Herr der Ringe Online - Test
Das beste MMOG 2007?
an den PC zu treiben und ewig zu binden...
Kann "Der Herr der Ringe Online: Die Schatten von Angmar" diesem leicht abgewandelten Ringspruch tatsächlich gerecht werden? Oder ist der als größter MMOG-Hit des Jahres angepriesene Titel doch nichts weiter als ein WoW-Abklatsch in Mittelerde?
Etwas über ein Monat ist seit dem Release inzwischen vergangen. Wir waren von Anfang an dabei und legen euch nun dar, was HdRO dem Genre-König entgegenzusetzen hat und für wen sich ein Wechsel lohnen könnte.
Meine Lizenzzz!
Zum Hintergrund von HdRO muss sicherlich nicht viel erklärt werden, denn die Fantasywelt aus der Feder von Professor J.R.R. Tolkien ist spätestens seit der Verfilmung durch Peter Jackson rund um den Globus in aller Munde. Man kann daher nur spekulieren, wie viel Entwickler Turbine für das Recht, ein Spiel mit eben jenem Namen auf den Markt zu bringen, zahlen musste. Doch eines steht fest: Eine mächtigere Lizenz gibt es im Fantasy-Genre derzeit ganz gewiss nicht.
Wie aber inzwischen jeder wissen dürfte, macht eine gute Lizenz allein noch lange kein gutes Spiel. Entwickler Turbine ist jedoch kein unbeschriebenes Blatt und hat mit Asheron's Call 1 + 2, sowie Dungeons & Dragons Online bereits zuvor reichlich Erfahrung mit Online-Rollenspielen gesammelt. Zudem dürfte Tolkien-Fans aufatmen lassen, dass das Spiel nicht auf der Filmumsetzung sondern auf dem Original, den Büchern der Herr der Ringe Trilogie und dem Kleinen Hobbit, basiert. Um dieser großen Vorlage gerecht zu werden, haben die Entwickler sämtliche Design-Fragen immer unter dem Gesichtspunkt "Ist es Tolkien-like?" betrachtet. Aus diesem Grund stehen dem Spieler nur die 4 Rassen der freien Völker Mittelerdes als Charakter zur Auswahl. So hat man also die Qual der Wahl zwischen Zwergen, Hobbits, Menschen und Elben (und wehe dem, der sie im Spiel Elfen nennt!). In die Haut eines Orks oder anderer bösartiger Diener Saurons kann man dagegen nur im so genannten Monsterplay schlüpfen. Zu dieser besonderen Form des PvPs später mehr.
Der nächste Schritt der Charaktererschaffung besteht aus der Wahl zwischen sieben genre-typischen Klassen. Erfahrene MMOG-Spieler dürften schnell herausfinden, welche Klasse ihrem bevorzugten Spielstil am ehesten entspricht, auch wenn einige der Namen zunächst ungewohnt erscheinen mögen. Um der Buchvorlage gerecht zu werden, sind in HdRO nämlich weder Priester noch Magier spielbar. Die Aufgabe des Heilers übernimmt stattdessen der Barde, der mit inspirierenden Liedern die Moral seiner Gefährten aufrechterhält. Für ein paar äußerst ansehnliche Effekte sorgt dagegen der Kundige, der mit der Macht des Wissens und einem Tierbegleiter auf Orkjagd geht. Interessant nicht nur für Neulinge sind zudem die kurzen aber stimmigen Videos, die man sich zu jeder Rasse und Klasse ansehen kann. So fällt die Entscheidung leichter und die Vorfreude aufs Spielen wächst.
Beim Aussehen kann man vom Gesicht über den Körperbau bis hin zur Augenfarbe alles ganz seinen Vorlieben entsprechend anpassen. So ist es auch möglich einen nicht im geringsten muskulösen, dafür alt aussehenden Mann mit Hakennase und Vollbart zu erstellen. Niemand wird also gezwungen, als muskelbepackter, makelloser Einheitsabenteurer durch die Lande zu ziehen. Dass man dennoch irgendwann im Spielverlauf einmal auf einen Doppelgänger trifft, lässt sich bei Tausenden von Spielern auf einem Server nicht vermeiden, stört aber auch nicht großartig.
