L.A. Noire - Test
Alle Wege führen zur Lösung - L.A. Noire im Test * Jetzt auch auf PC
Glamour und Glitter in seiner Geburtsstunde: Hollywood in den Vierzigern. Die boomende Filmbranche, ein gewonnener Krieg als Rückenwind, eine Stadt, der buchstäblich die Sonne aus dem Hintern scheint. Aber selbst stark blendend bleibt der verlängerte Rücken ein schmutziger Ort – egal wie oft man ihn bereinigt. Wo Reichtum und Ruhm sich treffen, kreuzen Drogen und Versuchung deren Wege.
Eine Metropole mit Vorbildcharakter für ein ganzes Land, nein vielleicht sogar für viele Teile der Welt, nimmt Züge an, die so weit auseinander reichen, so einladend wirken und doch so gefährlich wie die Steppe bei Dämmerung sind. Jeder Gang auf die Straße eine scheinbar potenzielle Todesfalle und Sprungbrett ins ganz große Geschäft zugleich. Die Glitzerszene voll von Berühmtheit auf der einen Seite und Schattenwürfen in Koksline-Mustern auf der anderen. Eine Schere müsste erst auseinandergebrochen werden, um als Metapher für die Ungleichheit in diesen prächtigen Nachbauten der Straßen, Schauplätzen, Drehsets oder Vordersitzen noch herhalten zu können. Der Traum vom Tellerwäscher zum Millionär zu springen, blitzt in jedem, der so schönen Lichtreflexe durch und verdickt die authentische Atmosphäre dieser Stadt.
Aber es ist nicht nur die Zeit des explodierenden Wachstums, sondern auch die Zeit, seine Kriegsveteranen zu feiern, andererseits jedoch auch wieder in die Gesellschaft einzugliedern. Ein großer Schritt, den viele der traumatisierten Frontkämpfer nicht mit gesundem Geist überstehen und den Brandherd L.A. nur noch weiter erhitzen. Aber es gibt durchaus andere Exemplare. Am Boden gebliebene Männer, die trotz verschiedenster Ehrungen den Zahn der Zeit zu erkennen scheinen und das Leben nach dem Krieg ohne Ballaballa-Klatsche auf die Reihe bekommen.
Cole Phelps ist einer davon. Ein Medaillenträger für Mut und Vaterlandsliebe. Ein zurückgekehrter Ehrenmann. Ein versilberter Soldat, dem eigentlich nur ein Job zusteht: Streifenpolizist. Komisch, was? So sprang man eben mit all jenen um, die gerade noch gegen Nazis und Japaner Hals und Kopf riskiert haben. Man steckte die Funktionierenden in den Alltag und die Kaputten in die Arbeitslosigkeit. Veteranen sind eben auch nur auf dem Papier Helden.
Aber nicht Cole. Er dient offenbar gerne, kennt einen Verhaltenskodex, schöpft aus seinem Spielraum aber alle Möglichkeiten aus. Durch einen Zufall taucht er noch vor der Mordkommission an einem Tatort auf und übernimmt den Fall, als wäre er ein alter Hase. Voller Selbstverständlichkeit und –bewusstsein tatscht er alles am Tatort an, dreht an der Leiche herum, stöbert im Müll nach der Tatwaffe und befragt Zeugen nach ihrer Sicht des Tatherganges. Nach heutiger Auslegung ein Unding, was diese Tatortverschmutzung angeht, aber früher tickten die Uhren eben noch anders. Ich weiß zwar nicht, warum Fingerabdrücke nicht überprüft werden, wenn doch jeder welche auf dem Ausweis herumspaziert, aber dieses Rätsel bleibt mir wohl ohne weitere Recherche unerklärt.
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Dritoku
21.05.2011, 21:50 Uhr
Mh ka was du meinst.
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21.05.2011, 17:32 Uhr