Final Fantasy XI - Test
Wilde Fantasien
Aller Anfang ist schwer
Hat man all diese Hürden überwunden, kann man sich nun endlich über den chaotisch gestalteten PlayOnline Viewer einloggen. Über unübersichtliche Menüs wird dann das Spiel gestartet. Doch schon bei der Charaktererstellung verblüfft Final Fantasy XI schon wieder: Es kann lediglich ein Charakterslot belegt werden, jeder weitere kostet einen müden Euro pro Monat extra.
Grundlegend kann man zwischen fünf verschiedenen Rassen wählen, die von den eher menschlichen "Humes" über die kleinen "Tarutaru" bis zu den zweigeschlechtlichen "Galka" reichen. Danach wählt man einen Beruf. Dieser entspricht aber nicht etwa einer der üblichen Klassen wie bei anderen MMORPGs, sondern ist in ein komplexes System eingebettet. Die Berufsstufen steigen separat vom eigentlichen vom Charakterlevel auf. Ein strammer Krieger etwa kann auf seine alten Tage noch einen so genannten Supportjob erlernen und so ein Kämpfer sein, der ebenfalls der weißen Magie mächtig ist. Oder ein Mönch mit schwarzer Magie. Solche Kombinationen lassen sich je nach Belieben verbinden. Um zu verhindern, dass der Charakter zu mächtig wird, kann der Supportjob bloß die Hälfte der Stufe des Hauptjobs erreichen. Das originelle an diesem System ist, dass man jederzeit in einer Stadt seinen Beruf wechseln kann. Am Anfang hat man sechs Berufe zur Auswahl; im Verlauf des Spieles kommen durch Quests immer wieder neue hinzu. Sollte man z.B. das Diebesdasein nach Stufe 15 satt haben, kann man einfach in die nächstgelegene Stadt reisen und einen neuen Beruf wie Krieger erlernen. Falls dann der Krieger doch zu langweilig ist, kann man wieder zurück zum Dieb wechseln – mit dem man sich danach immer noch auf Stufe 15 befindet.
Digitaler Schmerz
Während des Spielens tat mir eine Sache immer wieder besonders weh: Nach dem Tod verliert man einen bestimmten Anteil von hart erarbeiteten Erfahrungspunkten. Somit kann man in einer schlechten Nacht nach stundenlangem Punktesammeln innerhalb weniger Minuten mehrere Charakterstufen verlieren, was auf die Dauer sehr deprimierend ist. So etwas sollte in einem Spiel dieses Genres eigentlich nicht passieren.
An dieser Stelle ist zu erwähnen, dass Japaner und Nordamerikaner schon seit knapp einem Jahr die Möglichkeit haben, Final Fantasy XI zu spielen, während Europa jetzt erst am Zuge ist. So bleibt der Gewisse Anreiz, etwas Neues zu erforschen, das noch (fast) kein anderer davor gesehen hat, aus. Final Fantasy XI bietet jedoch hunderte von Quests, die den Spieler eine Zeit lang beschäftigen, sich aber mit der Zeit oft wiederholen. So beschränkt sich eine Großzahl darauf, bestimmte Gegenstände zu erkämpfen. Als Belohnung gibt’s dann normalerweise eine besondere Waffe oder einen anderen nützlichen Gegenstand. Neben den obligatorischen Erfahrungspunkten bieten die Aufgaben aber auch die Möglichkeit, die wunderschöne Welt von Vana’diel näher kennen zu lernen. Um die teilweise extrem langen Strecken schneller zurücklegen zu können, darf man ab einem bestimmten Level Chocobos als Reittier verwenden. Die Missionen hingegen gehören zum besseren Part von Final Fantasy XI, denn diese werden direkt in die Storyline der drei rivalisierenden Reiche eingebettet. Jedes Königreich hat seine eigene Geschichte, gelegentlich hat man aber die Möglichkeit, mit anderen Reichen ein größeres Ziel zu erreichen.
Auch das Leveln gestaltet sich sehr einfallslos und ähnelt anderen MMORPGs ungemein. Benötigt man Erfahrungspunkte reist man einfach in den nächst gelegenen Wald und sucht ein, der Charakterstufe entsprechendes, Monster aus. Der darauf folgende Kampf gestaltet sich recht einfach: Einfach das Zielobjekt anvisieren, "Angreifen" klicken und zuschauen, wie der Gegner hoffentlich bezwingt wird. Je nach Bedarf streut man dann noch Zauber oder Spezialattacken in das Geschehen ein. Zweite werden mit den so genannten Taktikpunkten bezahlt, die man innerhalb eines Kampfes erhält. Mit mindestens 100% Taktikpunkten kann eine solche Attacke ausgeführt werden. In Kombination mit Spezialattacken von anderen Mitstreitern und dem richtigen Timing richten diese Attacken besonders viel Schaden am Gegner an. Während des Kampfes steigen außerdem Talente wie Ausweichfähigkeit oder der Umgang mit einer bestimmten Waffe. Ist das Monster erledigt gibt’s zur Belohnung Erfahrungspunkte, die zum Levelaufstieg benötigt werden. Gelegentlich fällt auch ein nützlicher Gegenstand, den man entweder selbst anlegt, einem Spieler gibt oder bei einem der NPC-Händler verscherbelt.
Technische Mängel
Die Steuerung gehört nicht unbedingt zu den Stärken von Final Fantasy XI. Während das Kampfinterface recht logisch und leicht verständlich aufgebaut ist, fangen schon beim Menüaufbau die Schwierigkeiten an. So braucht man erst einmal eine gewisse Einarbeitungszeit, bis alle Funktionen entdeckt und vor allem verstanden sind. Beim simplen Bewegen des Charakters geht es auch schon weiter, denn das geht mit Maus und Tastatur sehr zäh von der Hand; Besitzer eines Gamepads sollten unbedingt ein solches benützen, da sich damit vieles um einiges leichter handhabt.
Beim ersten Start von Final Fantasy XI wird man als PC-Spieler zuerst einmal geschockt: Das Spiel präsentiert sich mit einer Konsolenauflösung von 640x480 und extrem pixeligem Bild. Nach ein paar Anpassungen wie höhere Auflösung und Detailstufen offenbaren sich aber die wirklichen Stärken der Engine. Die Städte und Landschaften sind schön detailliert, egal ob dicht bewaldete Areale oder dunkle Schlammlandschaften. Auch die Hintergrundmusik ist sehr gut gelungen. Ein wenig mehr Abwechslung wäre gut gewesen, da sich einige Lieder recht häufig wiederholen. Einzig und allein die sonstigen Soundeffekte sind etwas mager ausgefallen, in der Welt von Final Fantasy XI bekommt man fast nichts zu Ohren.
Wilde Fantasien Kommentare (0) 
Mehr zu Final Fantasy XI:
-
News: Das Fest der Schwerter (397 News insgesamt)





Fan werden
Newsletter 
RSS 