Eine epische Geschichte
Jetzt noch einen passenden Namen gewählt und das Abenteuer in Mittelerde kann beginnen. Im Gegensatz zu vielen anderen Rollenspielen beginnt das Abenteuer in HdRO tatsächlich sofort mit dem Spielbeginn, denn man befindet sich ohne Umschweife mitten im Geschehen. Bekannte Persönlichkeiten wie Gandalf, Thorin Eichenschild, Elrond oder einer der üblen Nazgûl lassen nicht lange auf sich warten und geben dem Spieler direkt das Gefühl, ein Teil der großen, alles überspannenden Geschichte zu sein. Und genau das ist eine der großen Stärken von Der Herr der Ringe Online.
Die epische Questreihe, die sich wie ein roter Faden durch den Spielverlauf zieht, ist spannend mit Hilfe eines Erzählers und kleinen Videosequenzen inszeniert und wird Kennern der Vorlage immer wieder Grund zur Freude geben, wenn man auf bekannte Orte und Figuren stößt. Voran getrieben wird dieser Hauptplot vor allem durch kleine und größere Instanzen, die man allein oder in Gruppen von bis zu sechs Spielern meistert. Sei es nun die Verfolgung eines langsam zum Ringgeist mutierenden Waldläufers, der gruselige Besuch eines Grabes in den Hügelgräberhöhen oder die Erstürmung der Wetterspitze, sämtliche Instanzen der epischen Storyline sind voll unterhaltsamer Dialoge, spannender Momente und ungeahnten Überraschungen. Hier wird tatsächlich eine große Geschichte erzählt und das reine Monstertöten und Itemsammeln wird beinahe gänzlich zur Nebensache. Der atmosphärische Einstieg macht Lust auf mehr und so ist die Vorfreude groß, wenn man das Startgebiet endlich verlassen und die große, weite Welt von Mittelerde erforschen darf. Noch beschränkt sich die Spielwelt zwar auf Eriador im Nordwesten Mittelerdes, das sich von den Ered Luin bis hin zum Nebelgebirge erstreckt, aber dennoch benötigt man sehr viel Zeit, um tatsächlich alles zu sehen. Zudem soll die Welt kontinuierlich ausgebaut werden, sodass man in Zukunft auch in Rohan, Gondor oder gar Mordor für die freien Völker in den Kampf ziehen kann. Durch die stetige Erweiterung der Welt soll Der Herr der Ringe Online den Spielern auch nach Jahren noch Neues bieten. Die erste kostenlose Erweiterung hat Entwickler Turbine bereits für Anfang Juni angekündigt. In "Die Ufer von Evendim" wird Eriador im Norden um die Landschaft rund um den Evendimsee erweitert, in der auch die einst prächtige Hauptstadt Arnors, Annúminas, liegt. Hier erwarten die Spieler 60 neue Quests, frische Monstertypen, sammelbare Rüstungssets, neue Musikinstrumente (unter anderem Trommeln) und die erste große Raid-Herausforderung: Die Schlacht um Helegrod. Eriador begeistert aber nicht nur Tolkien-Fans, die sich über all die bekannten Orte freuen können, sondern ist schlicht und ergreifend bezaubernd umgesetzt worden. Besonders Gegenden wie das Auenland oder Bruchtal sind wahre Augenöffner und setzen im MMOG-Genre neue Grafik-Standards. Nur allzu oft ertappt man sich dabei, wie man staunend stehen bleibt, um sich die fantastischen Wolkenformationen am Himmel, das wunderschön reflektierende Wasser oder das realistisch anmutende Gras anzusehen. Wer den Comic-Look von WoW satt hat, der wird die realitätstreue Welt von Der Herr der Ringe Online lieben.
