Der Publisher Namco Bandai veröffentlicht jetzt einen Nachfolger des Rollenspiels Magna Carta für die Xbox 360. Ob sich das Abenteuer lohnt, erfahrt ihr in unserem Testbericht.
Zugegeben, es ist schon nicht schlecht, wenn sich die Entwickler eines Spiels die Mühe machen, um vor allem bei der Story möglichst neue, im Idealfall sogar innovative Ideen einzubringen. Das bringt in den meisten Fällen frischen Wind mit sich, kann aber natürlich auch in die Hose gehen. Lange Rede, wenig Sinn: Wer auf eine möglichst unverbrauchte Story steht, wird mit Magna Carta 2 definitiv nicht glücklich. Das Team von Softmax lässt so ziemlich keines der üblichen Rollenspielklischees der vergangenen zwei Jahrzehnte unangetastet und treibt es dabei zuweilen sogar noch auf die Spitze. Vom unerfahrenen Jungspund, der nach und nach seine verborgenen Kräfte entdeckt über den fiesen Schurken samt Weltherrschaftsambitionen bis hin zum allseits bekannten Rachefeldzug des Helden ist eigentlich alles dabei, was in diesem Genre bereits unzählige Male neu aufgewärmt wurde. In dieser Hinsicht gewinnt Magna Carta 2 keinen Blumentopf, doch ganz so negativ fällt dieser Kritikpunkt dann doch nicht in die Waagschale. Die Story ist trotz allem ganz nett, die Charaktere liebevoll – wenn auch etwas überzeichnet – dargestellt und der Spannungsbogen reicht aus, um euch bis zum Finale bei der Stange zu halten.
Die Figuren könnten aus jedem x-beliebigen Japano-Rollenspiel stammen, sehen aber dennoch sehr gut aus.
Die großen Stärken von Magna Carta 2 entpuppen sich sowieso in anderen Bereichen und machen so manchen Kritikpunkt wieder vergessen. Das fängt bereits bei der Art der Motivation an, mit der euch die Entwickler an den Bildschirm fesseln. Anstatt euch mithilfe öden Dauergrindens gegen wenig fordernde Monster zu langweilen – ok, das könnt ihr natürlich auch machen -, stehen euch auch Alternativen beim Leveln zur Auswahl. So könnt ihr z.B. bei den Dorfbewohnern und anderen NPCs immer wieder kleinere Quests abholen. Diese sind zwar nicht sonderlich tiefgründig und erfordern wenig mehr als das Töten bestimmter Monster oder die Beschaffung konkreter Gegenstände. Dennoch ist es eine nette Abwechslung zum monotonen Monsterschlachten. Der angenehme Nebeneffekt: Als Belohnung winken massig Goldstücke, nützliche Ausrüstung oder Tränke sowie Erfahrungspunkte. Das gestaltet die ganze Levelprozedur deutlich angenehmer als bei so manchem Konkurrenztitel.
Doch selbst wenn diese Abwechslung nicht gegeben wäre, stürzt man sich gerne in die Kämpfe. Das hat gleich mehrere Gründe: Zum einen könnt ihr quasi stets den Zeitpunkt des Kampfes selbst bestimmen. Keine nervigen Zufallskonfrontationen, sondern ein Knopfdruck startet das Scharmützel. Zudem wird der Spielfluss nicht durch nerviges Nachladen gestört, alles läuft fast schon wie in einem Actionspiel ab. Das gilt übrigens auch für die Kämpfe als solche, die ihr mit eurer bis zu drei Charakteren umfassenden Gruppe bestreitet.