Electronic Arts
Hatte einen Irak-Kriegs-Shooter in Arbeit
Das zumindest berichtet Danny Bilson, der vor seinem Job als Publishing-Chef bei THQ als Leitender Angesteller von Electronic Arts an besagtem Titel mitwirkte.
"Als ich noch für meinen früheren Arbeitgeber arbeitete, musste ich mitten im Irakkrieg nach Großbritannien und versuchen, mit meinen Chef über ein Spiel zu sprechen, das wir nie würden fertigstellen können - es war bereits auf einem guten Weg. Denkt daran, selbst in den USA ist man sich über diesen Krieg uneins. Wenn man dann als unvorsichtiger Amerikaner nach Übersee geht, rennt man quasi in eine Mauer. Oder man verkauft einfach nichts."Offensichtlich war man sich bei Electronic Arts also uneins darüber, ob ein im Irakkrieg angesiedelter Shooter bei den potentiellen Kunden gut ankommen würde.
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Zamzamah
10.08.2010, 16:59 Uhr
Wer sich so daran stört, für den sind reale Bilder weit schlimmer. Und diese gibt es tagtäglich en masse im Fernsehen.
Da ist es nichtmal Spiel oder Schauspiel.
Das interessiert komischerweise niemanden.
Ich wills spielen, weil mir so eine Atmosphäre gefällt. In der Realität ist es schlecht, weil Menschen dabei rumkommen.
Im Spiel erlebe ich Spannung und werde gefordert.
Mach nicht den Fehler zu glauben, dass das Erlebte im Spiel wirklich emotional wahrgenommen wird. Das ist nämlich nicht so. Wenn du Shooter spielst, denkst du auch nie daran, was für ne Familie der Gegner haben könnte, sondern konzentrierst dich auf den Sieg. Rein mathematisch:
Wo stehe ich, welche Ecken decke ich mit meiner Sichtlinie alles ab, wohin ziele ich. Null Emotion bezüglich des Opfers.
Somit auch kein Zusammenhang zur Gewalt. Anders wären ja alle Shooter-Spieler gewalttätig, und das ist bekanntlich nicht so.
Die Geschichte mag ich.
Ebenso wie andere Thriller mögen, wo Leute gekillt werden, zerstückelt oder entführt.
Krimis usw. Alles das gleiche Prinzip der Story.
Wenn eine Namensänderung nicht reicht:
Was zur Hölle machen dann BadCompany2, MW1 und MW2, CS:S usw. im Handel?
Da haste auch Wüste usw. und weißt genau, welchem Krieg das nachempfunden ist.
Hier regt sich auch niemand auf.
kalthorak
10.08.2010, 16:39 Uhr
Stelle dir die Hinterbliebenen vor, die durch nen Elektronikmarkt laufen und dort die Verpackungen samt riesiger Werbung und lebensechtem Soldaten sehen: 'Spielt den "Irak"-Krieg nach und erlebt, was so alles passiert ist.'
Wenn du Krieg für moralisch verwerflich findest, warum willst du dann einen Krieg nachspielen? Und wenn jetzt die "nur ein Spiel"-Argumentation kommt, sag das einfach mal den Hinterblieben direkt ins Gesicht.
Eine einfache Namensänderung reicht so lange aus, bis es jemand gespielt hat. Setting, Waffen, Landschaften, Missionen,.... würden Rückschlüsse zulassen, welchen Krieg man nun nachspielt. Zusätzlich wäre ein Verkaufsargument weg und entweder man will was realistisches (dann ists nicht echt genug) oder man will irgendwas unrealistisches (dann ists zu echt).
Funktionier ja genauso gut wie bei Wolfenstein, da weiß auch jeder, wer der Böse ist, auch wenn es nicht gezeigt werden darf.
Zamzamah
10.08.2010, 16:22 Uhr
Ob da jetzt am Anfang der Mission steht "Irak" oder "Afghanistan" oder "Fantasistan" ist egal.