Quests und Kombos
Aber natürlich ist Mittelerde nicht nur eine hübsche Welt, in der man gern Urlaub machen würde. Das Böse erstarkt und so treiben Wegelagerer, Orks und weit Schlimmeres in Eriador ihr Unwesen. Kein Wunder also, dass Abenteurer fast an jeder Ecke einen Job angeboten bekommen. Die Quests reichen dabei von MMOG-Standardkost à la "Sammle 10 Schweinekeulen" über längere Questreihen mit gelungenen Hintergrundgeschichten bis hin zu gänzlich gewaltfreien Aufgaben wie zum Beispiel das Austragen der Post im Auenland oder das Überbringen eines Kuchens, ohne dabei hungrigen Hobbits in die Arme zu laufen. Für reichlich Vielfalt ist also gesorgt und über zu wenige Aufgaben kann man sich bei HdRO nie beklagen. Das ist auch wichtig, denn Quests bringen weit mehr Erfahrung als simples Farmen und locken zudem mit guten Belohnungen in Form neuer Items. Jedes der neun sehr weitläufigen Gebiete hält daher sowohl reichlich Quests für Soloabenteurer als auch für Gruppen bereit.
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karaokefreak
04.02.2008, 17:16 Uhr
karaokefreak
04.02.2008, 15:11 Uhr
Ein kleiner Schnitzer ist drin: Housing wurde bereits implementiert. Kam glaub ich mit dem letzten Update. Das weiss ich aber auch nur, da mein Vater (!) als riesen HDR Fan schon seit einiger Zeit diesem MMOG erlegen ist, und sich als Zwerg bereits ne Unterkunft besorgt hat.
Amrac
28.10.2007, 22:04 Uhr
anubia
02.07.2007, 00:23 Uhr
Amrac dein Artikel ist gelungen und ich möchte dir dazu gratulieren - sachlich, kritisch und doch schön beleuchtet geschrieben *verbeug*
Habe EQ1 und EQ2, GW, WOW gespielt - Vanguard angetastet...die typischen Sony Problemchens ließen mich aber rasch die Lust an Vanguard verlieren.
HdRo ist herrlich entspannend und wunderschön angelegt mit Aussicht auf noch kommende Erweiterungen. Die Community (noch?) angenehm, deshalb freut es mich, dass einige hier "Schreibende Embryos z.B.lol" HdRo meiden --- darüber bin ich echt erleichtert und ich hoffe es bleibt auch so.
lg
anubia
Belisar
23.06.2007, 23:36 Uhr
aber außer der wirklich beeindruckenden Grafik kann ich für mich keine Pluspunkte entdecken, die mich zu einem Wechsel animieren könnten,
dafür bin ich einfach zu sehr Fan der bösen Seite, und deshalb finde ich wohl auch mehr Kritikpunkte als positives an HdRO - die Klassen finde ich persönlich teilweise einfach zu blaß - noch dazu so klar definiert, das ich auch zum guten Diablo2 zurückkehren könnte-, die Figuren akribisch den Büchern nachempfunden? ich denke nicht ! (siehe Legolas oder Gandalf), ein "daumen hoch" gilt dem individuell festgelegten Aussehen und demKleidungsfärben, und der größte Kritikpunkt sitzt wie angedeutet bei der Auswahl an Völkern
warum soll ich an einem lvl 50 Monster meinen Spaß haben, wenn ich meine Charaktere selber hochspielen will? ("ist es tolkien like?" ist ja auch ne wirklich schwache ausrede um sich die hälfte der arbeit zu sparen)
also solange Turbine nichts gegen diese "fiese" einschränkung unternimmt (beim merchandising sind die Bösen auch weit vorne !!!) hoffe ich, das die server höchstens halbvoll bleiben - kommt der wendepunkt, bin ich einem besuch nicht abgeneigt ^^
ihr
22.06.2007, 14:49 Uhr
Amorphus
22.06.2007, 11:31 Uhr
ja
22.06.2007, 10:10 Uhr
amorphus wollse noch nen bissel gold , ich hör auf mit vanguard lohnt sich nicht, hab aber noch 500g geduped, wenn du willst kannste haben, oder ich vrescheuers noch auf ebay
Amorphus
22.06.2007, 09:58 Uhr
Gruß Amorphus (Online RPG Opa-- 10 Jahre Online RPG)
;)
21.06.2007, 15:42 Uhr