Diskussion um Killerspiele - Special
Politik, Presse und Industrie im Fachgespräch
Unter dem Motto "Computerspiele: Was wird hier gespielt?" trafen sich Vertreter der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BPjM), des Bundesverbandes G.A.M.E., der Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationsstruktur oder auch der Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK). Zwar war der Termin dieses Fachgesprächs bereits lange Zeit vorher geplant, doch durch die aktuelle Situation bekam das Treffen natürlich eine besondere Brisanz.
Der Eingang zum Paul-Löbe-Haus, welches direkt gegenüber dem Kanzleramt und seitlich vom Reichstag zu finden ist.
Erster Sprecher nach der Einleitung war Kai Gehring (MdB), welcher das Verbot von Killerspielen nicht als Ziel führend ausgab. Eher sollte man sich Gedanken über die Integration von sozial Alleingelassenen machen und die Medienkompetenz für Eltern und Kinder fördern. Gute Spiele braucht das Land und gute Spiele müssen an die ältere Generation herangeführt werden. Das Informationsgefälle der Generationen sei deutlich zu groß und nur wenige wissen, dass die Videospielindustrie mittlerweile mehr Umsatz macht, als die Kinoindustrie.Professor Dr. Winfrid Kaminski, Leiter des Instituts für Medienpädagogik und -forschung an der Fachhochschule Köln, brachte den meiner Meinung nach besten Vortrag des Tages und erklärte, dass Betroffenheit kein Ratgeber sein kann. Denn diese Betroffenheit führe zu kurzen und unüberlegten Handlungen bzw. Forderungen. Nachdem Herr Kaminski bereits die Woche zuvor bei den Kollegen von GIGA war und sich über das Thema bestens informiert hatte, kritisierte er auch das Vorgehen der Politiker. So könne man als Blinder nicht von Farben erzählen. Auch über die mittlerweile bekannte Sendung Hart aber fair äußerte sich Professor Dr. Kaminski mit großen Bedenken. Ihm falle nichts mehr ein, wenn eine Ministerin überhaupt keine Ahnung von Computerspielen habe und sich anhand von ein paar Ausschnitten für ein Verbot stark mache. Als Beispiel dafür, dass solch eine zusammen geschnittene Reportage jeglicher Richtigkeit und Fairness gegenüber der Spieleindustrie entbehrt, nahm er des Deutschen liebsten Sport: So könne man nicht einem vollkommen Fremden nur die schlimmsten Fouls einer Fußball-Partie zeigen und sagen: "Das ist Fußball". Weitere sehr gute Beispiele waren die in der Öffentlichkeit so gelobten Filme rund um den Herr der Ringe oder Harry Potter. Auch dort gibt es durchaus schlimme und harte Szenen - dennoch schrecken die Eltern nicht zurück, solche Filme ihren Kindern zu zeigen. Um sich ein richtiges Urteil bilden zu können, müsse man die Spiele auch selbst spielen und begreifen um was es genau geht und nicht fünf Minuten über die Schulter eines Spielers gucken. Die Gesellschaft mache es sich zu leicht die Jugend unter Verdacht zu stellen. In diesem Zusammenhang lobte Professor Dr. Kaminski auch die Arbeit der USK, welche durch die letzten Vorkommnisse verstärkt unter Beschuss geriet. Abschließend wurde das Engagement der Jugendlichen gelobt, welches sich beispielsweise beim Organisieren einer LAN-Party zeige. Man würde dadurch Kompetenzen und organisatorische Talente fördern.
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murrad
20.02.2007, 14:57 Uhr
juhuuu
20.02.2007, 14:56 Uhr
Balduran
07.01.2007, 01:40 Uhr
werden die ja offensichtlich als Vorbild für Gewalttaten dienende Ego-Shooter vorgeschoben. Ich kann mich noch lebhaft an eine Reportage des Nachrichtenmagazins Monitor in den Neunzigern erinnern. Damals war es der satanskultfördernde, bitterböse Heavy Metal der unsere arme Jugend zu Massenmördern machen sollte. Auch zu dieser Zeit glänzten unsere Medien durch extrem sauber recherchierte Berichte (IRONIE ;-)).
Ich stelle mal eine These auf: Zieht den Menschen weniger Geld aus den Taschen liebe Regierungsmitglieder, dann kann sich wenigstens ein Elternteil um die verwahrlosten Kinder kümmern.
Gebt der Jugend Perspektiven und schafft dieses unmenschliche, auf Selektion begründete Schulsystem ab. Schenkt euren Kindern mehr Aufmerksamkeit und Zuneigung, interessiert euch für ihre Probleme liebe Eltern. Zeigt den Jugendlichen wirkliche Werte wie Freundschaft, Ehrlichkeit, Mitgefühl und Respekt vor dem Anderen, liebe Werbemacher (Geiz ist nämlich nicht geil sondern abartig lieber Saturn) und dann kann man sich das Verbot von Ego Shootern sparen. Komisch das sich bei den Amokläufern alles auf die Shooter konzentriert hat. Das in den meisten Fällen ein desolates Elternhaus, Einsamkeit, extremer Leistungsdruck, emotionale Kälte des Umfelds und vor allem der Zugang zu realen Waffen gegeben war, scheint niemanden wirklich zu interessieren.
Ich glaube der Amokläufer spielt Egoshooter um seine Aggressionen, die unsere Ellenbogengesellschaft verursacht hat, abzureagieren(was ihm leider nicht gelingt) und nicht der Ego-Shooter-Spieler wird zum Amokläufer.
Tina
27.12.2006, 08:43 Uhr
Die Kinder die so ausrasten, sehnen sich wahrscheinlich nach mehr Aufmerksamkeit, Aufmerksamkeit, die ihnen zuhause fehlt.
Das Problem liegt nicht bei den Computer-Spielen, vielmehr liegt es daran, dass die Eltern sich immer weniger um ihre Kinder und deren Probleme kümmern.
Mick
23.12.2006, 11:09 Uhr
Naitsirhc
23.12.2006, 07:48 Uhr
blade
08.12.2006, 17:04 Uhr
Leschni I Onlinewelten GmbH
07.12.2006, 19:18 Uhr
- Die Grünen
Welcher Begriff passt nicht in die Reihe?