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Plattformen:
PS3, XBox 360
Release:
Playstation 3: Februar 2009
XBox 360: 19. Oktober 2007
Status:
Released
Publisher:
Atari
Entwickler:
Namco Bandai
Genre:
Rollenspiel
USK:
Ab 12 Jahren
Offizielle Seite:
keine Angabe
Fanseite:
keine Angabe

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Denis Brown | 25.02.2009, 12:51 Uhr

Eternal Sonata - Test
Ein lehrreiches Musikmärchen

1 3 Wertung

Nach dem Xbox 360-Besitzer schon eine ganze Reihe an Rollenspielen genießen können, bekommt auch die PS3 immer mehr Zuwachs in diesem Genre. So wurde nun auch das etwas mehr als ein Jahr alte Eternal Sonata für Sonys Flaggschiff portiert und nebenbei um einige Inhalte erweitert.
Derzeit können Rollenspieler mit PS3 unter dem Fernseher die Vertreter ihres Lieblingsgenres noch an einer Hand abzählen. Doch scheint die erhoffte Trendwende nicht mehr lange auf sich warten zu lassen, schließlich erscheinen nach und nach mehrere Hoffnungsträger, die der Actionlastigkeit der Software-Bibliothek entgegenwirken sollen. Darunter auch "Eternal Sonata", ein sehr japanoides RPG im Anime-Stil, das kürzlich erschienen ist und uns mit einem ungewöhnlichen Storymix aus realen und fiktiven Elementen überrascht. Xbox 360-besitzer konnten das zauberhafte J-RPG bereits vor über einem Jahr genießen und waren recht angetan.

Dreh- und Angelpunkt von "Eternal Sonata" ist der Tod Frédéric Chopins, eines der einflussreichsten Pianisten und Komponisten der Romantik, der 1849 einer über Jahre hinweg verschleppten Tuberkolose erlag. Drei Stunden vor seinem Dahinscheiden im Bett eines vornehmen Pariser Haushaltes träumt dieser von einer blühenden Märchenwelt, in der er sich in seiner eigenen Gestalt frei bewegt und einer Hand voll seltsamen Charakteren hilft, die Pläne eines selbstsüchtigen Königs zu durchkreuzen - das will uns zumindest die Story von Eternal Sonata glauben machen. Dabei ist er sich durchaus bewusst, dass er im Sterben liegt und lediglich träumt. Schließlich symbolisieren viele Gegebenheiten die Umstände, unter denen Chopin sein Heimatland Polen verlassen musste. Ganz zu schweigen davon, dass ein Großteil der Personen und Orte Namen aus der Musiktheorie trägt. So gibt es zum Beispiel einen Fluss namens Medley (mehrere Musikstücke, die zu einem verquirlt wurden), ein Dorf mit dem Namen Ritardando (eine musikalische Tempoangabe), oder Charaktere die Allegretto, Polka oder Viola heißen. Die Welt, von der Chopin träumt, reflektiert also ganz eindeutig sein Leben und alles, was ihm wichtig ist. Allerdings weiß er selbst nicht so genau, warum er eigentlich von ihr träumt und eine wichtige Rolle in den Geschehnissen einnimmt.

Somit ist bereits der Einstieg in Eternal Sonata mit einer Portion Schwermütigkeit behaftet. Der Tod ist ein zentrales Thema, auch für einige Einwohner der Traumwelt. Denn offensichtlich gibt es hier Personen, die über magische Kräfte verfügen, diese Fähigkeiten aber nur durch eine tödliche Krankheit verliehen bekamen, und von der Gesellschaft ausgestoßen wurden. Das vierzehnjährige Mädchen Polka leidet ebenfalls unter dieser Krankheit und hat es schwer in dieser Welt, da jedermann den Kontakt mit ihr scheut - aus Angst, sich anstecken zu können. Doch ist das nicht ihr einziges Problem, denn obendrein will ihr niemand mehr ihre selbstgemachte Medizin abkaufen. Stattdessen zieht es die Bevölkerung vor, ein universell wirkendes Mineralpulver zu konsumieren, das vom selbstsüchtigen König "Walzer" zum Spottpreis unter die Leute gebracht wird. Leider ahnt niemand, dass eine dauerhafte Verwendung dieses Wundermittels schreckliche Nebenwirkungen mit sich bringt, und die Konsumenten auf lange Sicht in willenlose Kämpfer verwandelt, die dem Despoten als Armee dienen sollen. Auch Polka weiß davon nichts, doch bringt sie ihre finanzielle Notlage dazu, Walzer aufzusuchen. Ähnlich ergeht es auch anderen Bewohnern der Stadt Ritardando, doch leiden sie eher unter der hohen Versteuerung der Lebensmittel. Und so starten mehrere Gruppen aus unterschiedlichen Motivationen den Marsch zum Schloss des Königs. RPG-typisch gibt es eine große Zusammenkunft, die zur Formung einer Interessengemeinschaft führt, der sich auch der noch ratlose Frédéric Chopin anschließt, obwohl er nicht ahnt, dass er somit zum Teil einer Revolutionsbewegung wird.

Soweit die grundlegende Story. Doch obgleich sich die Gegebenheiten der Traumwelt nicht allzu sehr von den Geschichten anderer hochtrabender RPGs unterscheiden, bringt Eternal Sonata durch die Anspielung auf reale Ereignisse eine erfischende Abwechslung ins Einerlei der japanischen Rollenspiele. Viele Personen und Storywendungen beziehen sich symbolisch auf Chopins reales Leben. Musikbanausen brauchen dabei allerdings nicht zu befürchten, dass sie die Anspielungen nicht verstehen, denn netterweise dokumentiert das Spiel wichtige Ereignisse mit einer Einsicht in hervorstechende Lebensabschnitte des berühmten Komponisten. Das heißt im Klartext, dass hin und wieder ein Schwenk in die Realität vollzogen wird, in dem euch kurze Texte mit hochaufgelösten Fotos und Einspielungen seiner Klavierwerke das Leben und Leiden Chopins näherbringen. Auch wenn die Texte relativ kurz gehalten wurden und somit nur an der Oberfläche kratzen, beweist Eternal Sonata dadurch einen ungeahnt intellektuellen Tiefgang, der die Neugier anregt.

1 3 Wertung




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