Harry Potter und der Halbblutprinz - Test
The Wiizard
Hat aber auch manchmal Vorteile. Speziell beim Rezensieren zugehöriger Software, deren Qualität in der Regel reziprok zum Bekanntheitsgrad der Lizenz steht. Gerade in solchen Fällen ist es unheimlich sinnvoll, sich auszukennen, wenn auch nicht immer nötig.
So war die Versoftung des fünften Harry Potter Bandes gar nicht mal so schlecht. Man lief sich zwar im nachgestellten Schulschloss Hogwarts die virtuellen Hacken wund, aber ansonsten bekam man für seine 60 Euro brauchbare Action-Adventure-Kost, die speziell auf Nintendos Wii ungemütliche Regentage überbrücken konnte.
Die Spielfassung von Harry Potter und der Halbblutprinz versucht es mit einem ähnlichen Rezept. Durch das Schloss laufen, alle Nase lang Wappensymbole sammeln, die irgendwie ungemein an den Sternenstaub aus Super Mario Galaxy erinnern und die Handlungsabschnitte der Vorlage abklappern. Allerdings ist die Story des sechsten Bandes derart beschnitten worden, dass ich richtig froh bin, ihn bereits gelesen zu haben. Schon die Einleitung hinterlässt gerade bei Fans mehr Fragen als Antworten, denn es werden Zusammenhänge gefestigt, von denen im Original kein Sterbenswörtchen steht und Dinge, die Hauptfigur Harry nur vermutet hatte, als Fakt dargestellt.
Das Brauen der Tränke gehört zu den spaßigsten Aufgaben. Zumindest auf Nintendos Wii. (Screenshot: Wii)
Angesichts der technischen Voraussetzungen ist das jedoch nicht verwunderlich. Die Engine und viele Grafiken wurden ganz offensichtlich aus dem Vorgänger übernommen und wenn überhaupt nur minimal aufgewertet. Die etwas steifen Animationen und die leider noch immer stark an PS2 erinnernde Schlossarchitektur hätten jedenfalls eine Rundumerneuerung verdient.
PS2? Entschuldigt, ich meine natürlich die Wii, die erneut als Leadsystem dient. Der Grund dafür liegt buchstäblich auf der Hand: Wie schon Teil fünf baut auch das aktuelle Harry Potter-Spiel auf die Verwendung der Wii-Remote, die als Zauberstab-Ersatz herhalten darf. Wobei einige der Gestiken nochmals vereinfacht wurden, um die Reaktionszeit zu verringern. Rein inhaltlich bleibt jedoch alles beim Alten. Accio und Depulso verwendet ihr, um Gegenstände heranzuholen oder von euch weg zu stoßen, Reparo zum reparieren, Incendio zum Feuer machen, und den berühmten Wingardium Leviosa-Zauberspruch, um Dinge schweben zu lassen. Wirklich schwere Puzzles sucht man allerdings vergebens. Tatsächlich braucht man das Gehirn nicht ein einziges Mal im ganzen Spiel anzuwerfen, da einem so ziemlich alles mundgerecht vorgekaut wird und die kompliziertesten Handlungen gerade mal darin bestehen, ein Wappensymbol in seine Teile zu zerbröseln, durch ein Gitter schweben zu lassen und anschließend wieder zusammenzusetzen.
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