Im neusten Teil der Driver-Reihe taucht der Spieler gleich in zwei Epochen ein und erlebt New York 1978 und 2006. Zugleicht feiert die Serie die Premiere auf Nintendo Wii.
Es ist ein sonniger Tag und New York erwacht gerade erst. Die Vögel zwitschern, die Geschäfte öffnen für die Kundschaft und es scheint ein herrlicher Sommertag zu werden. Wenige Sekunden später erschrillt ein Alarm. Drei maskierte Männer stürmen aus der Bank. Langsam ergibt alles einen Sinn: Der Wagen vor der Tür, der dort seit fast fünf Minuten mit laufendem Motor steht, gehört zu dem Trio. Die Türen schwingen langsam zurück und man glaubt beinahe, dass nichts geschehen sei. Sekundenbruchteile später wirbelt Staub auf, das Quietschen der Reifen ist auch noch vier Blocks weiter zu hören. Die ersten Polizeiwagen treffen ein und nehmen sofort die Verfolgung auf. Eine halsbrecherische Jagd durch die Innenstadt beginnt.
Selbst große LKW warten auf den Spieler. Insgesamt fehlt es aber an Abwechslung für den Driver-Fan.
Dies ist in Driver: Parallel Lines keine Ausnahme, sondern die Regel. In dem neuesten Teil der beliebten Reihe stehen Verbrechen und heiße Verfolgungsjagden an der Tagesordnung. Erstmals erscheint ein Titel der Serie nun auch für Nintendo Wii. UbiSoft versprach erst kürzlich, dass halbherzige Umsetzung für die neue Konsole der Vergangenheit angehören sollen: Qualität hat man sich auf die Fahnen geschrieben. So wirft die Veröffentlichung gleich zwei Fragen auf: Kann Driver wird zu neuem Glanz auferstehen und die Umsetzung auf Nintendo Wii wirklich grenzenlos überzeugen? Als vor einigen Jahren der erste Teil der Driver-Reihe für den Computer angekündigt wurde, waren die Magazine voll mit den Berichten und ein jeder war gierig nach Screenshots und ersten bewegten Bildern. Driver selbst konnte beim Erscheinen den zahlreichen Vorschusslorbeeren nur knapp gerecht werden.
Ein Neustart, der braucht nicht nur eine gute frische Geschichte, sondern auch einen neuen Charakter. Am besten noch sehr viel cooler, als jemals zuvor: In Driver Parallel Lines ist man genau aus diesem Grund nicht mehr mit Tanner in den Straßen auf einem heißen Reifen unterwegs, sondern mit TK. Wie sagt man so schön: Das Geld liegt auf der Straße. Genau so sieht es auch TK und verdient sich seinen Lebensunterhalt als knallharter Fluchtwagenfahrer. Damit er auch stets genügend Jobs hat, kümmert sich sein Kumpel Ray darum, dass stets Aufträge warten. Es scheint sich gut zu entwickeln. Das Duo kann ordentlich feiern, ist jung und bei den Damen begehrt. Es könnte kaum mehr besser laufen - die 70er sind genau ihre Zeit.
Zwar geht es in den New Yorker Straßen actionreich zur Sache, die Steuerung macht dem Spielspaß aber einen Strich durch die Rechnung. Vor allem das Fahren - einst Mittelpunkt der Reihe - wird zum Debakel.
Eines Tages soll sich aber das gesamte Leben verändern, denn als TK den Auftrag erhält, einen verfeindeten Kolumbianer zu entführen, scheint Ärger in der Luft zu liegen. Es geht um das Kokaingeschäft in der Stadt - eben jenes wollen seine Auftraggeber ganz für sich allein. An TK denken sie dabei herzlich wenig und so muss er als Sündenbock herhalten und die kommenden Jahre im Knast sitzen. Satte 28 Jahre hinter schwedischen Gardinen, die in ihm nur einen Willen stärken: Rache nehmen und die einstigen Auftraggeber zur Strecke bringen. Im Verlauf des Spiels trifft man aber nicht nur auf TK und Ray, sondern ebenso auf viele weitere Charaktere. Vom eiskalten Mexikaner bis hin zum Player Corrigan sind alle Facetten abgedeckt.
Die Entwickler beweisen schon durch die Charaktere ein gewisses Geschick für die Inszenierung der Hintergrundgeschichte. Notwendig ist es auch, da die Geschichte zwar durchaus nett klingt, aber in fast jedem zweiten Gangsterfilm ähnlich erzählt wird. Auf dem Weg zur Rache trifft man aber nicht nur auf jede Menge Spießgesellen, sondern auch auf actionreiche Missionen. In bester Driver-Manier geht es mit quietschenden Reifen um die Ecke, denn endlich heißt es wieder mit heißen Kisten zu rasen. Erfreulich ist es, dass dabei die Vielfalt nicht zu kurz kommt. Zwar heißt es vereinfacht von A nach B heizen, die Gegner abhängen oder verfolgen und in der Zeit zu bleiben. Davon einmal abgesehen gilt es aber in der hektischen Jagd mit der Polizei im Nacken daran zu arbeiten, dass man Rache nehmen kann. Auf dem Weg warten dabei die unterschiedlichen Missionen, wie das Hochnehmen eines Geldtransporters.
Torsten | Onlinewelten GmbH
26.07.2007, 11:10 Uhr
Die Bedienung kann sehr viel harmonischer umgesetzt werden, dies haben andere Darbietungen längst auf Nintendo Wii gezeigt.
Übrigens: Schonmal in den Gegenverkehr gekommen, weil das Nunchuk unabsichtlich geneigt wurde? So schön und gut die Steuerung vielleicht auf den ersten Blick scheinen mag, im Detail ist sie nicht spielbar.
Von den verdrehten Fingern ganz zu schweigen. Gerade in der Hektik ist es alles andere als "recht einfach" - es soll perfekt sein.
Ger77
25.07.2007, 22:54 Uhr