LEGO Rock Band - Test
Klotzen statt kleckern
Mit Sicherheit ist Marktpräsenz nicht der einzige Grund, der Harmonix dazu bewegte, eine Kooperation mit Warner Interactive und deren Studio Travelers Tales einzugehen. Aber es ist der offensichtlichste, denn außerhalb der USA ergibt die Verschmelzung der Marken LEGO und Rock Band nicht mehr Sinn, als ein grafisch witziges Spin-off mit niedlichen Plastikrockern. In Deutschland zum Beispiel erhalten die meisten Musikspiele eine Freigabe für alle Altersstufen, da „kreative Ausfälle“ wie das böse F-Wort sowieso schon zensiert werden. Innerhalb der Vereinigten Staaten und vielen anderen englischsprachigen Nationen garantiert der niedliche Aufguss allerdings absolut jugendfreie Texte. Während die Textzeile „Nature is a whore“ aus Nirvanas „In Bloom“ für eine französische Familie noch als sprachlich gewagtes, aber sowieso nur abstrakt verstandenes Gleichnis gilt, bringt das amerikanische Muttis schon mal auf die Barrikaden. Wenn nicht sogar vor einen Richter. Daher sind Rock Band und Co in den USA erst ab zwölf Jahren freigegeben. LEGO Rock Band hingegen ab sechs.
Damit das Paket auch rund ist und Warners Auskopplung ebensoviel Aufmerksamkeit erfährt, wie die Hauptableger, erfüllt das Spin-Off gleich noch ein paar weitere Zwecke. Zum Einen ist es ein weiteres Trackpack, denn alle Songs des Lego-Ablegers lassen sich auf Xbox 360 und PS3 auf die Festplatte überspielen, um die Rock Band 2 -Songliste zu erweitern, wenn auch nicht ohne Hürden. Diesmal funktioniert der Export nur ein Mal pro Disc durch die Eingabe eines beigelegten Codes auf einer Webseite. Mit diesem wird nur ein einziges Mal ein Downlaod-Code für den jeweiligen Konsolen-Service ausgespuckt. Damit soll verhindert werden, dass die Disc lediglich aus der Videothek ausgeliehen und exportiert wird. Zumal der Spaß ganze zehn Euro kostet, was für 45 bereits bezahlte Titel wirklich die Obergrenze der Toleranzschwelle darstellt. Leider schauen Wii-Spieler in die Röhre und dürfen gar nicht exportieren.
Bis auf einige kleine Anpassungen gleicht das Gameplay von LEGO Rock Band dem des Mutterspiels. Noch immer dürfen vier Pseudo-Musiker auf Gitarre, Bass, Drums und Mikro abrocken.
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