Greed: Black Border - Test
Im Weltall nichts Neues
Dabei stolpert man als Spieler eher zufällig an Bord der Yukon 5, einem Ikarium-Minenschiff, das am Rande des bekannten Universums operiert und ein Notsignal abgesetzt hat. Als 1-Mann- bzw. 1-Frau-Rettungsteam betritt man das Landungsdeck des offenbar verlassenen Schiffes, um nach dem Rechten zu sehen. Was einem bereits im zweiten Raum begegnet, lässt nichts Gutes erahnen: Eine zermatschte Leiche, deren Gedärme auf dem Boden festgetrocknet sind, bildet das Empfangskomitee und unterstreicht den Grundtenor des Spiels. In Greed gibt es nichts zu retten, sondern nur dafür zu sorgen, dass man nicht ebenfalls als rotbrauner Fleck in einem der Stahlkorridore, die das erste von drei Kapiteln kennzeichnen, endet. Gemäß dieser Prämisse ballert man auf alles was sich bewegt und stellt die Fragen später. Oder auch nicht, denn eigentlich interessiert es nicht wirklich, warum kleine und große Kampfdruiden in euch einen Eindringling sehen, der Bordcomputer Gift-, Kampf- und Feuerspinnen auf euch hetzt und wild gewordene ehemalige Crew-Mitglieder wie Zombies mit Kettensägen auf euch losgehen.
Wer will, kann sich die Hintergrundgeschichte, die in kleineren Ingame-Sequenzen aber vor allem auch in Textform transportiert wird, zwar zu Gemüte führen, wird aber keinen großen Spielspaßmehrwert feststellen. Die Story mit ihrer Mischung aus Alien und Resident Evil ist einfach zu 08/15 und hat auf das Geschehen keinen Einfluss. Für Verständnis- und Zusammenhangsfanatiker liegen jedoch an verschiedenen Stellen Logbücher aus, die von einer merkwürdigen, sich ausbreitenden Krankheit berichten und über kurz oder lang offenbaren, dass die Menschheit in ihrem Streben nach Ikarium in den Raum fremdartiger Wesen eingedrungen ist, die auf diese Provokation natürlich mit Vergeltung reagieren. Leider muss man selber lesen und es ist schade, dass man an diesen Stellen auf eine Vertonung verzichtet hat, denn die Sprachausgabe kann sich ansonsten durchweg hören lassen.
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