Kurioses
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In der allgemeinen Euphorie um einen sehenswerten Treffern des Fußballers Zlatan Ibrahimovic verwechselte ein FAZ-Redakeur eine PES-Partie mit einem echten Fußballspiel.
In der vergangenen Woche sorgte der Schwedische Fußballnationalspieler Zlatan Ibrahimovic für reichlich Gesprächsstoff und war wohl kurze Zeit lang so präsent in den Medien wie kurz zuvor noch Barack Obama und Mitt Romney: In unnachahmlicher Manier verwertete er beim Länderspiel gegen England die unglückliche Kopfballvorlage des gegnerischen Torhüters per Fallrückzieher spektakulär aus 25 Metern Entfernung ins Tor. Die Medien überschlugen sich mit Lob, teilweise wurde gar vom Tor des Jahrtausends gesprochen und in den sozialen Netzwerken wurde das entsprechende Video Tausendfach verlinkt.
Nur einer wollte nicht so recht in den allgemeinen Jubelreigen mit einsteigen: Sportredakteur Uwe Marx von der Frankfurter Allgemeine Zeitung. Offenbar fieberhaft durchforstete er das Internet nach Hinweisen auf ein Tor, das die Erhebung von Ibrahimovic in den Fußballolymp noch schmälern könnte. Und er wurde tatsächlich fündig:
Rade Prica heißt der gute Mann, der in diesem Video beim Spiel seiner Mannschaft Rosenborg BK gegen den FC Basel ein noch viel spektakuläreres Tor erzielte, als es Ibrahimovic nun tat. Und so schlussfolgerte der FAZ-Redakteur kurzerhand:
[...] dass es mal einen Spieler gab, der nicht nur aus fünfundzwanzig, sondern gleich aus vierzig Metern per Fallrückzieher traf. Es war auch ein Schwede, Rade Prica, der mal bei Hansa Rostock gespielt hat. Er hatte im Spiel für Rosenborg BK gegen den FC Basel tatsächlich mal die Unverfrorenheit, es aus noch größerer Entfernung als Ibrahimovic zu versuchen – und zu treffen."
Einzig und alleine: Das Video ist nicht etwa die Aufzeichnung eines realen Fußballspiels, sondern vielmehr eine Gameplay-Szene aus der Fußball-Simulation Pro Evolution Soccer 2011, wie der eine oder andere vielleicht bemerkt haben mag. Auffallen sollen hätte das aber auch einem Laien spätestens bei den Nahaufnahmen der Zeitlupe.
Bei der Frankfurter Allgemeinen Zeitung hat man den Fauxpas mittlerweile immerhin bemerkt. In einem Statement unter dem entsprechenden Artikel heißt es nun:
"Der Text wurde nachträglich korrigiert. In einer ersten Fassung wollten wir die Leistung Ibrahimovics schmälern mit dem Verweis auf ein Fallrückziehertor von Rade Prica. Der Schwede soll nach unserer Darstellung einmal aus 40 Metern mit dieser Art des Kunstschusses in einem Spiel von Rosenborg Trondheim gegen den FC Basel getroffen haben. Offenkundig sind wir dabei einer Täuschung erlegen. Prica traf so elegant lediglich in einem auf Youtube verbreiteten Video, das eine Szene aus einem Spielkonsole-Duell wiedergab. Wir bitten deshalb um die Nominierung dieses Treffers für das Tor des Jahrhunderts im Bereich Spielekonsole und bitten zugleich um Nachsicht für den Fehler."
Und weil's so schön war, nachfolgend noch das vermeintliche Jahrhundert-Tor von Zlatan Ibrahimovic - garantiert aus einem echten Fußballmatch:
Quelle: bildblog.de
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