Die Siedler 7 - Test
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Verschluckt vom Spiel stehen verschiedene Modi zur Verfügung, die sich schlicht gesprochen auf Single- und Multiplayer runterbrechen lassen. In der Kampagne schlüpft man in die Rolle der Prinzessin Zoé – ungeachtet des zuvor angelegten Profils übrigens, das euch mit einem Avatar und einer besonderen Spielweisenvorliebe ausstattet. Die Königstochter wird zur Rettung des gesamten Landes gesandt und lernt die Kunst des Siedelns von der Pieke auf. Verallgemeinernd würde man diese Prozedur als Tutorial mit Themenverknüpfung nennen. Die Dauer dieses Prozesses ist allerdings gegenüber den anderen Branchenvertretern von unverhältnismäßiger Länge. Es gibt so ungeahnt viele Möglichkeiten, Wettbewerbe zu entscheiden, dass man sich mit den ersten fünf Kampagnenschritten einige Stunden aufhalten muss, um endlich ein bisschen Freiraum für die eigene Entwicklung zu bekommen – alles gesehen hat man dann aber noch lange nicht. Der Wiederspielwert dieser Geschichte schrumpft somit auf ziemlich geringe Größe. Trotz unfassbar imposanter Inszenierung der putzig animierten Trickfilmquirle, die in der Erzählung in Form von aufgeklappten Papphelden aufgeschlagener Bücher dargestellt werden. Ganz wie in einem Märchen. Wirklich sehr nett.
Hinter dieser kindlichen Fassade stecken aber äußerst erwachsene Züge, die dem liebenden Taktiker einige Schweißperlen abverlangen und zu längeren Knobelsitzungen für die Strategieperfektionierung veranlassen. Geduld spielt darin immerzu die übergeordnete Rolle, weil die fleißig ackernden, wild koordiniert umher rennenden und sich prüfend am Wanst fummelnden Männchen und Weibchen relativ autonom und recht langsam in ihrem Tun sind – ihnen zu erklären, dass man sie lieber gerade zwei Kartenstücke weiter arbeiten sehen möchte, hat schlicht keinen Zweck. Wann hatte die Quatscherei mit dem Bildschirm schon jemals einen nennenswerten Erfolg bewirkt?
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Arsat
07.04.2010, 18:15 Uhr
Die Hacker kriegen den auch noch komplett klein und dann reicht ein Crack. Der ehrliche Käufer muss sich aber mit dem Kopierschutz rumschlagen. Schaden tut so ein Kopierschutz nur den Käufern.
Steam geht wenigstens auch im Offlinemodus aber der Schutz von Ubisoft ? ...Nein danke.
Ich kaufe eher selten andere Spiele, weil ich viele Online- und Rollenspiele spiele und wenn dann muss das Spiel schon überzeugen.
Die Konsoleninhaber haben solche Probleme ja auch nicht und ich muss wohl kaum an Fallout 3 und die Xbox 360 erinnern. Trotzdem waren die Verkaufszahlen extrem gut.
Schade, daß Onlinewelten den Schutz nur kurz nebenbei erwähnt und nicht in die Wertung einfliessen läßt. Die PC Games ist da bei weitem kritischer.
Warlord68
28.03.2010, 17:37 Uhr
@Ultragore
Von wegen die Masse begreift nicht was der Online- und Registrierungszwang bedeutet.
180 Bewertungen, davon 157 mit nur einem Stern. Das liegt wohl kaum an der Qualität des Spiels.
Bleibt nur zu hoffen das Ubisoft endlich begreift was sie sich selbst damit antun. Ohne den Onlinezwang wären die Verkaufszahlen deutlich höher.
Ghaleon
27.03.2010, 10:01 Uhr
Egal was wir tun, die Branche bewegt sich mit aller Gewalt in die Richtung einer Industrie.
Video- und Computerspiel-Größen sind nicht mehr (oder nur vereinzelt bzw. andeutungsweise) Projekte von freaks für freaks.
Und wie alles was professionalisiert wird und in den Mainstream rückt gehts hier auch nur noch ums Geld. So ist es mit allem... Musik, Fußball etc. .
Wir sind nur Statisten. Machen wirs beste draus...
cobra79
27.03.2010, 09:04 Uhr
Im Gegensatz zu heute gab es damals aber sogar die Kritik, was für ein blöder Kontrapunkt der Kopierschutz denn sei. Ist doch irgendwie ironisch.
Unsere Herangehensweise hat sich seitdem keinen Deut geändert: Die Schutzmaßnahmen haben mit dem Spiel nichts zu tun, solange sie keinen Einfluss auf den Test haben - wir erwähnen ihn jedoch, damit sich jeder sein eigenes Urteil bilden kann. Wenn wir jedoch wegen der Sicherungsmaßnahmen die DVD mehrfach einlegen müssen, damit die Installation klappt, oder wir alle halbe Stunde aus dem Spiel fliegen, dann kannst du dir sicher sein, dass sich das in der Wertung widerspiegelt.
Ultragore
27.03.2010, 03:43 Uhr
Weisst du, Populismus ist so ein pseudogrosses Wort, welches keulenartig immer wieder gerne dazu benutzt wird, um bloss nicht über irgendwelche Mißstände auch nur ansatzweise nachzudenken.
