Crysis - Test
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Far Cry war damals bereits eine verdammt knifflige Angelegenheit, die selbst ruhige Gesellen in fluchende Bierkutscher verwandelte. Und wer jetzt, knapp drei Jahre später, zum hochexplosiven Crysis greift, sollte sich gerade in den ersten Momenten auf einen Tanz mit dem Teufel einstellen. Aber es lohnt sich, am Ball zu bleiben, denn ihr werdet nicht nur mit einer traumhaften Kulisse, sondern auch einer charmanten Trash-Story, jeder Menge Schusswechsel und sehr intensiven Zwischensequenzen belohnt.
Es beginnt schon mit dem Intro: Der verzweifelte Funkspruch einer aufgebrachten Wissenschaftlerin durchbricht die Stille. Die Gute ist außer sich, faselt etwas von Koreanern, kuriosen Entdeckungen und merkwürdigen Geschehnissen auf den Lingshan-Inseln. Da stehen sie auch schon alle in einer Reihe, die Hauptzutaten dieser fettigen Klischeesuppe, in der nicht nur schleimige Aliens und schießwütige Asiaten schwimmen. Auch die USA mischen kräftig mit und entsenden eine Spezialeinheit auf das tropische Eiland, die Sekunden später mit einem riesigen Flugzeug durch den sternenklaren Himmel brummt. Dreh- und Angelpunkt der Situation sind Artefakte mysteriöser Macht, die den Kittelträgern in die fleißigen Hände fallen. Bevor das große Rätselraten um deren Herkunft in die Vollen gehen kann, treten die Koreaner auf den Plan, entführen die Forscher und reißen sich die Entdeckungen unter den Nagel. Ihr verkörpert einen Jungspund namens Nomad, der der Elite-Truppe angehört und für Ordnung sorgen soll. Die Story: Ballert, was das Zeug hält!
Kaum habt ihr die fast fotorealistisch anmutenden Gesichter und Animationen eurer Kollegen zur Kenntnis genommen, steht die erste Ladung Adrenalin auf der Speisekarte. Todesmutig stürzt sich das Team aus dem Rumpf des Fliegers in die nur vom schmeichelnden Mondschein erhellte Nacht. Dummerweise quittiert gerade euer Fallschirm den Dienst, bevor ihr kopfüber ins malerische Wasser plumpst. Eure Kollegen verstreuen sich wahrlich in alle Winde und landen an unterschiedlichen Stellen der Insel. Das Ziel: Funkkontakt aufnehmen und wieder zusammenfinden.
Sobald ihr das rettende Ufer erreicht, erstreckt sich vor euch ein in harmonische Schwärze gehülltes Paradies. Kleine Quellen plätschern über zerklüftete Anhöhen. Geheimnisvoll schimmernde Lagunen schmiegen sich an hellen Sandstrand, aus dem furchige Gesteinsbrocken ragen. Flinke Krebse kreuchen ins kühle Nass, grüne Büsche wiegen sich im nächtlichen Wind und lethargische Schildkröten ziehen ängstlich den Kopf ein. Hut ab, wenn die Kulisse selbst zu später Stunde noch so beeindruckend wirkt - wie soll sie dann erst aussehen, wenn die ersten müden Sonnenstrahlen hinter dem kilometerweit entfernten Horizont hervor krabbeln?
Schon wenige Minuten später werdet ihr Zeuge dessen, was die die nächsten sieben Stunden lang eure Sinne kitzeln wird. Wo Far Cry noch heute technisch solides Karibikflair versprüht, lockt Crysis mit dichten Dschungelabschnitten, paradiesischen Flusszungen, hochgewachsenen Palmen und einer phänomenalen Weitsicht. Blätter fallen von den Bäumen, Lichtstrahlen dringen durch die prächtigen Kronen. Im Gebüsch raschelt es verdächtig und Vögel setzen aus voller Kehle zu lauten Jubelarien an. Zu gerne würde man den Fotoapparat zücken und diese Panoramen für die Ewigkeit festhalten! Wie schnell die traumhafte Idylle in einen klirrenden Alptraum jenseits des Gefrierpunktes umschwingen kann, bekommt ihr im letzten Drittel des Spiels zu sehen.
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