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Denis Brown | 01.09.2010, 17:35 Uhr

gamescom - Special
Rock, Rap und Gegröle

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Jetzt ist es amtlich: Musikspiele gehören zum Gaming-Kulturgut. Nicht weil irgendwer danach verlangt hätte, sondern weil sich mittlerweile jede beliebige Programmierschmiede bei ihren Grundregeln bedienen darf, ohne Rüffel von irgendwelchen Lizenzhaltern zu bekommen. Anders lässt sich nicht erklären, wie immer neue Vertreter pilzartig aus dem Boden wachsen. Die diesjährigen gamescom sprach Bände, dabei hatten abseits der Tanzspiele nur wenige von ihnen sinnvolle Verbesserungen als Kaufanreiz im Gepäck.
Überarbeitet? Die Füße plattgelatscht? Demotiviert? Für einen Redakteur auf der gamescom normale Härte. Speziell, wenn mal wieder Aldi-Shooter XY auf dem Plan steht und man sich fragt, wozu man das alles eigentlich mitmacht. Doch dagegen gab es bisher ein Wundermittel: Einfach in eine der Messehallen gehen und jemanden beobachten, der einen stressigeren Job hat. Bevorzugtes Ziel ist der SingStar-Stand, denn es genügen fünf bis zehn Minuten jämmerlichen Gejaules oder ziellosen Gruppengrölens, um die von Sony engagierten Moderatoren zu bemitleiden. Lieber Aldi-Shooter XY anschauen und gegebenenfalls lobpreisen als fünf Tage lang diesen Job.

Funktionierte nur dieses Jahr nicht, denn der SingStar-Stand blieb stumm. Statt einer großen Bühne zierten nun lauter kleine Anspielstationen die Halle, vor denen aber auch niemand ins Mikrofon hauchte. An funktionierenden Schreikolben fehlte es nicht - davon waren genügend vor Ort. Die blieben aber liegen, weil die Meute viel zu sehr mit dem neu eigeführten Spielablauf mit der Pseudo-Gitarre beschäftigt war. Wobei das Wort „neu“ im letzten Satz eigentlich in Anführungszeichen stehen müsste. Neu war an SingStar: Guitar rein gar nichts, bis auf die nötigen Änderungen im Layout. Auf der rechten Hälfte finden bis zu zwei geschrumpfte Symbol-Highways Platz, während die Gesangslinie samt Text links davon nur noch etwa drei Viertel des Bildschirms ausfüllt. Der Rest ist eben Singstar mit Plastikklampfen-Unterstützung. Schnörkellos, brauchbar umgesetzt und sicherlich nicht übel. Aber war es nötig?

Selbst in SingStar halten Plastikgitarren Einzug. Alle erhältlichen Modelle sollen kompatibel sein.

Offensichtlich schon, denn scheinbar haben gleich mehrere Softwareschmieden mitbekommen, dass eine Armee Fünf-Knopf-Balalaikas auf den Dachböden der Welt schlummert, weil so mancher Spieler in den fünf Jahren seit Guitar Hero 1 das Interesse verloren hat. Das Hauptargument lautet dabei nicht „Zück‘ die Gitarre und spiel mich durch!“, sondern „Wenn die Klampfe schon einmal da ist, dann kannst Du sie auch auspacken, sobald deine Schwester SingStar grölt.“ Konkurrenzprodukte wie Lips für Xbox 360, die Sprechgesangabwandlung Def Jam Rapstar (X360, PS3, Wii) oder We Sing für Nintendos Fuchtelkiste tun ihr Übriges und zwingen Sony offenbar dazu, alternative Spielweisen anzubieten.

Wobei die We Sing-Serie sich keinesfalls vor dem Vorbild verstecken muss. Deren Macher haben sich nämlich eine hochgradige Lizenz geangelt und erringen mit We Sing: Robbie Williams höchstwahrscheinlich viel Aufmerksamkeit in den Ladenregalen. Zumindest bei weiblichen Fans, die allein wegen der vielen Bonusvideos und der guten Songauswahl zugreifen. Mehr als den klassischen Singsang vorm Fernseher hat Robbie aber nicht im Angebot. Ob Def Jam Rapstar überhaupt eine Chance hat, Käufer zu finden, muss sich erst erweisen. Die Musikauswahl ist hervorragend, aber welcher Pseudo-Homie will denn vor dem Bildschirm rappen? Und dann auch noch auf vorgegebenem Flow?

