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Plattformen:
PC, PS2
Release:
XBox: 31. August 2005
Status:
keine Angabe
Publisher:
Novalogic
Entwickler:
Novalogic
Genre:
keine Angabe
USK:
Ab 16 Jahren
Offizielle Seite:
keine Angabe
Fanseite:
keine Angabe
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Torsten Kägler | 22.09.2005, 21:36 Uhr

Delta Force: Black Hawk Down - Test
Einsatzgebiet Mogadischu

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Wir schreiben das Jahr 1993. Amerikanische Truppen sind in Somalia im Einsatz, mit Delta Force: Black Hawk Down kann man diese Zeit nun auch auf der Xbox nachspielen.
Der 03. Oktober 1993 ist dabei ein Datum, welches spätestens seit dem Kinohit: Black Hawk Down vielen ein Begriff sein wird, denn an diesem denkwürdigen Tag wurden in Mogadischu zwei Hubschrauber des Typs Black Hawk abgeschossen. Der Funkspruch "Black Hawk Down" ging in die Militärgeschichte ein. Zwar gibt es nichts Schlimmeres als über feindlichem Gebiete abgeschossen zu werden und sich alleine durch fremde Straßen kämpfen zu müssen, jedoch waren es nicht diese Ereignisse, die auf der ganzen Welt für Schockierung sorgten. Es waren die Bilder von Somaliern, die zwei möglicherweise zu Beginn noch lebende Soldaten menschenunwürdig bis zum Tode über die staubigen Straßen der Stadt schleiften. Die amerikanische Bevölkerung war schockiert zu sehen, wie die Soldaten der eigenen Nation, die Frieden in die Region bringen wollten, in dieser Weise behandelt wurden. Am Ende waren es im Jahre 1995 auch die Erinnerungen an die "Operation Irene", die zu dem erfolglosen Abzug der Blauhelm-Soldaten führte. Bis heute ist Somalia eine Krisenregion. In dem Spiel Delta Force: Black Hawk Down taucht der Spieler als US-Truppenführer in diese Zeit ein und erlebt 16 Missionen. Dabei gilt stets das ungeschriebene Gesetz der US-Army: Niemand bleibt zurück! Die Missionen sind zum Großteil aber abseits des Absturzes des Hubschraubers angesiedelt, nur ein kleiner Teil der leider recht kurzen Missionen haben direkt mit dem historischen Ereignis zu tun. Wer an dieser Stelle bereits viele Parallelen zu der PC-Version entdeckt hat, der liegt richtig, denn die Xbox-Umsetzung ist zum großen Teil mit dem zwei Jahre alten Vorgänger identisch.

Schon angesprochen wurde, dass man als US-Truppenführer im Spiel agiert, was eindeutig fehlt ist die Möglichkeit der Identifikation mit der Person in Delta Force: Black Hawk Down, denn diese bleibt ohne Namen und Hintergrundgeschichte. Es wäre angemessen gewesen, wenn man sich bei Novalogic von den alten Gewohnheiten gelöst hätte, um dem Spiel mehr Tiefgang zu verleihen. So ist ein durchgehender Handlungsfaden leider bei den Missionen nicht zu erkennen. Wie in der Delta Force Reihe üblich verdient man sich die Teilnahme an den Missionen mit steigender Erfahrung, so dass man gut in das Spiel hineinwächst bevor man schließlich in die schweren Missionen gegen Ende des Spiels eintaucht. Bereits beim Test der PC-Version haben wir bemängelt, dass zahlreiche Möglichkeiten vergeudet wurden, so hätte man Parallelen zu dem Kinofilm ziehen können, denn genügend Möglichkeiten dafür hätte dieser geboten. Bevor man eine Mission startet, wählt der Spieler zunächst seine Ausrüstung aus. Während Nachtsichtgerät, Fernglas und eine Auswahl an Granaten bei den meisten Einsätzen schon vorgegeben sind, werden die Haupt- und Sekundärwaffe sowie etwaiges Zusatzmaterial vom Spieler selbst ausgewählt. Da die Auswahl jedoch meist begrenzt ist, hat diese Wahl im Spiel kaum einen großen Effekt darauf, wie erfolgreich diese verlaufen wird. Neben Gewehren, wie dem M16 und anderen portablen Waffen, kann der Spieler Geschütze in seiner Umgebung nutzen, um Munition zu sparen oder mehr Durchschlagskraft zu haben. Wobei letztere leider nur eine Rolle spielt, denn lediglich die Gegner können effektiv bekämpft werden, wer sich darauf gefreut hat Objekte in der Umgebung zu zerstören, der wird enttäuscht.

