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Test zum Spiel: Die Legende von Beowulf Spiel-Test

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Plattformen:
PC, PS3, PSP, XBox 360
Release:
PC: 08. November 2007
Playstation 3: 29. November 2007
Playstation Portable: 15. November 2007
XBox 360: 08. November 2007
Status:
Released
Publisher:
Ubisoft
Entwickler:
Ubisoft
Genre:
Action-Adventure
USK:
Keine Jugendfreigabe
Offizielle Seite:
keine Angabe
Fanseite:
keine Angabe
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Sebastian Thor | 03.12.2007, 22:02 Uhr

Die Legende von Beowulf - Test
Ich kam, ich sah, ich besiegte die Krebse

1 Wertung

Wir haben doch schon alles gesehen - von Shrek, über Transformers bis hin zu Fantastic Four gab es auch dieses Jahr wieder jede Menge Futter für Fans schlechter Lizenzspiele. Aber keine Angst, es ist noch nicht vorbei. Kurz bevor der alte Kalender in der Tonne landet, serviert uns Ubisoft noch einen richtig miserablen Vertreter dieser Zunft.
Wer braucht schon den erbosten Koloss von Rhodos oder die erdrückende Last einer tobenden Massenschlacht, wenn man sie haben kann? Die gewaltigsten und bösartigsten Kreaturen der Spielgeschichte: Die Krebse. Im ekelhaften Dutzend krabbeln sie aus dem Meer und warten nur darauf, ordentlich Prügel zu beziehen. Wo frühere Genrekollegen die Sinne gleich zu Beginn mit viel Tamtam und Paukenschlägen schwängern, lässt es Beowulf eher gemächlich angehen. An einem kleinen Strand lernt ihr im Rahmen eines sportlichen Wettbewerbs die Grundzüge des Kampfes und der Bewegung. "Okay", mögt ihr jetzt vielleicht sagen "wenn es die Entwickler später wenigstens richtig krachen lassen, kann mir der lasche Einstieg herzlich egal sein". Stimmt eigentlich, es gibt da jedoch ein klitzekleines Problem: Selbst nach mehreren Stunden schleicht euer Puls müde wie eine Weinbergschnecke, die Spielgeschwindigkeit pendelt sich irgendwo zwischen Halma und Tiefschlaf ein und der allerletzte Funke Hoffnung entweicht spätestens, wenn ihr das grausige Spieldesign wahrnehmt.

Wie? Was? Wo? Worum geht's hier eigentlich? Gute Frage, die wahrscheinlich nur Kenner des Kinostreifens zufriedenstellend beantworten können. Die Versoftung gibt sich jedenfalls redlich Mühe, euch von der ersten Minute an übergroße Fragezeichen entgegen zu feuern. Eben noch legt ihr mit dem Schiff an besagtem Strand an, schon im nächsten Moment treibt ihr eure Mannschaft mit einem schrecklich einfallslosen Rhythmusspiel durch ein heftiges Gewitter, bevor ihr in einer Festung ankommt, wo euch an allen Ecken und Enden irgendwelche Personen ein Ohr abkauen. Sicher ist nur: Ihr seid Beowulf, wie der Muskelberg immer wieder lautstark zu erkennen gibt. Während Kinogänger hinsichtlich der Handlung Bescheid wissen, schauen alle anderen wie ein Schwein ins Uhrwerk. Aus dieser Festung heraus startet ihr jedenfalls die verschiedenen Missionen, die ohne besonders viel erzählerische Sorgfalt aneinander gereiht werden und euch in unterschiedliche, meist in tristen Graubraun-Tönen gehaltene Gegenden führen. Dort folgt ihr dann einem strikt linearen Pfad, ärgert euch über hirnlos ins Bild stiefelndes Geschmeiß und lasst die Klinge sprechen.

Die Welt präsentiert sich rauchig und düster, kann im Detail aber nicht das halten, was die Engine verspricht.

Dass es sich bei Beowulf um ein Mitglied der Hack'n Slay-Zunft handelt, ist erst auf den zweiten Blick erkennbar. Aufgrund des lahmen Spielflusses hielten wir das Ganze zunächst fälschlicherweise für gemächliche Rundenstrategie. Wie sein großes Vorbild Kratos startet der namensgebende Grobian per Tastendruck wahlweise einen schnellen oder starken Angriff - wobei ersteres relativ ist. Selbst wenn man wie ein armer Irrer das Gamepad beackert, führt er seine Bewegungen fast wie in Zeitlupe aus. Zwischen zwei Dreierkombos vergeht gut und gerne die eine oder andere Sekunde - nicht gerade unsere Vorstellung von einem zügigen Metzelspielchen. Zudem lassen sich die Angriffe in der Bewegung nicht abbrechen, was immer dann problematisch wird, wenn ihr wie im Zeitraffer am Ziel vorbeiprügelt. Dadurch wirken die Gefechte abgehackt und verdammt schlecht choreographiert. Wer den griechischen PS2-Gott kennt, sehnt sich schon nach wenigen Minuten seiner brachialen Eleganz entgegen. Die schmucke Nariko aus Heavenly Sword lassen wir an dieser Stelle als Vergleich mal lieber außen vor.

Um die schubweise in die Schussbahn torkelnden Barbaren, Untoten oder eben Krabben platt zu machen, lasst ihr ein scharfes Schwert in der Hand tanzen. Mit einem Schild könnt ihr sogar blocken, den Angriffen des Gegners ausweichen oder Kontermanöver starten. Das Problem an der Sache: Schon nach wenigen Schlägen bricht die Klinge auseinander und ihr seid auf eure Fäuste angewiesen. Jetzt könnt ihr zwar nach willkürlich in den Levels verteilten Waffenständern Ausschau halten und eine neue Schneide erbeuten. Letztlich steht ihr aber zu oft einem blutrünstigen Lynchmob gegenüber, der euch nach Strich und Faden vermöbelt. Glücklicherweise verfügt das dänische Kraftpaket über eine Energieleiste, die sich nach einer gewissen Zeit selbstständig wieder erholt. Deswegen verbringt ihr nicht wenig Zeit damit, dämlich durch die Gegend zu rennen, bis sich die Lebensenergie auf ein fideles Niveau eingependelt hat. Wer mag, traktiert das feindliche Gesocks sogar mit riesigen Felsbrocken. Dabei strengt sich der gute Beowulf beim Anheben dermaßen an, dass ihm fast der Bizeps platzt, tänzelt anschließend aber leichtfüßig wie ein junger Gott durch die Gegend.

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