Diskussion um Killerspiele
Student wegen kontroversem Grenz-Shooter im Kreuzfeuer der Boulevardmedien
Doch warum dieser selbst inszenierte Medienrummel samt nur allzu gerne zur Schau getragener Empörung über so viel 'Widerwärtigkeit'? Auslöser ist der Medienkunststudent Jens M. Stober, der die Modifikation als Vordiplom-Projekt für die Hochschule für Gestaltung (HfG) in Karlsruhe entwickelt hat.
1378 (km) versetzt bis zu 16 Spieler an unterschiedliche Abschnitte der 1378 Kilometer langen innerdeutschen Grenze, die das Land mehr als 28 Jahre lang in Ost und West aufteilte. Wahlweise als Republikflüchtling oder als Grenzsoldat treten die Spieler im Jahre 1976 gegeneinander an. Während die Flüchtlinge die Grenze überwinden müssen um westdeutschen Boden zu erreichen, versuchen die Grenzwächter natürlich eben dies zu verhindern - entweder durch den Gebrauch von Schusswaffen oder durch äußerst unblutige Verhaftungen - ein Fakt, den bild.de nur allzu gerne in den Hintergrund rückt. Alles andere würde dem 'widerwärtigen' Thema ja auch einiges an Skandalpotential rauben.
Übrigens: Wer bei der Grenzüberwachung einen Todesschuss landet, bekommt zwar zunächst vom virtuellen DDR-Regime einen Orden verliehen, landet jedoch weniger später nach einem Zeitsprung in das Jahr 2000 in einem Schnellverfahren eines Mauerschützenprozesses auf der Anklagebank. Das nimmt den Betroffenen für 30 bis 60 Sekunden auf dem Spiel und gibt dem Spieler Zeit, über seine Taten nachzudenken. Ein Punktesystem gibt zudem Anreiz möglichst wenig Blut zu vergießen. Gibt es an der Grenze zu viele Tote, steigt der politische Druck auf die DDR, was im Spiel durch eine verringerte Punktezahl deutlich gemacht wird. Werden die Flüchtlinge jedoch weitestgehend verschont, steigt auch das Punktekonto schneller an.
Von einem 'Computerspiel, in dem der Spieler als DDR-Grenzsoldat Republikflüchtlinge töten muss', wie bild.de offensichtlich nur allzu genüsslich in den beiden betreffenden Artikeln verbreitet, kann also keine Rede sein. Erstens handelt es sich hier lediglich um eine Modifikation, und nicht um ein eigenständiges Computerspiel - aber dann ließe sich der Begriff 'Killerspiel' auch einfach weniger elegant einbringen - und zweitens besteht der Sinn des Spiels keineswegs darin, als Grenzsoldat wahllos Republikflüchtlingen in den Rücken zu schießen, wie bild.de es seinen Lesern zu suggerieren versucht. Vielmehr gibt es für die Grenzer-Fraktion auch die Möglichkeit, Kontakt mit den Flüchtlingen aufzunehmen oder ganz die Seiten zu wechseln und selbst zum Flüchtling zu werden. Immer wieder eingestreute, informative kleine Texte erzählen den Spielern zudem, wo sie sich gerade befinden, oder wie lange es für eine entdeckte Grenzverletzung hinter Gitter geht.
Wie man etwas differenzierter über derartige Themen berichtet, macht übrigens stern.de vor. In einem ausführlichen Artikel werden dort sämtliche Aspekte des Studenten-Projekts beleuchtet, und der verantwortliche Programmierer kommt sogar selbst zu Wort:
"In dem Spiel kann man sich selbst hinterfragen: Wie verhalte ich mich? Man kann zu dem Schluss kommen: Ich schieße nicht auf meine eigenen Landsleute", so Spielentwickler Stober gegenüber stern.de.
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bild.de
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Ghaleon
01.10.2010, 13:27 Uhr
Ultragore
30.09.2010, 20:49 Uhr
Da müsste man mit Wasserwerfern fahren können, Tränengas schmeissen und in schönstem 3D mit Gummiknüppeln auf alles was demokratiefeindlich ist, einprügeln.
Hachja, das wärs.
Naja, aber DDR Mauer, schießen und so, geht natürlich gar nicht. Das ist ja menschenverachtend.
Arsat
30.09.2010, 16:08 Uhr
Das mein ich ja eben. Nur von Shooter lernt man das nicht.
Wie Zam schon meinte es gibt ja bei Youtube schöne Videos, was passiert wenn man den Rückstoß nicht kennt.
Ich bin im Schiessen allgemein auch nicht schlecht, aber das ist eher Tatent. Hab ja schon sehr früh mit dem Luftgewehr angefangen und nein ich hab nie auf Lebewesen geschossen :p
Wenn man bedenkt wie hoch die Auflage ist und daß jede Bild meistens durch mehrere Hände geht... Die kaufen die sicher nicht nur als Witzblatt.
Die Masse ist schon unverschämt dumm. Das unterschätzt man leider recht oft.
nizzie
30.09.2010, 15:21 Uhr
Richtig. Allein von meiner Shootererfahrung hätte ich kein Gewehr bedienen können.
nizzie
30.09.2010, 15:19 Uhr
Zamzamah
30.09.2010, 15:19 Uhr
Allerdings:
Hätte es dir niemand gezeigt, würdest bei einem Amoklauf extrem versagen und nur evtl. dich selbst verletzen.
Und genau so wirds im Fernsehen dargestellt.
Dass man der Waffe nicht fremd ist, stimmt aber schon. Alles andere ist glatter Selbstbetrug.
nizzie
30.09.2010, 15:16 Uhr
Den Rückstoß sicher nicht, aber als ich vor eineinhalb Jahren das erste Mal Schießen war wurde ich sehr gelobt und hab mich für nen totalen Anfänger sehr gut geschlagen. Vielleicht Talent, vielleicht aber auch eine gewisse 'Vertrautheit'.. ich fände es gar nicht mal so abwegig.
Tesk
30.09.2010, 14:26 Uhr
Oder meintest du etwa die Kippa, welche die meisten Juden tragen? ^^
Ich freu mich schon auf 'n Auftritt von Christian die Pfeiffe :D
Zamzamah
30.09.2010, 13:37 Uhr
Ist aktuell und ebenso grausam.
Hunger, Armut, Staatskontrolle und die abstrakte Gesellschaft. Schweigend und unterdrückt.
Die Grenzen zu Südkorea und die dortige Anspannung.
Das würde einschlagen wie eine Atombombe!
Ghaleon
30.09.2010, 13:29 Uhr
Kampagne sind dann die ganzen Hotspots wo die Reichskristallnacht so am schlimmsten war - nach original-Bilder nachgebaut , damit man geschlichtlich noch behaupten könne, man lernt etwas dabei.
Wäre das eigentlich strafbar ?