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Plattformen:
PS3, XBox 360
Release:
Playstation 3: 24. Oktober 2008
Playstation Portable: 24. Oktober 2008
XBox 360: 24. Oktober 2008
Status:
keine Angabe
Publisher:
Rockstar Games
Entwickler:
Rockstar Games
Genre:
Rennspiel
USK:
Ab 12 Jahren
Offizielle Seite:
keine Angabe
Fanseite:
keine Angabe
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Torsten Kägler | 13.11.2008, 20:55 Uhr

Midnight Club: Los Angeles - Test
Setzt den Asphalt in Flammen!

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Die Sonne scheint, der Sprit ist umsonst und der Lamborghini nur einen Griff entfernt. Wirklich nur ein Traum?
Ein Flimmern liegt über der Fahrbahn. Nur wenige Fahrzeuge befinden sich auf der Strecke, als ein Wagen mit rasantem Tempo über die Piste jagt. Schnell springt der Fahrer von einem Gang zum nächsten, und die Tachonadel wandert unaufhörlich von 180 in Richtung 200. Auf einmal stört ein greller Blitz die Idylle eines jeden Rasers. Auf der Mittelleitplanke lauerte eine Radarfalle, und langsam klart das Bild auf: Trotz der berühmten "German Autobahn" ist es nicht nur wegen den hohen Spritpreisen teuer, schnell zu fahren, sondern auch schwierig, eine offene Fahrstrecke zu finden. Was liegt da näher, als im neuen Midnight Club Los Angeles die Sorgen hinter sich zu lassen und mit Lust und Laune die aufgemotzten Kisten an ihre Grenzen zu treiben? Sicherlich nur der Führerscheinentzug, und den will niemand so einfach riskieren.

Nicht nur in der Nacht müsst ihr euch vor den Gesetzeshütern hüten. Tauchen sie auf, holen sie euch nicht selten von der Straße und ihr legt eine unfreiwillige Pause ein.

Am besten lässt sich der neueste Ableger der Midnight Club-Erfolgsreihe als der liebe Zwilling zu Grand Theft Auto 4 beschreiben. Die Entwickler von Rockstar Games San Diego haben sich viel Mühe gegeben, um die offene Welt so interessant wie möglich zu gestalten. Und das beginnt bereits mit der Optik. Vom im Sonnenschein schwarz glänzenden, teerhaltigen Asphalt bis hin zur im seichten Wind wiegenden Palme stimmt auf den ersten Blick schlichtweg alles. Augenblicke später entdecken wir auf den hügeligen Pisten und breit ausgebauten Straßen der Metropole Los Angeles, was die Entwickler noch alles auffahren: eine breite Palette an den unterschiedlichsten Gegenden, Straßen und natürlich Abenteuern. Übrigens könnt ihr selbst in Santa Monica oder dem berühmten Beverly Hills eure Runden drehen und die Tunerszene kennenlernen. Unglaublich realistisch ist dabei nicht nur das Straßennetz an sich. Selbst Risse auf der Fahrbahn und Ausbesserungen haben die Entwickler fast haargenau eingearbeitet. Und wer schon mal in L.A. mit einem Auto unterwegs war, erkennt auch einige der Bodenwellen wieder.

Ob auf vier oder zwei Rädern, die Vehikel haben eine perfekte Straßenlage. Mit wenigen Handgriffen könnt ihr auch noch die Steuerung nach euren Wünschen anpassen.

So perfekt wie die deutschen Straßen ist das Verkehrsnetz in den Staaten nicht in Schuss. Große Schlaglöcher und bröckeliger Untergrund sind eher der Usus als Ausnahme. Umso besser, dass wir mit unserem nagelneuen Lamborghini nicht tatsächlich in einem Rennen starten. Zu schade wäre es um die Stoßdämpfer und die lackierte -stange. Bevor der Traum vieler PS-Helden auch unter eurem virtuellen Hintern zu finden ist, vergehen einige Spielstunden. Denn der Anfang ist nicht auf einem butterweichen Fahrwerk bereitet. In einem in die Tage gekommenen VW Golf GTI, einem Scirocco der späten 80er oder einer der vergleichbaren alten Kisten lernt ihr die ersten Runden in L.A. zu drehen. Sind erste Kontakte in die Tuning-Szene geknüpft, könnt ihr euch daran machen, Geld für die neueste Karre zu verdienen. In der Stadt erhaltet ihr entweder durch eine Meldung oder nach der spontanen Suche mit Hilfe einer Navigationskarte Infos zu den unterschiedlichsten Events. Aufgeteilt sind die Rennen in drei Schwierigkeitsstufen, die sich an den Ampelfarben orientieren. Grün steht für die leichtesten Strecken, Gelb für mittlere Rennen und bei Rot müsst ihr neben eurem Können schon eine Portion Glück mitbringen, um zu siegen.

