Metroid Prime 3: Corruption - Test
Mit altem Zauber zu neuen Höhenflügen
Jedes erbeutete Upgrade wird in einer kleinen Videosequenz vorgestellt - inklusive des typischen Sounds.
Da braucht es keine bahnbrechenden Neuerungen, keine Grafikexplosionen oder dröhnende Paukenschläge - dieses ruhige Meisterwerk mag, durch die verklärte Technikbrille betrachtet, antiquiert wirken. Aber es glänzt mit einer Eigenschaft, die heute sehr selten ist: Liebe zum Detail. Wo Halo 3 mit einer prächtigen HD-Fassade vor allem oberflächlich beeindruckte, lockt diese interplanetare Reise mit so viel Blickwinkel abseits der Technik, so vielen Kleinigkeiten neben der starren Kulisse. Obwohl die Wii grafisch nie Höchstleistungen vollbringen kann, punktet Metroid Prime 3 in Sachen Architektur, Leveldesign und Stil nicht nur auf höchstem Niveau. Es präsentiert sogar eine der beeindruckendsten Welten, die es jemals auf einer Konsole zu sehen gab.
Die Wolkenstadt Elysia gehört zu den atmosphärischen Höhepunkten des Spiels; sie entführt in ein dampfendes Labyrinth aus Maschinen und Gondeln.
Aber bis dahin habt ihr einen langen Weg vor euch. Den Anfang macht ihr auf einem Schiff der Galaktischen Föderation, wo ihr zwischen blitzenden Schaltern und kryptischen Zeichen die Grundzüge des Spiels erlernt. Obwohl allein schon der außerweltliche Klangteppich die Last erahnen lässt, die auf dem Schiff liegt, bricht Nintendo mit einer alten Tradition. Im Gegensatz zu den Vorgängern trefft ihr diesmal auf menschliche Charaktere, mit denen ihr sprechen könnt. Zum ersten Mal in dieser Serie dürft ihr euch über eine Sprachausgabe freuen, die in den wichtigen Storysequenzen zu hören ist. Auch wenn der stille Zauber der Vorgänger damit ein wenig eingedämmt wird, tut dem Spiel dieser erzählerische Umschwung gut. So gemächlich die ersten Momente inszeniert sein mögen, so schnell rast der Puls knapp zehn Minuten später. Kaum habt ihr erfahren, dass ein Supercomputer der Föderation mit einem Virus infiziert wurde, durchbrechen Schreie und laute Sirenen diese zwielichtige Stille. Die Regie zieht an, schickt euch in den Kampf gegen angreifende Weltraumpiraten und lässt euch schließlich in eine bedeutungsvolle Begegnung mit "Dark Samus" stolpern, die in einer Videosequenz über den Fernseher flimmert.
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