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Plattformen:
PS3
Release:
Playstation 3: 26. Februar 2010
Status:
Released
Publisher:
Sony
Entwickler:
Quantic Dream
Genre:
Adventurespiel
USK:
Ab 16 Jahren
Offizielle Seite:
heavyrainps3.com
Fanseite:
keine Angabe

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Michael 'Michos' Günther | 21.08.2009, 18:26 Uhr

Heavy Rain - Special
Regen aus Schwermut

1

Wenn man am Ende einer Präsentation immer noch nicht weiß, worum es sich in einem Spiel eigentlich dreht, ist das im Normalfall ein schlechtes Zeichen. Wenn diese Vorstellung aber eine Gänsehaut nach der anderen hervorruft, kann an diesem Gerücht nicht viel dran sein. Wir lassen euch nicht im Regen stehen und berichten von einer Stunde des emotionalen Interaktiv-Kinos.
Wir erleben in unserer Präsentation eine lange Szene mit Ethan Mars, einem der vier verschiedenen Charaktere in Heavy Rain. Seine Stirn schlägt Sorgenfalten, die Augen sind interessenlos und traurig. Seine Bewegungen sind schwerfällig, und die Musik unterstreicht die depressive Stimmung mit zarten Violinen und trübseligem Klavierklang. Ein Setting voll von Melancholie, Trauer, Besorgnis und Emotionen. Er ist alleinerziehender Vater von einem Sohn, ehemaliger Architekt und ein gebrochener Mann.

In einer Zeit als er noch glücklich, verheiratet und berufstätig war, ereignete sich eines Tages ein schwerer Unfall. Dieser Schicksalsschlag hat seinem Leben den Sinn genommen und jeglichen Antrieb auf Null reduziert. Ethan hat seinen Sohn in einer Menschenmenge aus den Augen und ihn im Zuge dieses Fehlers verloren. Dieses tragische Ereignis belastet ihn emotional bis in die Zeit, in der wir ihn steuern können - zerfressen von Selbstzweifeln, Gewissensbissen und tiefsitzender Trauer. Wir holen unseren verbliebenen Sohn von der Schule ab und fahren mit ihm nach Hause. Es wird nicht viel gesprochen. Der Regen plätschert vor sich hin, trübt das Bild und hüllt die Szene in ein bedrückendes Gewand. In der Wohnung angelangt setzt sich Shaun vor den Fernseher. Lange Gespräche gibt es auch in den eigenen vier Wänden nicht. Wir sehen uns um, entdecken einen Tagesplan für Shaun und erkunden das Haus.

Der Spieler erhält alle Freiheiten des Alltags und ist gewissermaßen auf sich allein gestellt. Keinerlei Missionsvorgaben, Hinweise oder spielerische Richtlinien. Nicht mal ein Story-Pfad ist zu erkennen. Wir haben die Chance, ein Vater zu sein, das Haus zu begehen oder zu tun und zu lassen, worauf wir Lust haben. Was langweilig klingt, ist im Spiel unglaublich passend. Die emotionale Tristesse wird fantastisch in Szene gesetzt und steckt ein Stück weit an. Gerade weil der Grad des Realismus sehr hoch ist und die Reaktionen der Akteure außerordentlich authentisch rüberkommen. Die Szene schafft es, jeden Präsentationsteilnehmer in den Bann zu ziehen und zu fesseln. Und das obwohl im Prinzip nichts passiert.

Wir bereiten das Essen für unseren Spross zu, fordern ihn auf, den Fernseher auszuschalten, halten kleine, unbehagliche Smalltalks oder schicken ihn ins Bett. Und alle der genannten Aktionen beeinflussen die Beziehung zum eigenen Sohn und bestimmen das Schicksal und die Zeit, die übrigens in Echtzeit abläuft.

Einfach alle Taten haben ihre Konsequenz und nichts ist in dieser Szene linear. Fast schon wie in einem Rollenspiel. Man kann sogar Jalousien zuziehen, in den Garten gehen, der Waschmaschine beim Waschen zuschauen, Bilderalben betrachten, die Ethan emotional aufwühlen, und sogar (endlich mal) seine Notdurft verrichten. Die so häufig genutzte Floskel, dass ein Spiel wie ein interaktiver Film zu betrachten ist, gewinnt mit Heavy Rain erst seinen vollen Wahrheitswert. Die Kamerafahrten, die Schärfen und Unschärfen, die musikuntermalten Szenen – einfach alles erinnert an einen Film. Einen Film, in dem man selbst die Geschichte bestimmt. Dass die Entwickler genau diesen Effekt erzielen wollten, stellte sich spätestens dann heraus, als Ethan Mars (Pascal Longdale) den Konferenzraum betrat. Ein Schauspieler, der exakt genau so aussah, wie zuvor gesehene Polygon-Figur. Für alle Hauptcharaktere existiert jeweils eine echte Person, die die Szenen im Spiel in langen Sitzungen als Vorlage für den Inhalt schauspielerisch dargestellt haben – sie wollten ihn „klonen“.

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Regen aus Schwermut Kommentare (3)

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Quietschgurke

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Friendinvite

27.08.2009, 10:22 Uhr

Kennst du die Story denn schon im Ganzen? Dass nun emotionale Szenen darin enthalten sind, heißt meines Erachtens nach nicht, dass deswegen die Geschichte darunter zu leiden hat.

Die Behauptung, dass die Charaktere darunter zu leiden haben, kann ich gleich mal entschärfen. Die Entwickler sind allein 1 Jahr damit beschäftigt gewesen, die Charaktere auszuarbeiten und ihnen menschliche Züge zu verleihen.

Ich vermute, dass du nicht die Präsentation gesehen hast, die ich sehen durfte. Diese Szenen haben sich komplett von dem spielbaren Detektiv abgehoben, wie im Artikel auch beschrieben wurde.

Lass uns erst mal abwarten, ob das rückblickend ein Highlight war, oder nicht.

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trurl

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Friendinvite

25.08.2009, 11:13 Uhr

Nunja interaktive Filme gibt es fast schon so lange wie es Videospiele gibt. Das man nun bei Heavy Rain auf billige Hollywood-Emotionen setzt anstatt auf etwas anspruchsvollere Story und Charaktere spricht Bände. Sicherlich kein schlechtes PS3-Spiel aber ein Highlight wird das Spiel ganz sicher nicht.

An der hübschen Grafik, die übrigens in Bewegung gar nicht mehr so beeindruckend aussieht, hat man sich zudem schnell satt gesehen.

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Galhara

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Friendinvite

22.08.2009, 20:57 Uhr

... oder sollte man es interaktive Film-Animation nennen? (iFA *g*)

Ich kann mich noch an Versuche erinnern, die Adventures zu interaktiven Filmen verschmelzen wollten. Irgendwie sind dann die Point&Click Adventures geblieben. Vielleicht war damals der Ansatz falsch und ist hier besser gelöst?

Jedenfalls hört es sich interessant genug an das weiter zu verfolgen.

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