Der Name Animation Arts hat in Adventure-Kreisen verdientermaßen einen guten Klang. So blickt der Entwickler auf Geheimakte: Tunguska und Geheimakte 2: Puritas Cordis zurück, die 2006 und 2008 jeweils die Verkaufscharts stürmten. Das Gesetz der Serie legt 2010 als nächsten Termin für einen Hit nahe und so fiebern wir erwartungsvoll dem kommenden Projekt der Erfolgsschmiede entgegen: Lost Horizon.
Knapp sieben Monate ist es her, dass ich zum ersten Mal in die Welt von Fenton Paddock eintauchen durfte – ein Kapitel lang. Der gewitzte Lederjackenträger und ehemalige Offizier im Dienste des britischen Empires hat mich schon damals beeindruckt, aber lange nichts mehr von sich hören lassen. Nun bricht Publisher Koch Media jedoch sein Schweigen und hält sogar einen Release-Termin parat. Ab August dürft ihr euch in das feinmaschige Abenteuer stürzen, das euch in guter Genre-Tradition an die unterschiedlichsten Locations führen wird. Von Honkong über Tibet nach Marokko und Berlin verfolgt ihr zahlreiche Hinweise auf der Suche nach dem legendären Shambala. Der Zugang des paradiesischen Königreiches soll dem Mythos nach im Himalaya-Gebirge liegen und die spirituelle Entwicklung seiner Bewohner beflügeln. Aber auch für den Fall, dass ihr nicht an die Lehren des tibetischen Buddhismus glaubt, solltet ihr bei euren Nachforschungen Eile walten lassen, denn der historische Kontext des Spiels verfrachtet euch in die 30iger Jahre des 20. Jahrhunderts.
Die Reise nach Tibet gestaltet sich so aufregend wie die Flucht aus Hongkong. In dieser Szene bekämpft ihr ein deutsches Jagdflugzeug mit einem gefüllten Kürbis.
Die Vorkriegszeit ist geprägt von wachsenden Spannungen zwischen den Mächten, während in Nazi-Zirkeln die Allmachtsfantasien kursieren wie ein Grippevirus. Auch Gräfin von Hagenhild hat sich angesteckt und repräsentiert mit ihrem blonden Haar, dem eiskalten Auftreten in akkurater Uniform und dem kleinen Schönheitsfleck unter dem rechten Auge den Archetyp des arischen Übermenschen. Sympathisch ist anders, aber als Repräsentant des Dritten Reiches hat man andere Probleme als die eigenen Beliebtheitswerte. So hat es auch die Schergen des Unrechtregimes in die tibetanischen Gebirgszüge verschlagen, um das sagenumwobene Fleckchen Erde zu finden. Statt nach Erleuchtung streben die Deutschen jedoch nach einer Waffe, um die Welt zu unterjochen. Typisch.
Die statischen Hintergründe werden durch viele Effekte zum Leben erweckt.
Der charmante Held Fenton, seine attraktive Begleitung Kim und die klare Grenze zwischen Gut und Böse erinnern nicht umsonst an Filmklassiker wie Quartermain oder König Salomons Diamanten. Das Feeling dieser Abenteuergeschichten gepaart mit der Hommage an Spiele wie „Flight of the Amazon Queen“ und „Indiana Jones and the Fate of Atlantis“ bilden gewollt die Grundlage für das Setting des Spiels. Das hätte Animation Arts-Geschäftsführer Marco Zeugner nicht einmal in einem Interview bestätigen müssen, denn Aufmachung und spielerische Andeutungen sprechen eine deutliche Sprache.
Psycracker
25.06.2010, 19:21 Uhr