Guitar Hero 5 - Test
Score vs. Ohr
Nunja, so ganz stimmt das nicht. Auch wenn Konkurrent Harmonix dieses Jahr kein Update auf einem Datenträger veröffentlicht, bleiben die Anforderungen hoch, denn der noch immer führende Genre-Primus ist so aktuell wie eh und je. Rock Band 2 glänzt dank Massen an wöchentlich veröffentlichten Downloadsongs (aktuell sind es rund 850 Titel), täglich neuen, über das Netz eingespeisten Sonderaufgaben und einem noch immer sehr tauglichen Spielsystem, als wäre es erst gestern veröffentlich worden. Zumal ein monstermäßiger Patch ansteht, der unzählige Detailverbesserungen mit sich bringt - von neuen Statistiken über ein vielversprechendes Verkaufsportal für Indie-Bands namens Rock Band Network bis zur Unterstützung weiterer Hardware wie z.B. drahtlosen Mikrofonen.
Das Imperium schlägt zurück
Aber Neversoft schläft nicht und stärkt Guitar Hero 5 an genau den wenigen Stellen, an denen Rock Band 2 kleine Schwächen zeigt. Wirkliche Neuerungen im Spielsystem bleiben dabei leider aus. Der altbekannte Ablauf mit Notenbändern á fünf Spuren, die den Spielern rhythmische Anweisungen für die Verwendung von Plastikgitarren und Mini-Schlagzeug geben, bleibt unangetastet. Auch gegen den dreistimmigen Gesang, den Harmonix mit der Sonderausgabe „The Beatles: Rock Band“ einführte, hat Guitar Hero 5 kein patentes Rezept. Es darf weiterhin nur einstimmig geträllert werden. Stattdessen wurde so ziemlich alles außerhalb des Basisspielprinzips einer Rundumerneuerung unterzogen, wobei so manches Update dringend nötig war, um überhaupt noch konkurrenzfähig zu bleiben.
So musste sich Neversoft bei den letzten drei Ablegern viel Kritik zum Thema Bandgefüge anhören. Partytauglichkeit war dank vieler sinnfreier Regelungen ein Fremdwort, das bei GH 5 aber endlich Einzug ins Vokabular hält. Schon direkt nach dem Einschalten der Konsole erwartet einen die erste Überraschung in Form von fehlenden Menüs. Das Spiel startet augenblicklich den neuen Party-Modus, in dem nach Lust und Laune ein- und ausgestiegen werden darf. Ein Knopfdruck auf einem der Instrumente genügt, um den Part als Gitarrist, Bassist, Schlagzeuger oder Sänger zu übernehmen. Und auf die gleiche Weise verlässt man das Spiel wieder. Wow! Das nenn ich mal benutzerfreundlich, auch wenn die praktische Anwendung weit seltener zum Zuge kommt, als es den Anschein hat. Wie oft bekommt man schon überraschend Besuch, der mitten im Song einsteigen will und nicht die Geduld aufbringt, die lächerlichen drei Minuten bis zum nächsten Auftritt zu warten?
Trotzdem will ich dieses Feature keineswegs abwerten. Gerade auf größeren Partys ist es ungemein praktisch und erspart einem viele lästige Umwege über zeitraubende Menüs. Aber es ist schon irgendwie witzig zu sehen, wie schnell Entwickler ihre Meinung ändern können. Letztes Jahr auf der Games Convention 2008 beharrte man noch darauf, man wolle keine „Social Gaming Experience“, und schon gar nicht solche Features wie den frusthemmenden „No Fail Mode“ aus Rock Band 2, der nun aber doch im Party Play von GH 5 zum Zuge kommt.
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