*Kreisch* Robbbiiiieeeee.... Ja, er bekommt sein eigenes Spiel. Jungs, stellt euch darauf ein, dass eure Freundin euch die Ohren vollplärrt.

Ein anderer Ansatz wäre die berechtigte Frage, warum man Songs, die man sowieso schon auf CD oder als Download gekauft hat, für den Gebrauch in einem Musikspiel erneut bezahlen muss. Diese Frage haben sich auch die Macher von Instant Jam gestellt, deren auf Guitar Hero basierendes Konzept auf den ersten Blick interessant erscheint. Instant Jam (PC) ist keine hochtrabende Software, sondern ein vergleichsweise kleines, Java-basiertes Programm. Sogar so klein, dass es sich in Browser einbinden lässt. Der Kniff dabei ist, dass Entwickler Instant Action lediglich die Notencharts liefert. Den musikalischen Beitrag muss der Spieler über seine MP3-Sammlung zusteuern. Fehlt ihm ein Song, kann er ihn sogar direkt über Menüs im Spiel erstehen. Links zu Amazon und iTunes stehen bereit.

Sprechgesang statt Koloratur: Mit Def Jam: Rapstar sollen die Holmes unter euch ans Mikrofon gelockt werden.

Für den Start wurden Notencharts für 2000 Titel versprochen. Das ist mehr als die beiden größten Konkurrenten Guitar Hero (bisher ca 600 Songs) oder Rock Band (bisher ca 1900 Songs) auffahren und für Gelegenheitsspieler wahrscheinlich die ultimative Möglichkeit, ewigen Updates über teure Discs oder einseitig verwertbaren Downloadtracks zu entgehen.

Allerdings muss man recht anspruchslos sein, um sich mit dieser Lösung zufrieden zu geben. Einerseits kann eine unbearbeitete MP3-Datei, die als finaler Mix vorliegt, nur komplett oder unter Verlust der Klangqualität ausgeblendet werden, wenn man eine Note nicht trifft. Instant Jam ist somit kein Fest für die Ohren, sondern eher eine Notlösung der Marke „Frets on Fire“, weil bei Fehlern auf der Gitarre auch Drums, Bass und Gesang aus dem Klangspektrum verschwinden.

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Rock, Rap und Gegröle Kommentare (24)

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karaokefreak

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02.09.2010, 17:16 Uhr

Kommt auf das Modell an. Manche haben MIDI, manche nicht. Ist halt ein Feature, so wie es eben Rennspiellenkräder mit und ohne Gangschaltung gibt. Hat nix mit Verbreitung zu tun, sondern wozu man sein Instrument nutzt - MIDI bedeutet "Musical Instrument Digital Interface" und ist ein Signal, mit dem man anderen elektronischen Instrumenten Töne bzw Notation vermitteln kann. So kann man zum Beispiel die Töne eines Synthesizers auf der Gitarre spielen, wenn man beide Instrumente miteinander verbindet. Damit lassen sich auch Noten aufzeichnen, wenn man ein Musikprogramm verwendet. Man spielt einen Song und das Programm schreibt automatisch mit.

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Ghaleon

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02.09.2010, 17:08 Uhr

Okay, sowas hat meine Gitarre nicht.
Aber ist ein Midi-Anschluss stark verbreitet bei Gitarren ? Denke eher nicht oder?

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karaokefreak

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02.09.2010, 16:39 Uhr

Ghaleon - Schau einfach mal auf die Seite des Korpus' - Ein MIDI- Anschluss ist rund und ist etwa so groß wie eine 20 Cent-Münze.

Sieht so aus:
http://de.academic.ru/pictures/dewiki/77/Midi_ports_and
_cable.jpg

@ endusia - kein Problem, deine Sorgen sind ja auch teilweise berechtigt. Und das Spiel ist auch kein ultimativer Gitarrenlehrer. Aber es ist ein gewaltiger Fortschritt - Spaß und dabei lehrreich- wo gibts das denn in der Welt der Videospiele?

