Kurioses
Kriegsverbrechen in Videospielen: Rotes Kreuz fordert Einhaltung der Genfer Konventionen
Das 'International Committee of the Red Cross' (ICRC) debattiert nämlich zur Zeit ernsthaft über die Frage, ob die Genfer und Haager Konventionen nicht auch in Videospielen Anwendung finden müssten, die sich mit der Thematik des Krieges auseinandersetzen. Die Begründung der Organisation für die aus Gamer-Sicht vermutlich etwas abstruse Diskussion: Weltweit gebe es geschätzt rund 600 Millionen Videospieler, die möglicherweise allesamt in der virtuellen Welt das humanitäre Völkerrecht verletzen würden.
"Während unsere Bewegung energisch dafür kämpft, das humanitäre Völkerrecht weltweit bekannt zu machen, gibt es eine Gruppe von weltweit geschätzten 600 Millionen Spielern, die das IHL [International Humanitarian Law - Humanitäres Völkerrecht] möglicherweise virtuell verletzen. Und genau die Frage danach, inwiefern Videospiele Individuen beeinflussen können, ist ein heiß diskutiertes Thema, in dessen Zuge nun zum ersten Mal durch Partner unserer Bewegung die Frage danach angestoßen wurde, wie unsere Rolle und Verantwortung bezüglich eines Handelns gegen Verstöße gegen das IHL in Videospielen aussieht", so der Beschreibungstext einer Diskussionsveranstaltung des Roten Kreuzes zur Thematik der Völkerrechtsverstöße in Videospielen.Sollte sich am Ende der aktuell noch geführten Debatte der Verantwortlichen herauskristallisieren, dass man die Genfer und Haager Konventionen auch auf virtuell in Videospielen geführte kriegerische Konflikte anwenden müsse, wolle man sich darum bemühen, die Entwickler und Produzenten von Videospielen dazu zu animieren, das humanitäre Völkerrecht in den Design-Prozess neuer Projekte mit einfließen zu lassen, so ein Statement der Organisation. Eine weitere Möglichkeit wäre es zudem, Regierungen dazu zu bewegen, Gesetze und Regulierungen zu etablieren, um die stetig wachsende Gaming-Industrie in eine entsprechende Richtung zu lenken.
Dieser Vorstoß des Roten Kreuzes ist übrigens nicht der erste dieser Art: Bereits 2007 stießen die Schweizer Initiativen 'Track Impunity Always' (TRIAL) und 'Pro Juventute' in einer Studie die Frage danach an, ob die Genfer Konventionen nicht auch auf virtuelle Kriege in Videospielen anzuwenden seien.
Ebenfalls Interessant in diesem Zusammenhang: Götz Neuneck, stellvertretender wissenschaftlicher Direktor am Hamburger Institut für Friedensforschung und Sicherheitspolitik, forderte jüngst in einem Interview mit der Computer-Fachzeitschrift c't die Anwendung der Genfer Konventionen und des Humanitären Völkerrechts im Allgemeinen auch auf Cyber-Kriege.
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Warlord68
06.12.2011, 11:19 Uhr
Aber dadurch bringst du den Spieler ja in die Lage einen Gefangenen zu erschießen. Ich denke das ist der Grund dafür das es in den meisten Shootern keine Gefangenen oder verwundeten Gegner gibt. Man will den Spieler ja unterhalten, und nicht schocken oder in moralisch fragwürdige Situationen bringen.
PS
Natürlich ist jede kriegerische Auseinandersetzung moralisch fragwürdig, aber das ist ein anderes Thema.
Warlord68
06.12.2011, 11:10 Uhr
Genau, hier ist man mal wieder übers Ziel hinausgeschossen. Mir fällt auch grad kein Spiel ein wo man Gefangene foltern oder Zivilisten töten muss.
Wie sollen die Regeln denn da aussehen ? Ich darf den Gegner nicht bei Facebook mobben ?
nekodesu
06.12.2011, 02:23 Uhr
So ist das!
nizzie
05.12.2011, 00:20 Uhr
von einer vorschreibung halte ich nichts.. aber dennoch sollte sich die branche das mal zu herzen nehmen.
in jedem fps (und auch anderen genres) sterben die gegner. selbst in bf oder cod fliehen gegner nicht, oder geben auf, oder lassen ihre waffen fallen. hat sich sonst niemand hier mal darüber gewundert wie unrealistisch das ist? es endet IMMER mit dem tod des gegners, keine ausnahmen.
wie cool wäre das mal bitte wenn du einen raum infiltierst, innerhalb von 2 sekunden drei gegner ausschaltest und der rest sofort in panik davonrennt oder um gnade winselt?
fragwürdiges anliegen (wenngleich nicht völlig daneben), aber sicher einen blick wert - ich hoffe jedenfalls dass das dem einen oder anderen entwickler einen denkanstoß gegeben hat.
Gruskin
04.12.2011, 23:09 Uhr
SevenGhost
04.12.2011, 19:44 Uhr
Genau das sollte man allgemein allen Menschne begreiflich machen. Nur dieser eine Satz:
ES SIND NUR SPIELE!!!
XellDincht
04.12.2011, 18:27 Uhr
Amen!
Wenn sies schaffen dass es weltweit keine Kriegsverbrechen gibt dann können wir über Computerspiele reden. Bis dahin haben sie aber noch eine Menge zu tun
odin6979
04.12.2011, 14:46 Uhr
Gewaltdarstellung, Jugendschutz und Genver Konventionen sind allesamt andere Themen. Die Genfer Konventionen regeln doch nicht den grad an Detaildarstellung oder Jugendverträglichkeit.
Des weiteren halte ich es auch für vollkommenen blödsinn. Als nächstes meldet sich die Polizei, dass man die STVO in Autorennen- und Actionspielen einhalten solle. Oder man benötigt einen Waffenschein, um ein Ballerspiel nutzen zu dürfen, um geweissenhaften Umgang näher kennenzulernen.
Mal sehen wann sich dann andere Institutionen Melden, weil es keinen Beweis für die Existenz von Elfen, Orcs und Co. gibt und man den Menschen ja so ein falsches Weltbild vermittle.
Mal wieder total daneben soetwas überhaupt zur Diskussion zu bringen.
MoronicScientist
04.12.2011, 13:26 Uhr
Ich meine, die Entwickler können von mir aus zeigen was sie vollen und wenns geplatzte Kinderköpfe sind, aber es gibt einfach Menschen die so etwas nicht unbedingt sehen müssen, ganz besonders die ganzen dreizehn- bis vierzehnjährigen die denken es sei cool einfach mal auf Altersbeschränkungen usw. zu pfeifen...
Aber naja, letztendlich eine sinnlose Debatte, am Ende kümmerts doch zu wenige.
Spiderman12
04.12.2011, 12:25 Uhr