Herr der Ringe Online: Die Minen von Moria - Preview
Von Leipzig nach Khazad-dûm, nach Moria!
Die Essen leer, die Aschen kalt,
Kein Harfner singt, kein Hammer fällt;
Das Dunkel herrscht in Durins Welt,
Sein Grab liegt unter Schatten da
In Khazad-dûm, in Moria.
So düster und beklemmend beschreibt J.R.R. Tolkien im ersten Band von "Der Herr der Ringe" das Wunder des Nordens, wie Moria einst vor langer Zeit von den Zwergen genannt wurde. Längst sind die Zeiten, in denen Khazad-dûm dank seiner Mithril-Vorkommen zu Ruhm, Reichtum und Macht gekommen war, vorbei. Die Gefährten überlebten ihren Weg durch die gigantische Zwergenstadt nur durch Gandalfs' Opfer im Kampf gegen den mächtigen Balrog. Doch durch die Taten der Ringgemeinschaft inspiriert, starten nun die Zwerge einen erneuten Versuch, Moria zurückzuerobern und die einst so prächtigen Hallen wieder aufzubauen. Und natürlich ist es Aufgabe der Spieler ihnen bei diesem waghalsigen Unternehmen zur Seite zu stehen. Erste Artworks zum AddOn ließen bereits vermuten, dass Turbine tatsächlich versucht, die in den Büchern und Filmen dargestellte Größe auch im Spiel umzusetzen. Jetzt können wir euch bestätigen: Moria wird gigantisch! Während der Präsentation durchschritten wir zahlreiche Hallen, in denen die Decke nicht einmal zu erahnen war. Reich verzierte Säulen dicker als die Stämme der mächtigsten Eichen ragten in diesen riesigen Räumen auf und vermitteln das Gefühl, selbst klein und unbedeutend zu sein. Gewaltige Treppen, auf denen ganze Armeen nebeneinander marschieren könnten, führten uns immer tiefer hinunter ins Dunkel.
Insgesamt besteht Moria aus ganzen neun Regionen, wie wir bei einem Blick auf die Übersichtskarte abzählen konnten. Das ehemalige Reich der Zwerge reicht von den "Flammenden Tiefen" und dem "Wasserwerk" tief unter der Erde bis hinauf zum Gipfel des Zirak-zigil. Wer also befürchtet hat, das AddOn würde nur jede Menge eintöniger Minenschächte hervorbringen, der kann beruhigt aufatmen. Die Orte, die wir während der Präsentation zu sehen bekamen, waren abwechslungsreich und alles andere als langweilig. Da rauscht aus gewaltiger Höhe aus dem geöffneten Mund einer steinernen Zwergenstatue ein tosender Wasserfall, es gibt Säulen, die aussehen wir aus Stein gehauene Bäume und das Ergebnis der gemeinsamen Arbeit von zwergischen und elbischen Baumeistern sind oder man durchstreift einen Wald aus unheimlich schimmernden Riesenpilzen.
Wenn es nach Khazad-dûm geht, darf natürlich auch der berüchtigte Balrog nicht fehlen. Ob und wenn, wie genau, man gegen ihn antritt, steht jedoch noch nicht fest.
Von den Wäldern Lothlóriens, die ebenfalls mit dem AddOn noch in diesem Herbst erscheinen sollen, gab es dagegen in Leipzig leider noch nichts zu sehen. Dafür ging man ein wenig genauer auf die beiden neuen Klassen ein. Mit dem Runekeeper wird der erste richtige Magier ins Spiel implementiert. Dieser Zauberwirker ganz nach dem Vorbild der weisen Galadriel kann zweierlei Funktionen in einer Gruppe übernehmen. Zum einen ist er ein hervorragender Nuker, der jede Menge Schaden über Zeit verursacht. Zum anderen kann er die Rolle eines Heilers einnehmen. Dieser Wechsel findet über eine "Anpassungs-Skala" statt. Wirkt der Runekeeper mehr Angriffszauber verlagert sich die Skala in Richtung Rot und sein ausgeteilter Schaden steigt. Konzentriert er sich hingegen stärker auf das Wohlergehen seiner Gefährten, verlagert sich die Anzeige in Richtung Grün, was seine Heilzauber verbessert. In einem Kampf kommt es also darauf an, rechtzeitig von Angriff auf Heilung umzuschalten, um so seine Anpassungs-Skala rechtzeitig auf Heilung zu verlagern und umgekehrt. Durch diese Flexibilität soll der Runekeeper insbesondere auch für Solo-Spieler interessant sein.