Wenn die so gestört sind, werden sie dazu kommen, keine Sorge.
Ich schreibe auch niemandem vor, wie er damit umgehen soll.
Ihn stört es? Nicht spielen!
Genau genommen maßen sich die anderen an, mir vorzuschreiben, dass ich das nicht darf.
Warum muss man Kritik am Krieg üben? In einem Videospiel.
Jemand, der nicht versteht, dass Krieg schlecht ist, hat schwerste moralische Störungen (nach meinem Wertesystem) und der wird sicher nicht durch ein Unterhaltungsmedium umgepolt.
Das ist so sicher wie das Amen der Kirche.
Und zu EA:
Hast du meinen Post gelesen?
Die Änderung eines einfachen Namens würde jegliche Kritik verblassen lassen.
kalthorak
10.08.2010, 16:15 Uhr
Mit dem Tod geht sicher jeder etwas anders um und ich maße mir nicht an, dass ich anderen vorschreibe oder bewerte, wie sie damit umzugehen haben. Stell dir einfach nur mal nen US Kiddy vor: "Komm lass uns einfach mal nachspielen, wie unser Nachbar/Freund/Verwandter/Bekannter im Irakkrieg vorgestern umgekommen ist und wie er vorher nochmal x Gegner mitgenommen hat." Was kommt dir daran _nicht_ falsch vor?
Es wird sicher nicht verherrlicht, aber ich habe noch keinen Shooter oder Spiel gesehen, das wirklich Kritik an einem Krieg übt. Die Frage ist eben, ob ein "einfach eine Geschichte erzählen" gerde das richtige ist.
Es wurde viel Geld dafür investiert und EA hat wohl gesehen, dass sie mit der Veröffentlichung wohl das Risiko eingegangen wären, den Ruf zu verlieren. Jetzt nicht in der Spielegemeinschaft sondern in der breiten Masse.
Zamzamah
10.08.2010, 16:03 Uhr
Diese Ausrede von EA ist lächerlich.
Wäre das wirklich das einzige Problem, sehe die Lösung wie Folgt aus:
Alle Vorkommen des Wortes "Irak" mit einem fiktiven Schauplatz ändern und voila. Fertig ist das sozial akzeptierte Spiel, obwohl 1:1 das Selbe gezeigt wird.
Zamzamah
10.08.2010, 15:15 Uhr
Kannst du auch sagen warum?
Ich habe einen Onkel und beide Großväter im Krieg verloren.
Aber sie sind nunmal weg. Da hilft keine Trauer und kein Schmerz.
Ich hätte kein Problem damit, ein Spiel mit Balkankriegs-Setting zu zocken.
Ja, ich fände es sogar reizvoll.
Antikriegsfilm?
Was ist daran bitte "Anti"-Krieg?
Ebenso "Anti" oder "Pro" Krieg sind Spiele. Nämlich garnicht.
Es wird ja nichts verherrlicht, nur eine spannende Geschichte erzählt.
Warum sollte mich sowas stören bitte?
Und selbst wenn ich es nicht mag: Dann spiele ich es nicht. Same Shit wie bei Filmen.
kalthorak
10.08.2010, 15:03 Uhr
Mir egal, wenn du mir vorwirfst, dass ich Scheuklappen aufhabe, aber ein echter immer noch aktueller Krieg ist definitiv das falsche Thema für ein Spiel.
Zamzamah
10.08.2010, 13:33 Uhr
Ist immer sehr nervenaufreibend.
The Hurt Locker hat das nur verstärkt, seitdem spiele ich Kriegsshooter weit lieber.
Kommt natürlich auf die Umsetzung an, aber da kann man wirklich net viel falsch machen.
Leider haben noch zu viele Leute nicht die Fähigkeit, um nüchtern auf solche Themen zu blicken.
Scheuklappen sind und waren schon immer die Präferenz bei der "großen" Gesellschaft.
Schade, und das, obwohl uns ein Hirn geschenkt wurde.