Far Cry 2 - Test
Sonnige Aussichten
Diese Sichtweite. Dieser dichte Dschungel. Dieses Lichtspiel. Dieser dynamische Wind. Ich lasse mich nicht oft von technischer Großspurigkeit ablenken, aber hier kann man einfach nicht anders, als sich auf Schritt und Tritt verdutzt die Augen zu reiben. Jeder Meter dieser Welt fängt den Geist des Schwarzen Kontinents ein und glänzt mit einer Detailpracht, die S.T.A.L.K.E.R, Crysis und Oblivion in den Schatten stellt. Hier fügen sich Bergketten harmonisch in die Landschaft ein, hier locken Lianen und vom Licht gestreichelte Baumkronen in dichte, vom Schatten umhüllte Urwälder. Überall schlängeln sich kleine Flüsse über die Karte, vorbei an verlassenen Dreckslagern, an kleinen Außenposten oder bewachsenen Tümpeln. Der durch den Dschungel peitschende Wind fühlt sich so echt an, tätschelt Baum und Strauch, dass man fast zur Herbstjacke greifen möchte. Bislang konnte kein Spiel die natürliche Lebendigkeit der Pflanzenwelt so herrlich einfangen. Und dann erst diese phänomenale Sichtweite, die euch nicht nur kilometerweit blicken lässt, sondern auch erfreulich wenige Popups unter die Nase reibt. Wo sich in Oblivion auf Schritt und Tritt eine kunterbunte Blumentapete entrollte, ist die afrikanische Kulisse auch in der Entfernung detailreich. Wenn die Mittagssonne im Zenit steht und die trockene Wüstenei kitzelt, bekommt man richtig Angst. Vor dieser Abgeschiedenheit, vor dieser Hitze, vor dieser Leere, die bedrückend, aber auch etwas enttäuschend sein kann.
Letzteres deswegen, weil dieser riesige Spielplatz zwar ein fast makelloser, aber in Hinblick auf die Tierwelt kein lebendiger ist. Wenn die Entwickler die Wildnis Afrikas schon so brillant beschwören, warum gibt es dann nur so wenig Vitalität? Diese harmonisch im Wind wiegende Flora ist schlicht ein Fest für die Augen; aber warum passiert hier so gut wie nichts? Wieso hat sich Ubisoft in Sachen Fauna so sehr zurückgehalten? Es gibt ja Büffel, die lautstark von dannen trampeln. Oder Antilopen. Oder Zebras, die erschrocken die Flucht ergreifen, wenn das Rattern eines Gewehrs die beängstigende Stille zerreißt. Aber erstens tauchen all diese Tiere bestenfalls alle Jubeljahre auf, und zweitens gibt es beispielsweise keine Raubkatzen, die der Atmosphäre so gut getan hätten.
Animalische Überlebenskämpfe fehlen ebenso wie überraschende Ereignisse, die einen daran erinnern, dass man hier eigentlich geradewegs in einen Krieg gestolpert ist. Das sagen zumindest das Handbuch und der Jeepfahrer am Anfang. Wenn sich hier die zwei Parteien APR und UFLL einen erbitterten Kampf liefern, warum gibt es dann nicht mal bewaffnete Auseinandersetzungen? Wieso entbrennen keine Schießereien? Warum fühlt sich dieser Krieg, der eigentlich direkt vor der Haustür toben sollte, so weit entfernt an? Gäbe es nicht überall von Feinden besetzte Außenposten, die sofort das Feuer eröffnen, man würde irgendwann von dieser Leere verschluckt.
Warum tun sie das? Weil ich ein Söldner bin. Und zwar ein richtig zäher. Einer, der sich trotz frisch eingefangener Malaria immer wieder vom Boden aufrappelt. Einer, der zwischen UFLL und APR schwankt, beide Seiten bedient und in diesem Konflikt eigentlich nur ein Ziel hat. Das nennt sich schlicht "Schakal", ist ein Waffenhändler, der die Streithähne mit Kriegsgerät versorgt und sich nur an wenigen Stellen beim Kapitelwechsel blicken lässt. Bis der dran glaubt, ist es noch ein weiter Weg. Und der führt über die verfeindeten Fraktionen, die in der Stadt Pala ansässig sind und euch mit Missionen versorgen. In dieser Zone herrscht zwar Waffenstillstand, aber irgendwie fühlt sich das hier trotzdem wie ein freundliches Miteinander an, wenn keine Soldaten grölen, kein Gezeter ausbricht. Vielleicht hätten unterschiedliche Hauptquartiere für beide Parteien erzählerisch mehr Sinn gemacht, aber wenigstens kann man sich so auch noch vor Ort entscheiden, welche Seite man unterstützen will.
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Tadian
27.10.2008, 18:17 Uhr
Sorry aber von Grafik lass ich mich schon lange nicht mehr blenden ^^
Fotomoloman
26.10.2008, 22:08 Uhr
Thrice Cursed
25.10.2008, 16:34 Uhr
LongdongJohnson
23.10.2008, 14:29 Uhr
Rochenkoenig
23.10.2008, 11:00 Uhr