Die Steuerung erinnert in der Standard-Einstellung eher an eine Eisenbahnsimulation. Viel zu stark klebt die Rennkiste am Boden fest. Mit ein paar Handgriffen lässt sich die Sensitivität aber in 20 Stufen anpassen und fortan sehr viel spannender durch die Stadt pesen. Schnell ist die Bedienung verstanden und die Arcade-Raserei ein wahrer Genuss. Mit Bedacht schlängeln wir uns zwischen Blechkisten vorbei, schieben mit einem leichten Schubser ein Taxi zur Seite und setzen unseren Weg nahezu unbeirrt fort. Die Steuerung verzeiht eigentlich alles, solange ihr nur nicht in den Gegenverkehr kommt. Dann nämlich haut es euch aus der Spur, und eure Karosse kann auf den Schrottplatz. Obwohl das Handling dermaßen einfach ist, kommt in den ca. 20 Stunden Spielzeit, die ihr zum Freischalten aller Punkte benötigt, keine Langeweile auf. Zu sehr reizt es, mit dem Gaspedal am Anschlag durch Kurven zu driften, das Gummi quietschen zu lassen und zu hoffen, einen entscheidenden Schritt vor der Konkurrenz zu sein. Solltet ihr aber wirklich nichts mehr von den einfachen Rennen wissen wollen, hat Rockstar Games noch ein As im Ärmel: Von Crash-Rennen und Bonus-Missionen samt Zeitfahrten warten bis hin zur Auslieferung von Neuwagen abwechslungsreiche Zwischenmissionen auf ihre Erfüllung. Eingebettet in eine spannende Geschichte macht die offene Welt von Los Angeles nicht nur tierischen Spaß, sondern aus eurem Charakter den Tuner-König.

Vom edlen Superschlitten bis zur alten Gurke präsentiert euch Rockstar Games über 40 Fahrzeuge. Mit dabei sind auch viele deutsche Fabrikate vom Golf bis zum Audi R8.

Rasante Zeiten erlebt ihr im Spiel nicht aber nur auf Vierrädern. Mit den unterschiedlichsten Motorrädern könnt ihr noch ein Stück rasanter durch noch so kleine Lücken im Verkehr huschen. Aber aufgepasst: Rammt ihr Unbeteiligte oder fallt sonst irgendwie auf, sitzt euch die Polizei im Nacken. Und die kennen überhaupt kein Pardon mit Rasern. Mit einer Schrotflinte im Einsatz holen sie euch vom Bike oder aus der Karre und verknacken euch. Schade nur, dass die Ordnungshüter die meiste Zeit lediglich Donuts mampfen. Viel zu selten rücken sie wirklich aus, um euch das Leben schwer zu machen. Auf der einen Seite gut, denn so stört euch keiner beim skrupellosen Rasen durch die Ortschaft, doch ganz ohne Schiedsrichter macht es dann doch keinen Spaß.

Solltet ihr mal nicht mehr mit eurem fahrbaren Untersatz zufrieden sein, könnt ihr "pimpen", dass selbst X-Zibit vor Neid erblasst. Von den größten und chromhaltigsten Felgen bis hin zur simplen Tieferlegung, einem neuen Sportfahrwerk oder einer aufwändigen Lackierung könnt ihr fast alles verändern. Solange euer Geld reicht, sind scheinbar keine Grenzen gesetzt. Gänzlich überschreiten könnt ihr die letzten Barrieren dann im Mehrspielermodus. Dort warten schnelle Partien mit bis zu 16 Teilnehmern. Neben den klassischen Rennen könnt ihr auch unterschiedlichste Modi wie ein Capture-the-Flag-Rennen ausprobieren. Dabei müsst ihr mit eurem Rennhobel einen Punkt erreichen und dann möglichst fix zu einem Checkpoint rasen, um euch Punkte zu sichern. In einer Unterversion wartet sogar eine versteckte Bombe unter den heiß begehrten Flaggen. Habt ihr sie euch unbewusst gekrallt, müsst ihr sie schnellstmöglich an einen Gegner loswerden, indem ihr ihn touchiert. Als wäre das noch nicht genug für fetzige Stunden, könnt ihr die schnellen Runden mit Freunden noch mit unterschiedlichen Power-Ups aufmotzen. Dann könnt ihr schon mal die Piste für euren Verfolger vereisen, dass er in die Bande kracht. Rockstar Games serviert damit nicht nur ein klassisch gutes Rennspiel, sondern vor allem im Mehrspielermodus das Potential für viele weitere unterhaltsame Stunden. Und dabei müsst ihr nicht mal nachtanken, denn in Midnight Club Los Angeles geht das Benzin scheinbar niemals aus.

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