Geheimakte 2 - Preview
Mystery von der Stange? Keine Bange!
Bereits in den ersten Sekunden werdet ihr merken: Viel hat sich zwischen Vorgänger und Nachfolger nicht verändert. Natürlich haben einige technische Neuerungen Einzug gehalten; die erste Aussage war aber vor allem auf den Hintergrund bezogen: Mysteriöse Ereignisse, Storywendungen und dieser Kick, nicht die Hände vom Spiel lassen zu können, halten noch immer bei der Stange. Zwar gibt es kaum Bezüge zu Tunguska - von den Hauptdarstellern mal abgesehen - trotz allem fühle ich mich den Beiden sofort wieder verbunden. Vor allem Nina feuert einen flotten Spruch nach dem anderen ab und entlockte mir einige herzhafte Lacher. Die Story wird durch viele hochwertige Cut-Scenes sowie Multiple-Choice-Dialoge erzählt. Wie bereits im ersten Teil hatte ich oftmals das Gefühl, eher an einen spannenden und interaktiven Film teilzunehmen, als nur ein schnödes Computerspiel zu knacken. Atmosphärisch wirken auch die vielen professionellen Sprecher; besonders lobenswert, dass wieder die Synchronstimmen von Angelina Jolie und Mark Wahlberg für die beiden Hauptcharaktere ihr Timbre hergeben.
Auch wenn Geheimakte: Tunguska 2006 das erfolgreichste und beste Adventure war, gab es einige kleine Designschnitzer, die Entwickler und Publisher in Geheimakte 2 verhindern wollen. Anhand der Preview-Version, die das erste Kaptitel beinhaltet, wurde schnell klar, dass einige Kritikpunkte endlich passé sind. In erster Linie waren die Rätsel oft als zu einfach verschrieen. Okay, was nun schwer und was einfach ist, hängt vom Können eines jeden einzelnen Spielers ab. Auch im Geheimakte 2 beginnt es übersichtlich, mit nur einer Hand voll Gegenständen im Inventar und wenigen Anwendungsmöglichkeiten. Im Laufe eines Abschnitts werden aber weitere Schauplätze freigeschaltet, am Ende der spielbaren Version war das Inventar rappelvoll. Auffällig ist hierbei, dass nicht alle Kleinigkeiten, die eingesammelt wurden, rätselrelevant waren. Sicherlich mag dies einiger Gewöhnung bedürfen, aber hinsichtlich Fairness und Logik der Rätsel kein großartiges Problem darstellen.
Dramatischer werden die Dialoge gestaltet, die wie beschrieben im Multiple-Choice-System gehalten sind und damit genretypisch in Szene gesetzt werden. Neu ist aber die Kameraführung, die nahe an die teilnehmenden Charaktere heranzoomt, sobald ein Gespräch beginnt. Dadurch könnt ihr die Gesichtsmimik des Gesprächspartners nicht nur wesentlich besser erkennen, sondern auch deuten.
Detailliert werden die Locations in Szene gesetzt: Dabei sticht vor allem das neue Beleuchtungssystem hervor, das Echtzeitschatten auf den Bildschirm zaubert. Laut Entwickleraussagen soll dies sogar für manche Rätsel wichtig sein. Im Rahmen der Vorabversion konnte ich diese Aussage aber noch nicht bestätigen; da werden wir wohl oder übel auf den Release warten müssen. Die Grafikengine unterstützt nun auch Widescreen-Monitore und erlaubt bei hoher Auflösung deutlich mehr Übersicht. Butterweich sind die Animationen der Haupt- und Nebendarsteller; nur die Lippenbewegungen wirken noch nicht ganz ausgereift, aber bis zum August dieses Jahres ist noch genug Zeit, sich um solche Feinheiten zu kümmern.

Bereits auf der Games Convention 2007 war ich angetan davon, Geheimakte 2 ein paar scheue Blicke zu schenken. Nun, nach einem halben Jahr, hatte ich das Vergnügen, endlich selbst Hand anzulegen - und bin schwer begeistert. Nicht nur die tolle Atmosphäre aus dem Vorgänger ist hier zu spüren, auch die Charaktere sind äußerst charmant. Nina wirkt sogar noch etwas tougher als bei ihrem Ausflug in die äußerste Region Sibiriens. Die Rätsel sind etwas anspruchsvoller geworden, aber zu keinem Zeitpunkt so schwierig, dass sie abschreckend wirken. Meist reicht gewissenhaftes Nachdenken vollkommen aus, um sie zu knacken. Ich freue mich wie ein kleines Kind auf Ende August - sofern nicht Schlimmeres passiert, macht sich ein neuer Adventure-Hit in den Regalen breit.
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