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André 'Zitronenhai' Bergmann | 13.06.2007, 22:01 Uhr

MMOG Blog - Special
Kampf gegen Goldfarmer – Wie ernsthaft wird er betrieben?

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Den Kampf gegen professionelle Goldfarmer haben sich urplötzlich einige Betreiber auf die Fahne geschrieben. Doch wie ernsthaft geht man diesen Kampf an? Mehr auf den folgenden Seiten.
Spätestens seit World of Warcraft ist der europäische MMOG-Markt massentauglich geworden. Dort, wo Millionen Leute sich tummeln, in virtuellen Schlachtfeldern auf sich einschlagen. Dort, wo die Ausrüstung über Ruhm und Ehre entscheidet und man mit schnellen und schönen Reittieren prahlen kann, dort sind auch Geschäftsleute nicht weit, die damit Gewinne erzeugen wollen.

Sind BOT-User und professionelle Goldfarmer im asiatischen Sektor schon seit Jahren üblich, wurde nun auch der europäische Markt zunächst einmal Azeroth von scriptgesteuerten Goldjägern überflutet.

Zunächst waren Spielebetreiber und Konsumenten ratlos und der Erfolg der professionellen Goldfarmerunternehmen führte dazu, dass weitere Anbieter mit auf den Markt drängten. Schnell führte es zu Überangeboten und sinkenden Preisen, so dass der Einkauf für kleine, reale Münze sich realisieren lässt.

Offiziell nahm natürlich niemand die Leistungen der Goldfarmer in Anspruch, wäre es doch auch schlecht für die Reputation, wenn die schmuckvolle Ausrüstung nicht ehrenwert erkämpft wurde. Inoffiziell kann niemand genau sagen, wie viele der Millionen World of Warcraft Spieler ihr Vermögen über diese Kanäle beziehen. Die Dunkelziffer ist aber gewaltig.

Schnell weitete sich das Prinzip auch auf andere erfolgreiche MMOGs in Europa aus und weitere Dienstleistungen wurden ins Angebot aufgenommen. Nicht nur knappe Goldbeutel werden bedient, nein, wer selbst keine Lust hat, seinen Charakter zu leveln, kann dies ebenso in Auftrag geben.

Gute Ausrüstung erkämpft man sich hart oder kauft sie entsprechend ein.

Zwei Jahre ließ sich so gutes Geld erwirtschaften - übrigens mit genügend Goldfarmern mit Wohnsitz in Deutschland. Doch der Wind hat sich 2007 gedreht - Spielebetreiber, nicht nur Blizzard, merken, dass Goldfarmer zu einem Ungleichgewicht beitragen, welche gravierende Auswirkung auf die Spielewirtschaft und damit auch indirekt auf den Spielspaß hat. Weiter trägt stetige Belästigung im Chat nicht gerade zur Atmosphäre in einer Fantasywelt bei.

Schlug letztes Jahr NCsoft hart gegen Betreiber so genannter Freeshards zu, welche illegal Lineage II Server betrieben, so versuchen seit einiger Zeit Firmen wie Blizzard oder Square Enix die entstandene goldene Wirtschaft zurück zu drängen. Die Summen, die dabei virtuell aber auch real vernichtet werden, wenn hundertausende von Accounts geschlossen werden, sind enorm und verdeutlichen die Umsätze und das Potential, welches sich hinter dieser Dienstleistung verbirgt. Wenn Milliarden von Gil in Final Fantasy der Wirtschaft entzogen werden, wenn Goldfarmer bei World of Warcraft an einem Tag fünfstellige Summen - harte Euro bzw. Dollar - verlieren, wird der aufrechte Spieler und Arbeiter stutzig.

Und Aufrichtigkeit ist ein interessantes Schlagwort in diesem Zusammenhang: Der Verkäufer von virtuellem Geld wird hart bestraft - Account gebannt, Gold entzogen. Mitleid muss man sicherlich nicht haben. Doch was ist eigentlich mit dem Käufer, der ebenso gegen die Regeln des Spielebetreibers verstossen hat? Der Transfer zwischen den Goldfarmer-Accounts und den Käufern lässt sich mit Sicherheit zumindest kurzfristig nachvollziehen. Strafen in Form von Accountschließungen erfolgen hier jedoch selten.

Und wenn wir gerade bei Aufrichtigkeit sind - bei allen Maßnahmen, die aktuell ergriffen werden, bleibt immer eine letzte Frage: Könnte man nicht noch härter gegen dieses doch arg nervende Business vorgehen?

Natürlich könnte man z.B. Massenwerbung im Spiel verhindern, nur wenige Veränderungen im Code wären dazu möglich. Natürlich könnte man Accounts, von denen täglich gewaltige Goldsummen transferiert werden, überwachen. Selbstverständlich wäre es auch möglich, Testaccounts nur noch unter erschwerten Bedingungen anzulegen, so dass sich zurückverfolgen lässt, ob wieder nur ein Account angelegt wird, um die Welt mit Werbung vollzutexten oder nicht. Warum dies nicht geschieht?

"Bitte lieber Chinamann, gib mir mein Gold!"