Nur einzelne Fässer oder Fahrzeuge können zur Explosion gebracht werden. Zeitgemäß ist dies auf keinen Fall. Manchmal wirkt es, als ob Novalogic diesen Teil dadurch verbessern wollte, dass man dermaßen viele Gegner in die Level gesetzt hat, dass man sich wie in einer Schießbude auf der Kirmes fühlt. Was diesen Eindruck noch verstärkt ist, dass die Gegner schlichtweg mangelhaft in ihren Bewegungsabläufen sind, sie irren wortwörtlich über die Karten und agieren fast sinnlos. Sie suchen keine Schutzbereiche auf und erinnern an Kamikaze-Kämpfer. Wenn man sich vor Augen führt, dass es sich bei Delta Force um eine Taktik-Shooter-Reihe handelt, dann ist man schnell enttäuscht. Ein Taktik-Shooter lebt von den Spielzügen und nicht vom Bodycount in einer Mission.

Die Taktik im Spiel ist meist gleich, bestimmte Zielpunkte sollen erreicht werden, das Grundkonzept ist also meist sehr ähnlich. Gut angedacht ist die Möglichkeit sich über Alternativrouten über die Karten zu bewegen. Was also gut geplant war, ist in der Umsetzung eher misslungen. Zwar ist es an einigen Stellen möglich andere Routen zu wählen, dafür ist es aber in anderen wiederum gänzlich unmöglich und entfernt man sich zu weit von der Vorgabe wird die Mission schlichtweg beendet. Für gescheitert wird eine Aufgabe auch erklärt, wenn man zu viele Soldaten seines Teams verloren, eine bestimmte Anzahl an Zivilisten getötet hat oder selbst auf dem Weg in die ewigen Jagdgründe ist. An einigen Stellen scheint das Spiel sich aber auch selbst zum Scheitern zu bringen, denn während des Testens tauchten an einigen Punkten Fehler im Spiel auf. In einer Mission, in der man an Bord eines Black Hawk das Bordgeschütz bedient und Nester der Rebellen beschießen soll, war es nicht möglich den angeblich existenten letzten Feind zu entdecken. Beim nochmaligen Spielen war die Mission dann erfolgreich, als die gleichen Feinde wie zuvor erschossen waren.

Die Grafik des Spiels ist durchaus als angemessen zu bezeichnen, auch wenn diese nicht mehr auf einem aktuellen Stand ist. Die Effekte werden aber gut dargestellt und es macht Spaß den Titel zu spielen, auch wenn an einigen Stellen Fehler auftreten. Die Bewegungen der Spielfiguren sind gut umgesetzt worden, nur wenige Abläufe sind als unrealistisch zu bewerten. Erstaunlich gut ist die Steuerung auf der Konsole, denn der Titel scheint, wie für eine Konsole gemacht zu sein. Schnell hat man sich daran gewöhnt und kann die volle Kontrolle auf seine Spielfigur ausüben. Die größte Neuerung ist die Möglichkeit der vier Spieler Splitscreens, so darf man die Missionen des Spiels mit bis zu vier Personen an einer Konsole im Splitscreenmodus an einem Bildschirm genießen. Ebenso gut gelungen ist auch die Xbox Live Unterstützung, bis zu 50 Spieler können an einem Spiel teilnehmen und sich über das Headset Befehle zurufen oder vorab Strategien vereinbaren. Dies ist die Stärke des Spiels, im Multiplayer ohne die schwache KI macht Delta Force: Black Hawk Down richtig Spaß! Im Angesicht davon, dass das Spiel vor zwei Jahren schon einmal nicht gänzlich ausgereift den Weg in den Handel fand, ist man dieses Mal noch stärker enttäuscht.

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