Wenn einer wirklich ein Gitarrencrack werden will, wird er sich auch abseits des Spiels Infos holen. Und das ist doch auch gut, das SPiel soll ja Gitarrenlehrer nicht arbeitslos machen ;) Ich glaube es ist sogar umghekehrt. Ich kann mir denken, dass Gitarrenlehrer anschließend mehr Arbeit haben ;)

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Ghaleon

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02.09.2010, 16:29 Uhr

Ich schätze mal meine E-Guitarre hat keinen Mini-Anschluss ?

http://www.hagstromguitars.com/Ultra_Swede.html#

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endusia

02.09.2010, 16:20 Uhr

Hör mit bloß auf mit den 5 Button Gitarren xD

Ne, das passiert bei mir leide recht oft das ich mich selber in einen Streit verwickeln will und schnell recht böse wirke oder so.
Das hab ich zum Ende hin sogar diesmal selbst gemerkt xD
Verzeih mir^^

Ich mein das mit der Technik gar nicht auf die Akkorde oder so bezogen, sondern. Ach egal...^^

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karaokefreak

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Friendinvite

02.09.2010, 16:18 Uhr

ja, aber das kann dir doch sogar bei erfahrenen Lehrern passieren - auf jedem Instrument. Es gibt Gesangslehrer, die bringen dir totalen Schwachsinn bei, zum Beispiel der Schwachsinn mit der Münze auf der Zunge, der seit 50 Jahren widerlegt ist. Trotzdem wird's gelehrt und leuten damit falsche Technik beigebracht.

Zumal das System jeder Gitarre so aufgebaut ist, dass man immer den "leichtesten" Weg nimmt. Natürlich kann ich auch einen umgekehrten Akkord so spielen, dass ich mir die Finger dabei verkrampfe, aber da wird dir auch ein Lehrer auf die Finger hauen.

Ein Instrument ist kein Mittel um seine Fingerfertigkeit zu beweisen bzw. damit anzugeben. Es sollen Töne und Akkorde herauskommen, und zwar auf dem leichtesten Weg. Jeder Lehrer wird dich dazu animieren, locker und minimalistisch zu spielen - also nicht zu viel zu tun, das unnötig ist und sogar störgeräusche erzeugen kann.

Wie du das erreichst, ist letztendlich wurst, solange du kein profi bist und dir jeder kritisch aufs Fretboard schielt. Es gibt zum Beispiel leute, die tappen ausschließlich - ist auch nicht korrekt gespielt, aber wen juckts?

Ich glaube du nimmst das alles zu ernst. Mach dich mal locker. Als echter Musiker solltest du eigentlich froh sein, dass es leute gibt, die versuchen, junge Leute zum Spielen eines Instruments zu bekommen. Oder fandest du etwa die ollen 5-Button Gitarren besser?

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endusia

02.09.2010, 12:53 Uhr

Ich hätte auch die Angst das sie die Technik nicht richtig lernen, sondern einfach so greifen das es schnell und unkompliziert geht, und dan haben sie ihren erreichbaren Horizont (geiles Wort oder?) schon arg eingeschränkt...

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INFI

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02.09.2010, 11:01 Uhr

Zitat:
da sich selbst komplizierte Griffe oder harte Barrée-Akkorde schmerzfrei und locker greifen lassen.


Da seh ich noch ein Problem. Greifen die Leute dann zur echten Gitarre wirds weh tun ;)

Naja, ich freu mich drauf, mein Geldbeutel eher nicht.

Auf der GC konnte ich wenigstens Pro Drum anspielen, was auch ziemlich genial war. Wenn sie jetzt noch das Hi-Hat richtig einführen bin ich vollkommen zufireden :D

Ahja, Peter Bursch. Das waren noch Zeiten

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karaokefreak

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Friendinvite

02.09.2010, 00:26 Uhr

Es ist noch nicht klar, ob der optionale MIDI-Adapter (40 Euro) auch MIDI-fähige Gitarren akzeptiert. Wenn, dann wird aber die Fingerposition nicht auf dem Bisldschirm angezeigt, weil handelsüblichen Gitarren die Sensoren fehlen. Man wird aber eigene Keyboards und eigene E-Drums definitiv über den MIDI-Adapter verwenden können.

Hoffe natürlich, dass der MIDI-Adaptrer auch MIDI-Gitarren akzeptiert. Dann brrauchen sich Gitarristen keine neue Klampfe kaufen. Wir halten euch auf dem Laufenden.

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Ghaleon

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Friendinvite

02.09.2010, 00:13 Uhr

Kann man auch eine andere E-Guitarre an GH3 anschließen ?
Oder muss es diese mitgelieferte 6-Saiten sein ?

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