Far Cry 3
Wir können euch leider selbst keinen Test zu 'Blood Dragon' anbieten, dafür haben sich die Kollegen...
Tropische Palmen, ein großer Strand und strahlend heiße Sonne – hach, hier würden wir nur allzu gern Urlaub machen. Blöd, dass uns Piraten, ein verrückter Einwohnerstamm und merkwürdige Drogen einen Strich durch die Rechnung machen. Warum das Inselparadies dennoch das Zeug zum besten Shooter des Jahres hat, verraten wir im Far Cry 3 Test.
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Moralisches Dilemma für die Story des Jahres
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Alles fing ganz friedlich an. Alkohol, Fallschirmspringen, Spaß mit den besten Freunden und der Freundin, fetzige Musik. „Ein tolles Handy“, meint Vaas Montenegro, unser kommender Erzfeind. Wir sitzen vor ihm, gefesselt und geknebelt. Gegenüber Bruder Grant in einer ähnlichen Misslage. Während sich der Typ mit dem Irokesenschnitt noch über seinen Fang freut, wechselt er aus dem Nichts in eine aggressive und fast schon verrückte Art. Die beeindruckende Mimik, Gestik und deutsche Synchronisation jagt uns Angst vor unserem neuem Antagonisten ein. Okay, im Inneren haben wir uns auf den Test wie ein kleines Kind gefreut, denn einem solchen Bösewicht durften wir bislang nicht gegenübertreten. Und nebenbei ebnet diese kleine Anfangsszene den Weg von Far Cry 3.
Natürlich entkommen wir dem Psychopaten, allerdings nicht ohne dramatischen Zwischenfall. Doch damit beginnt erst die Reise des Jason Brody, unserem Alter Ego. Die Eingeborenen sehen in ihm die Reinkarnation eines legendären Kriegers, den sie immer noch verehren. Dabei will er das eigentlich gar nicht sein. Er will nicht zum Volkshelden mutieren, er will nur seine Freunde und vor allem seinen kleineren Bruder retten. Was anfangs noch banal klingt und nur langsam in Fahrt kommt, entwickelt sich vor allem ab dem zweiten Drittel zu einer moralischen Frage. Ist es etwas Gutes, der „Auserwählte“ zu sein? Hat es nur Vorteile oder gibt es auch Nachteile? Und wie weit kann man gehen?
Diese moralischen Fragen stellt und beantwortet Far Cry 3 im Test nicht direkt, sondern vermittelt sie mithilfe von Konfrontation. Genau jenes Mittel, welches das Medium Videospiel in so vielen Fällen vermeidet, lässt Ubisofts Tropenshooter zum intensivsten Shooter des Jahres werden. Dabei stellt es uns zu keiner Zeit vor Entscheidungen - wir müssen den Gefangenen vor uns zusammenschlagen, egal ob wir das wollen oder nicht. Das Spiel vermittelt uns zwar den logischen Zusammenhang warum wir das machen, aus moralischer Sicht hätten wir dennoch gerne darauf verzichtet. In der rund zehnstündigen Hauptkampagne entwickelt sich Jason durch solche Momente. Der einst so junge Amerikaner wandelt auf einem dünnen Grat, zwischen der Freundschaft, möglichem Schicksal und Wahnsinn.
Einem Wahnsinn, den Vaas lebt. Die Autoren haben ihm nicht einfach das Klischeekostüm übergezogen und ihm das altbekannte Vergangenheitsdrama aufgeschrieben. Zu jeder Zeit wirkt er glaubhaft wahnsinnig. Der Psychopath vor uns ist auch einer. Jedes Mal wenn wir ihm begegnen, spiegelt sich das wieder. Aber Vaas ist nicht die einzige Person auf die wir treffen. Da gibt es noch Dennis, unseren kurzzeitigen Mentor und Rakyat-Verfallener, Cytra, die bildhübsche Anführerin der Rakyat oder Sam, einen Söldner, der immer wieder zwischen „typisch deutsch und amerikanisch“ wechselt. Sie alle wirken in diesem Geflecht realistisch und nachvollziehbar.
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