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Plattformen:
Wii
Release:
Wii: 3. Quartal 2007
Status:
Released
Publisher:
Nintendo
Entwickler:
Retro Studios
Genre:
Shooter
USK:
Alle Altersstufen
Offizielle Seite:
keine Angabe
Fanseite:
keine Angabe
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Sebastian Thor | 31.10.2007, 23:01 Uhr

Metroid Prime 3: Corruption - Test
Mit altem Zauber zu neuen Höhenflügen

1 3 Wertung

Zwei Gamecube-Abenteuer liegen hinter ihr. Jetzt tritt Samus Aran zum Finale der Metroid Prime-Trilogie auf Nintendo Wii an. Hinterlässt sie ein Feuerwerk oder winkt sie nur müde zum Abschied? Die Antwort gibt's im Test.
Machen wir es kurz und schmerzlos: Metroid Prime 3 ist das derzeit beste SciFi-Abenteuer, das ihr für Geld kaufen könnt. Das war's, den Rest schenken wir uns, Test vorbei. Wie? Ihr seid noch immer da? Na gut, Nörgler mögen sich die Frage stellen, warum es gerade Samus mit ihrem dritten Prime-Auftritt verdient hat, die Awards für Gameplay und Atmosphäre einzutüten - hat doch schließlich kein HD, läuft nur auf der schwachen Wii und echte Neuerungen gibt es auch nicht! Zum einen entführen uns die Retro Studios seit Metroid Prime 1 mit jedem Teil in künstlerisch anmutige und liebevoll designte 3D-Welten samt eigener Flora und Fauna, die in Sachen Gameplay Grenzen sprengen. Daran ändert auch der Abschluss der Trilogie nichts.

Jedes erbeutete Upgrade wird in einer kleinen Videosequenz vorgestellt - inklusive des typischen Sounds.

Zum anderen ist ihnen das Kunststück gelungen, an dem so viele Entwickler seit dem Launch der Wii zu knabbern haben: Eine Steuerung, die nicht nur die technischen Eigenheiten von Nintendos jüngster Konsole ausnutzt, sondern sich auch sehr präzise anfühlt und sogar PC-Shooter-Verfechter neidisch über den Tellerrand schielen lässt. Red Steel, Medal of Honor, Far Cry - erste Gehversuche, aber nichts im Vergleich zu dieser punktgenauen Steuerung, die ihr schon nach wenigen Minuten beherrschen werdet.

Da braucht es keine bahnbrechenden Neuerungen, keine Grafikexplosionen oder dröhnende Paukenschläge - dieses ruhige Meisterwerk mag, durch die verklärte Technikbrille betrachtet, antiquiert wirken. Aber es glänzt mit einer Eigenschaft, die heute sehr selten ist: Liebe zum Detail. Wo Halo 3 mit einer prächtigen HD-Fassade vor allem oberflächlich beeindruckte, lockt diese interplanetare Reise mit so viel Blickwinkel abseits der Technik, so vielen Kleinigkeiten neben der starren Kulisse. Obwohl die Wii grafisch nie Höchstleistungen vollbringen kann, punktet Metroid Prime 3 in Sachen Architektur, Leveldesign und Stil nicht nur auf höchstem Niveau. Es präsentiert sogar eine der beeindruckendsten Welten, die es jemals auf einer Konsole zu sehen gab.

Die Wolkenstadt Elysia gehört zu den atmosphärischen Höhepunkten des Spiels; sie entführt in ein dampfendes Labyrinth aus Maschinen und Gondeln.

Euch erwarten zerklüftete Bergketten, aus denen bizarre Stacheln ragen oder monumentale, vom Licht geflutete Tempelanlagen. Woanders schälen sich pilzartige Gewächse neben steinernen Säulen aus dem Boden, während sich im Hintergrund ein flirrender Lavastrom zwischen lebenden Lianen ergießt. In alten Höhlen begrüßen euch organische Öffnungen und pulsierende Lichtschimmer. Freut euch auf leuchtende Partikel, die wie Glühwürmchen durchs Bild schweben und meterhohe Bossgegner, die euch mit einer farbenfrohen Lichtshow empfangen. Später reist ihr in eine mechanische Stadt über den Wolken, wo Blitze aus dem rötlichen Himmel schnellen, Roboter bei Beschuss wabernde Symbole spucken, grelle Hologramme in der Dunkelheit leuchten oder dampfende Röhrensysteme in archaische Labyrinthe führen. Nebenbei tanzt hier der schönste Ohrwurm seit Phendrana Drifts aus Teil 1 in euren Gehörgängen. Moderne Technik trifft auf imposante Architektur, Vergangenheit auf Zukunft, wenn ihr an kilometerlangen Schienen eine Achterbahnfahrt ins Ungewisse startet, wenn riesige Zahnräder an den Wänden knirschen oder verzierte Steinbrücken stöhnend einkrachen.

Aber bis dahin habt ihr einen langen Weg vor euch. Den Anfang macht ihr auf einem Schiff der Galaktischen Föderation, wo ihr zwischen blitzenden Schaltern und kryptischen Zeichen die Grundzüge des Spiels erlernt. Obwohl allein schon der außerweltliche Klangteppich die Last erahnen lässt, die auf dem Schiff liegt, bricht Nintendo mit einer alten Tradition. Im Gegensatz zu den Vorgängern trefft ihr diesmal auf menschliche Charaktere, mit denen ihr sprechen könnt. Zum ersten Mal in dieser Serie dürft ihr euch über eine Sprachausgabe freuen, die in den wichtigen Storysequenzen zu hören ist. Auch wenn der stille Zauber der Vorgänger damit ein wenig eingedämmt wird, tut dem Spiel dieser erzählerische Umschwung gut. So gemächlich die ersten Momente inszeniert sein mögen, so schnell rast der Puls knapp zehn Minuten später. Kaum habt ihr erfahren, dass ein Supercomputer der Föderation mit einem Virus infiziert wurde, durchbrechen Schreie und laute Sirenen diese zwielichtige Stille. Die Regie zieht an, schickt euch in den Kampf gegen angreifende Weltraumpiraten und lässt euch schließlich in eine bedeutungsvolle Begegnung mit "Dark Samus" stolpern, die in einer Videosequenz über den Fernseher flimmert.

1 3 Wertung




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