Die Legende von Beowulf - Test
Ich kam, ich sah, ich besiegte die Krebse
Wie? Was? Wo? Worum geht's hier eigentlich? Gute Frage, die wahrscheinlich nur Kenner des Kinostreifens zufriedenstellend beantworten können. Die Versoftung gibt sich jedenfalls redlich Mühe, euch von der ersten Minute an übergroße Fragezeichen entgegen zu feuern. Eben noch legt ihr mit dem Schiff an besagtem Strand an, schon im nächsten Moment treibt ihr eure Mannschaft mit einem schrecklich einfallslosen Rhythmusspiel durch ein heftiges Gewitter, bevor ihr in einer Festung ankommt, wo euch an allen Ecken und Enden irgendwelche Personen ein Ohr abkauen. Sicher ist nur: Ihr seid Beowulf, wie der Muskelberg immer wieder lautstark zu erkennen gibt. Während Kinogänger hinsichtlich der Handlung Bescheid wissen, schauen alle anderen wie ein Schwein ins Uhrwerk. Aus dieser Festung heraus startet ihr jedenfalls die verschiedenen Missionen, die ohne besonders viel erzählerische Sorgfalt aneinander gereiht werden und euch in unterschiedliche, meist in tristen Graubraun-Tönen gehaltene Gegenden führen. Dort folgt ihr dann einem strikt linearen Pfad, ärgert euch über hirnlos ins Bild stiefelndes Geschmeiß und lasst die Klinge sprechen.
Die Welt präsentiert sich rauchig und düster, kann im Detail aber nicht das halten, was die Engine verspricht.
Um die schubweise in die Schussbahn torkelnden Barbaren, Untoten oder eben Krabben platt zu machen, lasst ihr ein scharfes Schwert in der Hand tanzen. Mit einem Schild könnt ihr sogar blocken, den Angriffen des Gegners ausweichen oder Kontermanöver starten. Das Problem an der Sache: Schon nach wenigen Schlägen bricht die Klinge auseinander und ihr seid auf eure Fäuste angewiesen. Jetzt könnt ihr zwar nach willkürlich in den Levels verteilten Waffenständern Ausschau halten und eine neue Schneide erbeuten. Letztlich steht ihr aber zu oft einem blutrünstigen Lynchmob gegenüber, der euch nach Strich und Faden vermöbelt. Glücklicherweise verfügt das dänische Kraftpaket über eine Energieleiste, die sich nach einer gewissen Zeit selbstständig wieder erholt. Deswegen verbringt ihr nicht wenig Zeit damit, dämlich durch die Gegend zu rennen, bis sich die Lebensenergie auf ein fideles Niveau eingependelt hat. Wer mag, traktiert das feindliche Gesocks sogar mit riesigen Felsbrocken. Dabei strengt sich der gute Beowulf beim Anheben dermaßen an, dass ihm fast der Bizeps platzt, tänzelt anschließend aber leichtfüßig wie ein junger Gott durch die Gegend.
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