EA Origin
Electronic Arts bezieht Stellung: 'Origin ist keine Spyware'
In einem offenen Brief an alle Kunden und Battlefield-Fans drückt Olaf Coenen, Geschäftsführer von EA Deutschland, offiziell sein Bedauern für die Verunsicherung aus, die in den vergangenen Tagen aufgrund diverser Unklarheiten bezüglich der Lizenzvereinbarungen und Datenerhebungen der Origin-Plattform entstanden sei.
Dabei betont Coenen vor allen Dingen, dass Origin ganz sicher keine Spyware sei. Weder nutze man bei Electronic Arts solche Software, noch installiere man derartiges auf den PCs seiner Kunden. Origin erfasse lediglich in begrenztem Umfang Informationen, die für das Kaufen, Herunterladen, Zugreifen und Spielen von Games notwendig seien. Nachfolgend findet ihr sämtliche von Coenen angesprochenen Punkte im Original-Wortlaut:
Origin sei nicht nur als Plattform zum Kaufen, Herunterladen und Aktualisieren von Spielen gedacht, sondern solle vielmehr auch soziale Funktionen wie Profile, plattformübergreifende Freundeslisten und Chats integrieren, so Coenen weiter. Die durch das System erhobenen Daten dienten ausschließlich dem Zweck, das Online-Spielerlebnis der Spieler weiter zu verbessern.
- "Wir haben die Endnutzer-Lizenzvereinbarung von Origin aktualisiert, um im Interesse unserer Spieler mehr Klarheit zu schaffen. Die aktualisierten Origin Lizenzvereinbarungen können Sie hier einsehen."
- "Uns ist ganz wichtig zu betonen: Origin ist keine Spyware. Weder nutzen noch installieren wir Spyware auf Ihren PCs. Origin erfasst in begrenztem Umfang Informationen, die notwendig sind, um Ihnen das Kaufen, Herunterladen, Zugreifen und Spielen von Games und Spiele-Inhalten zu ermöglichen. Die Informationen werden zudem benötigt, um Online-Verbindungen mit anderen Spielern herzustellen sowie Inhalte und Software-Updates direkt auszuliefern. Die Daten werden auch dazu genutzt, das Auftreten kleinerer Software-Fehler sofort zu erkennen und auszubessern."
- "Auf Informationen wie etwa Bilder, Dokumente oder persönliche Daten, die nichts mit der Ausführung des Origin-Programms auf Ihrem System zu tun haben, wird weder von uns zugegriffen noch werden sie von uns gesammelt."
- "Alle Informationen, die wir mit Origin erheben und nutzen, stellen sicher, dass Sie so einfach wie möglich auf Ihre Spiele zugreifen und dabei den vollen Service und das beste Spielerlebnis genießen können, das EA zu bieten hat."
- "EA nimmt den Datenschutz seiner Nutzer sehr ernst. Wir haben alle Vorkehrungen getroffen, um Ihre persönlichen und anonym erhobenen Nutzerdaten zu schützen."
- "Die Lizenzvereinbarungen von Origin entsprechen branchenüblichen Datenschutzerklärungen, wie sie von vielen anderen populären Web Services verwendet werden. Soweit erforderlich werden wir selbstverständlich mit den zuständigen staatlichen Stellen zusammenarbeiten um sicherzustellen, dass unsere Richtlinien gesetzeskonform sind und bleiben."
Den kompletten offenen Brief von Olaf Coenen findet ihr auf ea.com.
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Erutan
03.11.2011, 16:09 Uhr
Daten werden an Amazon Web Services gesendet
Zwar durchlaufe Origin beim Start alle Ordner und Unterordner des Pfades "C:ProgramData", das sei allerdings nicht ungewöhnlich, schließlich müsse Origin stets prüfen, ob sich unter diesem Pfad noch die Konfigurationsdatei befindet. "Durch Abrufen des Ordnerinhalts von "ProgramData" werden von den entsprechenden Funktionen auch automatisch andere Informationen wie Dateigröße, Attribute (Versteckt, Schreibgeschützt,..) sowie Dateirechte (Besitzer, Lese/Schreibrechte) eingeholt."
Doch damit nicht genug der Analyse, schließlich steht noch ein weiterer Vorwurf im Raum. So haben diverse selbsternannte Programmierer behauptet, Origin würde Daten an Amazon senden. Das ist generell auch nicht falsch, allerdings werden Daten von Origin nicht an den Amazon-Shop gesendet, sondern vielmehr an die Amazon Web Services, eine Datencloud. Origin nutzt dieses Content Delivery System, um Daten nicht von einem zentralen Server abrufen zu müssen. Das verbessere vor allem die Performance. "Dies geschieht über den eingebauten Websiterenderer "Webkit", welcher auch in Chrome verwendet wird. EA hat also keine eigene Cloud, sondern mietet diese, wie viele andere große Unternehmen an."
Auch PC Games wurde eine Mail zugespielt. Die Quelle arbeitet für eine große Cheater-Seite und steht daher eigentlich in einem Interessenskonflikt mit Electronic Arts. Was derzeit allerdings über Origin verbreitet werde, sei haltlos. "Wir haben Origin auseinander genommen und sind zu dem Ergebnis gekommen, dass diese ganze Panikmache von wegen Spyware insofern Blödsinn ist, da in dem kompletten Code in keinster Weise was von irgendwelchen scannenden Threads, Tools, geschweige denn Prozessen zu finden ist, welche auch nur im Geringsten die derzeitige Hetzkampagne der deutschen Medien rechtfertigt."
