Cursed Mountain - Das kalte Grauen auf dem PC

Es ist guter Brauch, nicht schlecht über die Toten zu sprechen - de mortuis nihil nisi bene. Da das Enwicklerstudio Deep Silver Vienna mittlerweile dicht gemacht und seine Pforten geschlossen hat, muss ich daher im Angesicht der PC-Version des Gruselschockers Cursed Mountain meine ordentliche Erziehung und meinen Anstand über Bord werfen.

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Wenn ich mir das dröge Werk jedoch vor Augen führe, ist es fast erschreckend, wie leicht das geht. Der Survival-Titel auf den Spuren von Resident Evil und Silent Hill konnte schon auf der Wii nicht wirklich bezaubern und das OW-Thermometer stieg mit Müh und Not auf unterkühlte 69 Prozent. Für die Heimcomputerportierung wird es jetzt aber leider richtig frostig. Was auf Nintendos Konsole grafisch durchaus ansprechend rüberkam und glänzte wie Neuschnee, wirkt auf einem hochgezüchteten Quad-Core wie doppelt überfrorener Matsch - gutes Stichwort übrigens für die Texturqualität: Die Wii-Tapeten beim Umzug auf den PC einfach mitzunehmen, erwies sich nämlich als keine gute Idee. Und auch auf die Gefahr hin, dass ich als Grafikflamer einsam sterbe, seien noch die ziemlich hässlichen Partikeleffekte erwähnt. Allerdings nur der Vollständigkeit wegen, denn Cursed Mountain krankt grundsätzlich an einem anderen Problem.


Grafik ist nicht alles, aber Cursed Mountain auf PC ist alles andere als hübsch.

Obwohl die Geschichte dicht gesponnen wird und das Geflecht rund um Eric Simmons, seinen verschwundenen Bruder Frank und jede Menge Mystik im höchsten Gebirge der Welt mit viel Liebe zu kulturellen Details zum Leben erweckt wird, vermögen weder die weitläufigen Tempelanlagen noch die düstere Grundstimmung auf Dauer vor den Monitor zu fesseln. Stellen sich in den ersten Minuten noch die Nackenhaare auf, während hinter jeder Ecke der Tod zu lauern scheint, pulverisiert man schon bald routiniert jeden neu auftauchenden Geister-Zombie-Gegner. Die Aufgaben reduzieren sich auf simple „Finde XY“-Quests und der Schwierigkeitsgrad unterfordert zusehends.


Die dunkle, verlassene Umgebung und die gruselige Musik bauen eine schaurige Atmosphäre auf, die durch den geringen Schwierigkeitsgrad wieder eingerissen wird.

Da hilft es auch leider nicht, wenn die Soundeffekte wie z.B. heulender Wind oder beklemmender Herzschlag in Kombination mit der allgegenwärtigen, bedrückende Dunkelheit ihr Bestes geben, um euch das Fürchten zu lehren. Auch die immer wieder eingestreuten Rückblicke und Cutscenes, die teilweise mit schockend schriller Musikbegleitung um eure Aufmerksamkeit buhlen, wiegen das repetitive Gameplay nicht auf. Dass man PC-Spielern nicht einmal eine Option zum individuellen Speichern anbietet, sondern am Speicherpunktsystem festgehalten hat, lässt im Übrigen nur den Schluss zu, dass mit dieser Version versucht wird, schnelles und einfaches Geld zu machen.

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