GenerationMMO mitgearbeitet, muss mehr tun, als nur bewährtes besser oder schlechter umzusetzen. Wer nichts am Grundprinzip ändert kann nicht behaupten etwas Innovatives, Neues zu entwickeln. Da reicht es nicht mal den Schwerpunkt von PvP zu PvE und umgekehrt zu verrücken oder wie auch immer einen Evolutionssprung vorzutäuschen. (Ein grüner Hund ist immernoch ein Hund.)
Schade, dass unabhängige, mutige Entwickler den Publishern zu risikoträchtig sind.
grüße

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@rOAChY

12.07.2007, 12:33 Uhr

dann les dir am besten mal die Steuerung von Age of Conan durch, da dürftest du zufrieden gestellt werden ;)

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rOAChY

12.07.2007, 10:45 Uhr

Eine innovative Steuerung wäre mal cool.
z.B. so wie in Oblivion wo man mal selber zielen muss auch die Spells und nicht immer dieses Langweillige Point and Click.

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rOAChY

12.07.2007, 09:06 Uhr

Entwickler müssen es Verstehen das jedes Spiel mal durchgekaut ist, gibt man aber dem Spieler die Chance ein bisschen selber das Spiel weiter zu Entwickeln, sei es durch Editoren oder anderes, so haben die Spieler länger was von dem Spiel.

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U

12.07.2007, 03:00 Uhr

Tut mir leid das ich dir das sagen muss zitronenhai, aber dein artikel ist schwachsinn! wenn du wirklich glaubst, der spieler hat spaß daran dumme aufgaben eines kleinen männchens mit nem rufzeichen, ring, etc über der birne zu erfüllen, dann bist du falsch gewickelt. unzählige questreihen in einer statischen welt sind einfach nur mehr langweilig, egal ob sie vom hersteller oder vom spieler stammen.
wenn ich in ein kleines murlocdorf gehe und die fischgesichter niederstrecke hat das den gleichen effekt als ob ich gar nichts machen würde, denn nach 2 minuten kommt der respawn und alles ist wieder genau wie zuvor! wenn ich in einer instanz (was zum geier hat eine instanz in einer onlinewelt verloren?) den bösen schlangenmenschen mit 10 mann bezwinge und 10meter entfernt mich sein kollege dämlich anglotzt und dem spektakel zuschaut aber nicht hilft weil er eben außerhalb vom aggroradius ist, dann ist das nur noch lächerlich! wenn ich für den alten mann sein buch holen soll, dann werde ich nicht wie ein braves hündchen loslaufen stöckchen holen sondern sagen: hol es dir selber du alter penner! wenn ich mit meiner arme eine stadt abfackle dann tobt dort nicht in einer stunde wieder das volle leben sondern bleibt nur mehr asche und staub zurück! wenn ich den epischen drachen erschlagen habe dann ist er tot und wird nicht am nächsten morgen von der nächsten möchtegernheldentruppe enthauptet!

kein mensch spielt wow wegen den quest, sondern wegen dem pvp(ka warum) oder der itemgeilheit. l2 wird nur wegen der castle siege gespielt, eve wegen der freiheit und eq2 wegen dem rollenspiel, keine sau interessiert sich mehr für statische questreihen! wer begrenzt denkt wird nie ideen für das nextgen mmo haben!

geschichte wird von den spielern ingame geschrieben, nicht von den entwicklern. solange die welt statisch bleibt wirds immer wieder der selbe abklatsch sein.

und was macht dann ihr von onlinewelten wenn wieder so ein "meisterwerk" erscheint? ihr schreibt iwieder den selben blablabla. anstatt den entwicklern zu sagen sie sollen sich mal was neues einfallen lassen schickt ihr brav den nächsten fanboy propaganda schreiben.

bahhh ich scheiße auf sinnlose questreihen, ich scheiße auf einfallslose entwickler, ich scheiße auf fanboys und ich scheiße auf baira.

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Spooky

12.07.2007, 00:51 Uhr

Spielt Neverwinter Nights im Internet und ihr werdet die Vielfalt geniesen.

Wenn mit Tabula Rasa mindestens so was "episches" geschaffen wird, wie mit Ultima Online, dann sind alle zufrieden. Mal von der Spieltiefe ganz abgesehen..

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^^

11.07.2007, 23:28 Uhr

Eigentlich die Idee selbst quests zu erstellen garnicht mal so schlecht, wenn man dann die Quests auch noch bewerten könnte wäre das einfach toll. So könnte es für mehr abwechslung sorgen wenn man eigene (ins spiel passende) kleine geschichte mit einbringen könnte.
Ob nun witzige oder Dramatische Quests.
Aber es währe auch nicht schlecht für dem anfang sammel Quests zu machen

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