Geheimakte 2 - Test
Hochwertige Rätselkost für euren Handheld
Zwei alte Bekannte
Während Nina auf dem Schiff einem Komplott auf die Schliche kommt und mit David sogar ein Tsunami-Unglück übersteht, treibt sich ihr Ex-Freund Max im indonesischen Dschungel herum. Dort möchte er mit Hilfe der hübschen Wissenschaftlerin Sam uralte Tempelruinen erforschen. Aber auch hier laufen die Ereignisse aus dem Ruder. Sam wird entführt und Max muss sie befreien. Dabei entrinnt er knapp einer Naturkatastrophe und wird prompt auf seiner Flucht ebenfalls von den mysteriösen Entführern gefangen genommen. Wie sich herausstellt, gehören die Schergen der fanatischen Bruderschaft Puritas Cordis an. Diese Sekte prophezeit in jeglichen Medien das Ende der Welt. Haben die Fanatiker gar etwas mit den Katastrophen zu tun? Obwohl Max und Nina getrennte Wege gehen, scheinen sie derselben Sache auf der Spur zu sein.
Rätselnd die Welt retten
Gemeinsam mit David beginnt Nina in der Vergangenheit zu graben. Es muss doch eine Möglichkeit zu finden sein, die für die Zukunft prophezeiten Katastrophen abzuwenden. Die Charaktere und Schauplätze wechseln während des Spielverlaufs immer wieder hin und her. Zunächst seid ihr mit Nina auf dem Schiff, dann mit Max im Dschungel. Das Abenteuer führt euch bis nach Paris. Ab und zu mischen auch die beiden Randfiguren Sam und David mit. Später treffen die beiden Handlungsstränge und somit auch Nina und Max aufeinander. Die Hauptgeschichte verläuft dabei linear. Ziemlich schnell ist klar, dass die Sekte Puritas Cordis im Hintergrund die Fäden zieht. Die an sich interessante Geschichte weist leider Lücken auf. Einige Ereignisse bleiben unerklärt und vor allem das Ende wirkt extrem konstruiert. Überraschende Wendungen oder gar ein Katz- und Mausspiel gibt es keine. In Sachen Geschichtenerzählung hat der Vorgänger Geheimakte Tunguska deutlich die Nase vorne. Trotz diesen Schwächen ist Geheimakte 2 dennoch ein packendes Abenteuer. Das Spiel lebt vor allem durch den charmanten, trockenen Humor der beiden Protagonisten Nina und Max und natürlich durch die erstklassigen Rätseleinlagen. Die Rätselkost ist einfallsreich, teilweise sehr komplex und gut durchdacht. Dabei halten sich die Denksportaufgaben an die PC- und Wii-Vorlagen. Ihr versucht euch beispielsweise als Mechaniker, um ein altes Boot wieder in Gang zu bringen, oder als Landvermesser, um ein Versteck zu finden. Oder wie bringt man einen Affen dazu, freiwillig seine Erdnüsse rauszurücken? Langeweile kommt hier keine auf. Und auch der Schwierigkeitsgrad steigt von Kapitel zu Kapitel leicht an. Kopfnüsse gibt es also einige zu knacken.
Keine Sackgassen
Dabei hat man jedoch nie das Gefühl, unfairen Aufgaben gegenüber zu stehen. Hinweise erhält man unter anderem über Gespräche mit anderen Personen. Die Dialoge sind zum Teil herrlich frech und mit einer guten Portion Ironie angereichert. Solltet ihr jemanden mehrmals ansprechen, könnt ihr ab und zu auch eine pampige Antwort erwarten. Eine Sprachausgabe gibt es für die Dialoge allerdings nicht. Dadurch geht im Vergleich zur PC- und Wii-Version ein bisschen Atmosphäre verloren. Allerdings sind die Spielszenen mit Musik und Hintergrundgeräuschen, wie das Rauschen von Wasser, unterlegt. Stellt euch also auf viel Lesestoff ein. Für eingefleischte Adventure-Fans dürfte das aber kein Minuspunkt sein. Die Handlung läuft aus dem Nintendo DS im unteren Bildschirm ab, während die Dialoge oben angezeigt werden. Die Schauplätze sind gut dargestellt. Lediglich die grobkörnige Darstellung der Charaktere enttäuscht. Ein optisches Highlight sind die Zwischensequenzen, die die Geschichte weiter voran treiben. Die Videos sind mit den beiden anderen Versionen identisch und auch auf Nintendo DS komplett vertont.
Lupenreine Treffer
Mit dem Touchpen steuert ihr die Charaktere und grast den Bildschirm an. Solltet ihr auf wichtige Stellen und Gegenstände stoßen, taucht eine Lupe auf. Eine Zoomfunktion gibt es jedoch keine. Das Finden der winzigen Objekte ist auf dem Minibildschirm nicht einfach. Hilfestellung erhaltet ihr allerdings durch die Hot-Spot-Anzeige. Per Knopfdruck bekommt ihr damit wichtige Stellen und auch Ausgänge angezeigt. Damit entgeht euch kein Detail. Leider sind die Lupenzeichen manchmal zu dicht aneinander gedrängt. Um einen anvisierten Punkt auf dem kleinen Bildschirm zu treffen, benötigt ihr eine ruhige Hand. Habt ihr eine Lupe erhascht und angeklickt, ändert sich das Symbol. Ein Auge oder eine Hand zeigen euch an, ob ihr etwas nur untersuchen oder auch mitnehmen könnt. Plunder lasst ihr liegen. Somit ist das Inventar immer schön übersichtlich. Komfortabel ist die Interaktion mit den Gegenständen im Inventar. Zum Beispiel lassen sich Objekte bequem per Drag & Drop kombinieren. Trotz des kleinen Bildschirms ist Geheimakte 2 dennoch auf dem Nintendo DS angenehm spielbar.
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