Der Analyse zufolge scannt Origin lediglich EA Ordner, verwertet ausschließlich Nutzungsdaten der eigenen Spiele und scannt die MD5-Signaturen von EA Games, um beschädigte oder modifizierte Dateien durch Originale zu ersetzen. Außerdem würden Informationen ausgelesen, um mögliche Cheater dauerhaft auszusperren. Auch zu den zahlreichen Youtube-Videos hinsichtlich vermeintlicher Systemscans nimmt die Analyse Stellung. Bei diesen handele es sich um ein Anti-Viren-Programm, das seine Arbeit verrichtet. Der Video-Ersteller habe der AntiVirus.exe einfach den Namen und das Logo von Origin verpasst."
Nestro
02.11.2011, 12:04 Uhr
Recht zu haben bringt nur dann faktisch etwas, wenn man zugleich auch die Möglichkeit bekommt sein Recht durchzusetzen. Da aber EA keinen Sitz in Deutschland hat, sind alle strafrechtlichen Maßnahmen unwirksam. Es offenbaren sich also ungeahnte Gesetzeslücken (+Internet Willkür).
Bleibt nur zu hoffen, dass Origin nicht bei SW:TOR eingesetzt wird >_<
Segaia
02.11.2011, 11:18 Uhr
Danke für diesen Link. Ob EA nun Daten sammelt oder nicht... allein wegen der EULA wird Origin niemals auf meiner Platte landen.
Leidergottes hat jeder schon einmal - bewusst oder unbewusst - so eine ähnliche EULA akzeptiert, Origin oder nicht. Daher finde ich es gut, dass hier mal eine zerfleddert wird und die Aufmerksamkeit auf dieses Datenloch gelenkt wird.
PS.: WTF ist das dreist, was die in der EULA stehen haben.
imported_Goox
02.11.2011, 01:00 Uhr
Danke. Diese Einstellung, sofern durchgehalten, da kann man wirklich nur gratulieren! Ausserdem macht EA die Aussage, dass Origin bei SWTOR noch(achtung) nicht in Planung ist.
grille357
01.11.2011, 19:05 Uhr
Wer sich dafür entscheidet, Facebook, Steam, Google, Battle.net oder wie hier EA nicht seine Daten zu geben, muss sich dafür entscheiden, die Produkte des Herstellers zu meiden. Was ist daran beschweuert? EA muss dies mit einkalkulieren. Bescheuert erscheint mir hier eher, jetzt und extra zu diesen Diskussionen, sein User-Icon auf ein EA-Symbol zu ändern.
Kull
01.11.2011, 18:41 Uhr
Viel interessanter und für uns User sinnvoller ist, sich gegen die EULA zu wehren. Die ist rechtlich bindend und nicht mal EA würde es wagen, sich auf einen Rechtsstreit deswegen einzulassen.
Erste Zugeständnisse sind ja schon gekommen und das ist für einen Riesen wie EA ein durchaus großes Ding und zeigt, dass Protest nie verkehrt sein kann, obwohl das Spiel auch so schon ein Erfolg für EA ist.
Sofern ich das hier verlinken darf, halte ich in diesem Zusammenhang diesen Beitrag der Gamestar für interessant: Anwalt schaut für Gamestar in die EULA
Ich bin zwar der Meinung, jeder kann mit seinen Daten machen was er will und Datenkraken wie Origin sind keine Gefahr für meinen Alltag, aber ich freu mich schon auf EAs Reaktion, wenn als nächstes der Chaos Computer Club Origin auseinandernimmt. :)
Oh und stimmt, die Sache hats ja bis in die Nachrichten geschafft. :D
Erutan
01.11.2011, 18:04 Uhr
/sign Finde es cool Fernseh Medien berichten nun auch drüber :D
Kull
01.11.2011, 17:36 Uhr
EA bietet mit Origin wie Google, Steam, Facebook oder jedes beliebige Forum einen Service an und im Gegenzug will der Anbieter nun mal wissen, wie man den Service "verbessern" kann - und natürlich, wie man mehr Leute anlocken und individualisierter werben kann oder welche Spiele wie gespielt werden.
Origin ist nur eine Möglichkeit von vielen, an unsere Daten zu kommen.
Der Ärger darüber ist natürlich schon absolut gerechtfertigt.
Aber auch Datenschutz-Idealisten müssen einsehen, dass jeder selbst abwägen kann, obs einem BF3 persönlich wert ist, ein Stück weit Daten preiszugeben.
Erutan
01.11.2011, 17:00 Uhr
Ich habe das Tool seit gestern durchlaufne lassen ;) auf allen 3 PC´s laufen lassen...
Es passiert einfach nicht das was hier einige per Screenshort behaupten ...
Soll jeder für sich selber wissen was er Glaubt und was nicht gut is.
Another45
01.11.2011, 16:00 Uhr
Wäre traurig wenn viele so eine Einstellung hätten