Forza Motorsport 2 - Test
Das Gran Turismo der Xbox360 legt vor
Der Einstieg ins Spiel fällt äußerst leicht: Entweder man entscheidet sich für ein paar schnelle Runden im Arcade-Modus oder man vertieft sich sofort in die Karriere. Für Arcade-Fans bietet der entsprechende Modus drei Varianten. Das Schaurennen umfasst insgesamt 15 Kurse und ermöglicht einen groben Überblick über die Vielfältigkeit von Forza Motorsport 2. Aus insgesamt zehn verschiedenen Fahrzeugklassen wählt man aus, um auf den vom Schwierigkeitsgrad her ansteigenden Kursen aufs rechte Pedal zu drücken. Mit dem Fortschritt im Modus werden auch neue Wagen freigeschaltet, die in ihrer jeweiligen Klasse ausgewählt werden können. Strukturiert wurde hier übrigens nach Straßen-, Sport- und echten Rennwagen.
Keine Auswahl bezüglich des Wagens hat man dagegen bei den Zeitprüfungen. Hier gilt es, mit einem festgelegten Vehikel in einer ebenfalls vorgeschriebenen Zeit die Ziellinie zu überqueren. Wie aus genreähnlichen Spielen bekannt, wird ab der zweiten Runde ein Ghost angezeigt, der dem Spieler vermittelt, wie man die bisherige Bestzeit gefahren hat. Wie auch schon im Schaurennen werden nach diversen Erfolgen neue Boliden freigeschaltet.Abgerundet wird der Arcade-Modus vom Freien Lauf, bei dem man, der Name lässt es schon erahnen, die freie Wahl hat: Egal welche Strecke, egal welches Auto - Hauptsache Gas geben und die Rekordzeit jagen. Auch hier kann man sich dabei am Ghost des Rekordhalters orientieren. In die Bestenliste wird neben Fahrzeug-Modell und Zeit auch der Gamertag eingetragen.
Wer sich dem Arcarde-Part des Spiels abwenden will, wird sich am Karriere-Modus erfreuen. Mit 11.000 Credits, der spieleigenen Währung, darf man sich zu Beginn der Karriereleiter einen Boliden zulegen. Bevor man nun allerdings die Gedanken an PS-Monster hegt, sollte gesagt werden, dass zunächst "nur" Kleinwagen zur Auswahl stehen. Zur Freude von Spielern älteren Semesters können auch angehende Oldtimer wie der Golf 2 erworben werden.
Hat man sich für das erste eigene Gefährt entschieden, geht es auch schon auf die Strecke. Auf dem Versuchsgelände können die ersten Fahrten absolviert und Credits eingeheimst werden. Letztere dienen übrigens nicht nur zum Kauf von neuen Autos oder Upgrades, sondern werten auch das Fahrerkönnen auf. Eingeteilt werden die Fahrkünste in Level, die je nach Credit-Anzahl bzw. gewonnenen Events, erhöht werden. Das Erreichen der nächsten Level bringt nicht nur hin und wieder Erfolge der Xbox360-Achievements, sondern ist auch wichtig, um weitere Events freizuspielen.
Besonders beeindruckend wurde der Schwierigkeitsgrad des Spiels gelöst. Während man bei vielen Rennsimulationen nur eine geringe Auswahl hat, ist man in Forza 2 selbst Herr der Lage. Ob Fahrhilfe in der Kurve, beim Schalten oder sogar bei der Traktion - man kann so gut wie alles den eigenen Fahreigenschaften anpassen. Dabei sollte man im entsprechenden Menü genau schauen, wie sich die einzelnen Hilfen auf den Grad des Realismus auswirken. Denn fährt man beispielsweise mit vielen Hilfen, Ideallinie und ohne Reifenabnutzung, wird am Ende eines jeden Rennens ein gewisser Prozentsatz von der Siegerprämie abgezogen. Hart, aber fair.
Wagen über Wagen, Tuningteil über Tuningteil - Forza 2 bietet eine unglaubliche Tiefe. Sowohl die über 300 lizenzierten Wagen aus Japan, USA, Deutschland und vielen weiteren Ländern als auch die Tuningteile werden den Spieler in Windeseile in ihren Bann ziehen. Als gutes Beispiel, wie sehr sich Turn 10 um möglichst realistische Auswahlmöglichkeiten bemüht hat, kann man bekannte Firmen wie OZ, BBS, Pirelli, Goodyear oder auch Brabus aufzählen. Echte Tuning-Fans werden sich hier also wie im Schlaraffenland fühlen und jedes einzelne Teil zu schätzen wissen. Für Laien wurde jedoch auch gesorgt: Neben einer ausführlichen Erklärung, welche Aufgaben die einzelnen Tuningteile haben, wird auch der mögliche Fortschritt angezeigt. So kann man durch einen Heckflügel zwar das Handling und Bremsverhalten deutlich verbessern, doch wird dadurch die Geschwindigkeit drastisch gesenkt.
Viel PS: Die Sportwagen können sich sehen lassen und bringen den Spieler in Nullkommanix auf Tempo 100.
Den absoluten Sturmlauf auf eine rekordverdächtige Wertung für Forza Motorsport 2 verhindern nur Grafik und die mehr oder weniger schnelle Streckenwiederholung. Während man im Vergleich zu Project Gotham Racing 3 trotz der enorm längeren Entwicklungszeit nicht wirklich große Unterschiede sieht, können die Details abseits der Strecke ebenfalls nicht voll und ganz überzeugen. Die Zuschauer jubeln und grölen zwar beim Start, doch ansonsten ist das Geschehen rund um das Rennspektakel eher mau. Lediglich die Sonneneffekte sind im wahrsten Sinne des Wortes ein Lichtblick. Wenn die Sonne langsam untergeht, sich die Wolken im Abendrot färben und der Schein auf dem Asphalt spiegelt, genießt man diesen schönen Effekt für einen kurzen Moment.Zwar bietet Forza Motorsport 2 reichlich Strecken, die sich aus vielen bekannten Rennsport-Serien bedienen, doch innerhalb einer Kategorie wiederholen sich die Kurse eindeutig zu oft. Mal drei Runden, mal vier, mal vorwärts, mal rückwärts - hier hätte man mehr Herzblut an den Tag legen müssen, um mit Abwechslung und Liebe zum Detail zu überzeugen.
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