Die Medien machen subitle Stimmung, aber im Sinne der Konzerne. Man muss nicht jeden Dreck, der einem von etablierter Stelle als Notwendigkeit verkauft wird, einfach so schlucken.
Ich will keine billige Meinungsmache, aber ich will sehrwohl einen Aufschrei der Entrüsteten, das stimmt. Das ist nämlich das einzige, was dem "kleinen Mann" bleibt, um diesem Treiben entgegenzuwirken.
Ich lehne mich etwas aus dem Fenster, ja, aber ich bin, wie du sagst, der Meinung, das die Leute in der Masse wirklich zu blöd sind um die Tragweite ihres Tuns auch nur ansatzweise zu begreifen. Ein Blick auf die Verkaufscharts spricht da Bände.
Ob das Produkt als solches qualitativ hochwertig ist oder nicht, ist in Anbetracht der neuen Art der Bevormundung, die auf uns hereinprasselt, sekundär.
cobra79
27.03.2010, 00:27 Uhr
Ich glaube auch. Was du willst hat mit Journalismus nur leider nichts zu tun. Du willst Populismus, billige Meinungsmache, einen Aufschrei der Entrüsteten. Schau dir die "Killerspiel"-Diskussion doch mal an, um zu erkennen, wohin es führt, wenn Medien zielgruppengerecht Stimmung machen. Den Leser zu informieren, ist der bessere Weg, als ihn linkinsch beeinflussen zu wollen.
Abgesehen davon, gehst du auch davon aus, dass die Leute zu blöd sind, die Tragweite des Kopierschutzes zu begreifen. Ich würde behaupten wollen, dass dem nicht so ist, aber eine Diskussion darüber führte zuweit und hätte genau wie die Kopierschutzfrage mit der Qualität des Spiel überhaupt nichts zu tun.
Ultragore
26.03.2010, 22:42 Uhr
Ich wollte vor allem keine Stereotypen bedienen, deswegen die beiden Worte in Apostrophen.
Du hast mich falsch verstanden:
Mit Core meinte ich diejenigen, die sich durchaus kritisch mit ihrem Hobby auseinandersetzen, langjährige Zocker, Vollblutgamer etc.
Mit Casual diejenigen, die eben nicht so vertraut sind mit den Marketinggeschichten (und den Schattenseiten), die sämtliche Sch...mirinsGehirnSimulator2010 horten und sich eben nicht kritisch mit dem Medium auseinandersetzen.
Die kaufen halt eher kritiklos, obendrein wenn ein güldener 90er Schriftzug auf einem "Test" prangert.
Die glauben auch eher den Schwachfug von Ubisoft, dass es ja toll ist, wenn man keine DVD mehr ins Laufwerk legen muss oder seine Savegames online speichern kann.
Wo uns das ganze hinführen kann... daran wird, aus kurzer Konsumlust, kein Gedanke verschwendet.
Und wie Ghalon unten schon meinte, sind diese "Kälber" mittlerweile zu zahlungskräftigste Klientel.
Ubisoft mache ich da nichtmal einen Vorwurf, das ist ein Konzern, der profitorientiert sein Ding durchzieht. Das ist ja heutzutage leider normal geworden.
Aber von einer "kritischen", "unabhängigen" Zunft wie der "freien" Presse, die sich obendrein immer so gerne als neutraler Informant FÜR den Konsumenten darstellt, erwarte ich mehr, als eine kurze Info über die neuartige, völlig überzogene Gängelung von zahlenden Kunden.
Warbird00
26.03.2010, 19:14 Uhr
Öhm hast du das nicht verdreht oder versteh ich das nur falsch?Die Coregamer ist doch sonOnlinezwang egal da die eh immer on sind und die Casuals gehen ja meistens nur ins Netz wenn sie da irgendwas machen wollen.
Ultragore
26.03.2010, 18:53 Uhr
Ein "Coregamer" wird sich seine Gedanken machen und die notwendigen Schlüsse ziehen, zum grossen Teil zumindest unterstelle ich mal.
Der gemeine "Casualgamer", der richtigerweise zur grösser werdenen umsatzbringenden Sorte gehört, wird sich zu weiten Teilen der Gefahren und Widrigkeiten, die solche Systeme mit sich bringen, nicht stellen sondern denkt sich: Wohaaa, 90%, muss ich haben! Onlinezwang? Egal, hab ja ne Flat, bin eh immer on.
Und zu den Werbeeinnahmen:
Klar, sag ich doch.
Nur hat diese ach so kritische Spielepressezunft mittlerweile diesselben Züge angenommen wie gewissen Kollegen die Bild(e) dir deine Meinung propagieren.
Normalerweise sollten Unternehmen froh und dankbar sein, wenn über ihr Produkt berichtet/geworben wird.
Nur ist es doch heutzutage gang und gäbe, dass sie immer mehr Einfluss auf die sog. "Tests" nehmen wollen, und auch nehmen.
Sogesehen wäre das in meinen Augen nicht Selbstzensur, sondern eine Schutzmaßnahme, wenn man so will.
"Die dümmsten Kälber wählen ihre Schlächter selber" fällt mir dazu ein.
Ghaleon
26.03.2010, 18:42 Uhr
Und selbst wenn genug boykottieren - wen erreichen Sie ? - die Coregamer... und die gehören so langsam zur umsatzschwachen Sorte.