Ich wage zu behaupten, weil die Betreiber eiskalt kalkulieren. Wie viele Spieler werden durch Werbebelästigung vertrieben - vermutlich wenige - und wie viele Accounts werden von professionellen Goldfarmern gekauft bzw. erstellt? Im wilden Zahlenspiel sind steigende Accountzahlen dann das Resultat und das ist wiederum gut fürs Geschäft.

Weiter können auch die Gelegenheitsspieler mit großem Geldbeutel ihr zeitliches Defizit derart ausgleichen. Wer eben keine zwölf Stunden am Tag Zeit hat, um ein seltenes Artefakt zu belagern, wer nicht Wochen damit verbringen mag, sich ein episches Flugmount zusammen zu sparen, wer sich eine teure Waffe craften lassen will, aber nicht über die teuren Ressourcen verfügt, der plündert eben sein reales Konto und überweist. Somit schaffen Goldfarmer zumindest ein Gleichgewicht wenigstens teilweise wieder herzustellen - die Lücke zwischen Casual- und Hardcore-Spieler.

In diesem Sinne
Euer Zitronenhai

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Kampf gegen Goldfarmer – Wie ernsthaft wird er betrieben? Kommentare (11)

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Alle Kommentare einblenden 1 2 »

na ja

23.06.2007, 09:00 Uhr

vieleicht sind die goldfarmer nur angestellte der angestellten der spielefirma?
bringt doch immerhin einen netten zusatz verdienst.

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Borat

22.06.2007, 15:07 Uhr

Ich spiele Guild Wars, was mich wundert ist, dass es auf GW-Tactics manchmal einen Werbebanner gibt um Platin zu kaufen.

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noxus

21.06.2007, 11:34 Uhr

Das Problem ist ja das die Farmer den Otto Normalspieler extrem mit Spams nerfen.
Das WoW Wirtschaftssystem negativ beeinflussen.
Grassen und Farmen alles weg was Gold bringt, so das normale Spieler die dreifache Zeit Investieren müssen. Ich Persönlich kann mich dem Fazit überhapt nicht anschliessen !!

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Ethero von Altharena

18.06.2007, 20:43 Uhr

Also ich kann nur eines sagen, der Spiele Spass würde komplett auf der Strecke bleiben wenn ich mir Rüstungen, Items oder ähnliches mit realem Geld kaufen würde. Macht viel mehr Spass es sich selber zu erarbeiten und man kann dann doch auch stolz sein auf das was man hat...und soviel zeit habe ich auch nicht..dauert eben etwas.

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obermotz

18.06.2007, 13:47 Uhr

gibt nur 2 Lösungen:

1. Goldfarmen wird legal, ich geh lieber arbeiten, lass mir die superitems von billigen chinesen erfarmen und hab dann viel spaß im Game. Da könnte man doch gleich den monatlichen Beitrag verdoppeln, quasi für "Gold-Member", die müssen dafür nie Farmen und kriegen alle items einfach so.

2. Gold spielt keine Rolle. Alle items sind ungefähr gleich gut. Fürs crafting braucht man nicht Rohstoffe farmen, kreative ideen beim craftingprozess sind wichtig. Dafür bemühen sich die Entwickler endlich mal um spannende Inhalte:
-ständig neue quests mit verzweigungen und friedlichen Lösungsmöglichkeiten etc.
-dynamische Veränderungen in der Spielwelt
-Rätsel, Housing, Schiffbau, Erkunden, Rp, etc
-Eine Instanz startet jedes mal anders und endet jedes mal anders
noch vieles mehr denkbar

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guate sach

16.06.2007, 12:59 Uhr

ich nehm 5k g!

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lol

15.06.2007, 23:27 Uhr

ich verscheuer euch auch kohle auf lothar / wow tellt mich einfach an - ig name xxx-xxx

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Abby

15.06.2007, 18:38 Uhr

@Protagoras: ich würde so ein spiel nicht spielen weil wo bleibt da der spaß??
was soll ich machen wenn alles gleichbleit und die items nur auf style gehen. spiel ich einmal einen char hoch und das war es dann. ich hätte keine motivation weiterzuspielen.

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Ericka

15.06.2007, 18:00 Uhr

Die Firmen werden einen Dreck unternehmen,warum? Einfach aus dem Grund das wie im Artikel schon beschrieben, jeder Goldfarmer auch einen Acc braucht und der bringt Geld.. desweiteren müssen sie auch jeden Monat Geld zahlen (meistens) um überhaubt spielen zu können, was widederum Geld bringt... Genervte Spieler holen sich Addons wie z.b SpamMeNot, und damit ist das Problem auch weg :) Die Zahlen was da abundzu mal veröffentlich werden von gebannten Accounts, dienen ja nur dafür den Mob zu beruhigen... Im Endeffekt verdienen sich die Firmen eine goldene Nase damit :) Ich denke ja persönlich das mindestens 70% der Spieler schon einmal Gold gekauft haben, und um die 40-50% es auch regelmässig machen ... Ich gehöre dazu :)

Mfg

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Gibt doch schon ne Lösung: Pen

14.06.2007, 20:38 Uhr

Bleibe doch liber beim P

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