Bisher gibt es zu Lórien leider nur Artworks zu sehen. Diese versprechen aber immerhin eine sehr elbische Atmospähre.
Am interessantesten war eindeutig das, was man uns zu den Eigenschaften erzählte. Die sollen nämlich mit "Die Minen von Moria" komplett überarbeitet werden. Ziel ist es jeder Klasse drei unterschiedliche Spezialisierungen anzubieten. Dazu werden die Eigenschaften gruppiert, sodass im Prinzip drei Eigenschaftsbäume (durchaus vergleichbar mit Talentbäumen aus anderen MMOGs) entstehen. Wer in einem Zweig dieser Eigenschaftsbäume eine bestimmte Anzahl an Eigenschaften freigeschaltet hat, erhält Zugriff auf die legendären Eigenschaften dieser Spezialisierung.
Eine durchaus sinnvolle Überarbeitung, da die Auswirkungen der Eigenschaften bisher doch eher nebensächlich und oft kaum spürbar waren.
Ansonsten konnten wir noch einen kurzen Blick auf das Interface des neuen "Legendären-Item-Systems" erhaschen. Die Möglichkeiten, seine Waffe mit Relikten, Edelsteinen und Runen zu verbessern scheinen in der Tat äußerst umfangreich zu sein. Zudem erhält auch der Gegenstand, solange er in Gebrauch ist, Erfahrungspunkte und wird so mit seinem Träger immer mächtiger. Sogar Eigenschaften sollen die Items dank des neuen Systems erlangen können. Da einem seine Waffe oder Rüstung deshalb sehr ans Herz wachsen könnte, darf man den legendären Items zusätzlich einen eigenen Namen geben.
In den dunkelsten Tiefen Morias lauern zahlreiche namenlose Schrecken. Bei diesen Monstern dürfen sich die Designer bei Turbine mal so richtig austoben.

Der Umfang des ersten AddOns für Der Herr der Ringe Online dürfte allen Abenteurern Mittelerdes viele, viele Stunden voll neuer Aufgaben, Gebieten, Gegnern und sogar neuer Klassen bescheren. Die grafische Inszenierung der Minen von Moria kann sich schon jetzt absolut sehen lassen und sorgt bereits beim Zuschauen für eine Atmosphäre, die den Büchern und Filmen in nichts nachsteht. Auch die Neustrukturierung der Eigenschaften ist sicherlich eine sinnvolle Verbesserung. Bleibt abzuwarten, wie gut sich die beiden neuen Klassen in das bereits bestehende Klassensystem einfügen werden. Ein Ende der Content-Updates für LotRO ist jedenfalls nicht in Sicht. Neben den regelmäßigen kostenlosen Updates, ist ein großes AddOn pro Jahr laut Turbine fest eingeplant. Gut so, denn bis Mordor ist es schließlich noch ein weiter Weg.
Schade nur, dass "Die Minen von Moria" gerade in den öffentlichen Besucherhallen der Leipziger Messe so unterging. Das AddOn bietet doch schließlich mehr als genug, das man keinesfalls zu verstecken braucht.
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Nestro
28.08.2008, 16:58 Uhr
Beasthole
25.08.2008, 17:48 Uhr
Am besten gefällt mir das mit den neuen Klassen und dem Skillsystem, das hat mir bisher am meisten aufgestoßen