Devil May Cry 3 - Test
Weinende Teufel
Nach Abschluss jeder Mission, von denen es 20 gibt, wird man vom Spiel in fünf Kategorien bewertet. Diese sind: Die benötigte Zeit, verschossene Kugeln, Stil-Punkte, erlittener Schaden und verwendete Objekte. Aus diesen fünf Einzelkategorien errechnet sich eine Gesamtwertung. D ist ziemlich uncool, A hingegen sehr gut. Wer seinen Job besonders gut macht, bekommt ein S, was soviel wie “stylish“ heißt. Natürlich hat dieses System einen Sinn, denn für einen hohen Rang bekommt man mehr rote Orbs. Diese Orbs sind extrem wichtig für das weitere Vorankommen im Spiel, denn mit ihnen lassen sich zu Beginn eines Levels nicht nur Items wie Heilsterne kaufen, sondern auch neue Spezialattacken für die Waffen. Wer neue Waffen gefunden hat, kann hier auch festlegen, welche er für die Mission ins Inventar packen möchte, maximal zwei Nah- und zwei Fernkampfwaffen. Im Spiel werden sie mit R2, beziehungsweise L2 gewechselt. Wer die Missionen nicht gut abschließt muss nicht verzweifeln, sowohl besiegte Gegner als auch zerstörtes Mobiliar hinterlassen die roten Kristalle.
Das Kampfsystem hat einen großen Sprung nach vorne gemacht, in keinem der Vorgänger gab es mehr Möglichkeiten seine Gegner zu beseitigen als in Teil 3. Dies liegt zum Großteil an den verschiedenen Kampfstilen, für welche man sich ebenfalls zu Beginn des Levels entscheidet. Wer sich für den “Gunslinger“-Stil entscheidet sorgt für mehr Krawall mit den Schusswaffen. Als “Swordmaster“ hat man besonders spektakuläre Nahkampfangriffe auf Lager, “Trickster“ sorgt für schnelles und effektreiches Ausweichen und mit “Royal Guard“ wehrt Dante gegnerische Attacken ab. Ein Feature, über das auch einige Feinde verfügen.
Ausgeführt werden die stilabhängigen Attacken mit der Kreis-Taste. Um den Wiederspielwert von DMC3 zu erhöhen haben die Entwickler bei den Styles ein Erfahrungspunktesystem eingebaut. Wer lange genug mit einem Kampfstil unterwegs ist steigt eine Stufe auf, maximal bis Level Drei, und schaltet so weitere und effektivere Attacken frei. Für den Spielverlauf ist es nicht wichtig welchen Stil man sich aneignet, jeder hat seine Vor- und Nachteile.
Die Steuerung von DMC3 ist vollends gelungen, bereits nach kurzer Spielzeit weicht man elegant gegnerischen Attacken aus und wischt effektvoll mit den Feinden den Boden auf. Geübte Spieler zaubern nach einiger Zeit die spektakulärsten Kämpfe auf den Bildschirm, die man bis dato gesehen hat. Vorrausgesetzt man sieht den Kampf überhaupt, denn hier liegt der große Schwachpunkt von Devil May Cry 3: die Kamera. Trotz manuell einstellbarer Kamera kommt es oft vor, dass man seine Feinde nicht sieht und so den einen oder anderen Treffer einstecken muss, dem man ansonsten locker ausgewichen wäre. In einigen Räumen lässt sich die Perspektive sogar überhaupt nicht bewegen, so dass man bei mehreren Gegnern gezwungen ist, sich auf sein Gehör und Gefühl zu verlassen. Trotz Kameraproblemen bleibt genug Zeit, um die detaillierte, leider auch flimmernde, Grafik zu bewundern, Freund und Feind sind hervorragend modelliert und animiert. Das gleiche gilt für das schöne Leveldesign, schön ausgeleuchtete, enge Schlossgänge und düstere Katakomben erinnern stark an den ersten Teil. Auch die Präsentation der fordernden Endbosse, ein Markenzeichen von Devil May Cry, ist optisch wie spielerisch eine absolute Wucht. Die Musik des Spiels ist eine passende Mischung aus Rock und Elektroklängen, welche zusammen mit den guten englischen Sprechern das Abenteuer sehr stimmungsvoll unterlegt. Das Highlight des Spiels sind aber, neben den Bosskämpfen, die vielen Zwischensequenzen: Wenn Dante einen riesigen Turm hinunterläuft und nebenbei ein paar Dutzend Gegner niedermäht, fällt einem vor lauter Staunen die Kinnlade auf den Boden.
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