Der Pate 2 - Special
Auch ohne Pferdeköpfe eine Sauerei
Wer schlagkräftige Begleiter um sich schart, hat gute Chancen bei der Übernahme feindlicher Geschäfte.
Aber ihr dürft hier keine aus der letzten virtuellen Pore atmende Welt erwarten. Vieles bleibt statisch, viele belebende Kleinigkeiten fehlen und die Texturen wären vielleicht vor vier Jahren eine Augenweide gewesen. Aber das ist okay, solange die Bühne als Ganzes funktioniert. Das tut sie, nur leider auch mit unheimlich vielen Popups, die durch den Distanznebel der Großstadt schleichen. Vielleicht wäre ein Weichzeichner à la GTA IV die bessere Idee gewesen, wo die räumliche Weite wenigstens herrlich eingefangen wurde. Hier fühlt man sich stellenweise fast in Mafia zurückversetzt, wenn Häuser und andere Objekte sichtbar ins Bild ploppen. Und dann wären da noch die hölzernen Laufanimationen, die ebenfalls nicht mit der Geschmeidigkeit der Konkurrenz mithalten können. Aber immerhin hat das Laufen einen riesigen Vorteil: Es funktioniert einfach und präzise. Während sich Niko Bellic besonders in den Innenräumen zickig wie ein altes Weib anstellt und gerne am Treppenaufgang vorbeiläuft, lässt sich Dominic punktgenau kontrollieren.
Was auch bitter nötig ist, wenn man ein funktionierendes Imperium aufbauen will, das floriert und auf lange Sicht Gewinne abwirft. Um das zu erreichen, reißt man sich nach und nach die wichtigsten Geschäfte der Stadt unter den Nagel: Pawn-Shops, Bäckereien, Stripclubs. Allesamt haben sie ihre Vorteile. Und natürlich störrische Besitzer, die sich nicht freiwillig von ihrem Schätzchen trennen wollen. Was macht der fest entschlossene Mafioso also, wenn der empörte Eigner den kuscheligen Schoß der Familie verschmäht? Eindruck. Und zwar ohne Rücksicht auf Verluste. Als ein Elektrohändler beispielsweise das berühmte Angebot ausschlägt, stiefeln wir einfach in den Laden, um das Innere, all die schönen Fernseher und Geräte kurz und klein zu schlagen. Aber die pure Machtdemonstration alleine reicht dafür nicht; die soll der arme Kerl schließlich auch am eigenen Leib erfahren. Je mehr man ihm zusetzt, je heftiger man ihn prügelt und erniedrigt, desto stärker füllt sich ein Balken am oberen Bildrand, eine Art Angst-o-Meter. Sobald ein bestimmter Punkt erreicht ist, singt der vormals so besonnene Eisberg wie eine Nachtigall oder tritt der mürrische Dickkopf plötzlich in die Familie ein.
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