Crackdown 2 - Test
Spielspaßjagd im Krawall-GTA
Ironcop gegen Zombie-Terroristen
Offene Welt, Autos klauen und wild rumballern, klingt nach „GTA“. Und nein, der große Unterschied ist auch nicht, dass es hier quasi keine Zwischensequenzen, einprägsame Charaktere oder gar eine packende Story gibt. Ob Nico nun als Verbrecher den Tag bestreitet und der Held Agent K als langer Arm des Gesetzes dient, macht den Kohl auch nicht fett. Der Unterschied ist, dass ihr eben nicht der Donut-kauende US-0815-Cop seid, sondern eine Kampfmaschine. Ein Typ, der morgens durch Lasterstemmen seine Muckis trainiert, zum Mittag 100 Terroristen mit Blei vollpumpt und des Nachts in bester „Dead Rising“-Manier mit einem Sportwagen durch Zombiehorden flitzt – grüne Blutfontänen inklusive. Agent K, oder wie auch immer man den Namenlosen nennen möchte, ist ein Superheld mit gepanzerter Rüstung und schlagkräftigen Argumenten. Quasi der Batman von Pacific City. Seine Befehle erhält er von der Agency, einer Art Militärpolizei, die im Dreh- und Angelzentrum des Spiels für Recht und Ordnung sorgen soll. Oder zumindest so tut, denn wer „Crackdown“ gespielt hat, weiß wer eigentlich für den ganzen Schlamassel verantwortlich war. Und auch in „Crackdown 2“ zeigt das Intro, wie der Chef der Agency mal eben auf einer Pressekonferenz einen Zünder rausholt, aufs Knöpfchen drückt und die lästigen Journalisten in Luft auflöst; respektive in einer dicken Explosion - alle PR-Manager gucken neidisch.
Frisch aus dem Heli abgeseilt und durchgeballert. Die Frisur hält. Und sieht richtig schick aus - Drei-Wetter-Cel-Shading macht’s möglich.
Wer sich jetzt auf Intrigen, Verrat und Korruption in Regierungskreisen und schicken HD-Filmchen freut, wird bitter enttäuscht. Die Geschichte bildet zwar den Rahmen, wer jedoch irgendetwas davon mitbekommen will, muss mühselig Audio-Files zusammensuchen. Die sind zwar brillant gesprochen und vermitteln viel Atmosphäre, die fehlenden Videoschnipsel bremsen allerdings gehörig die Motivation. Gut, dann muss eben „The Cell“ dran glauben. Der Untergrundorganisation kann man den Anschlag leicht in die Schuhe schieben, die militanten Hippies liefern sich fortwährend Straßenkämpfe mit der Peacekeeper-Armee der Agency. Vom Look und der ganzen Endzeitatmosphäre in einer zerstörten Stadt wird man erst mal eingezogen. Der Cel-Shading-Stil verleiht dem Spiel genau wie „Borderlands“ etwas herrlich Schmutziges. So sehen auch die Gegner aus; die Cell-Anhänger ballern mit einfachen Schrotflinten um sich, schweißen Stahl an ihre Jeeps, Sportwagen und Trucks, um sie kugelsicher zu machen, und haben überall in der Stadt Stützpunkte errichtet. Technisch ist das hier sicher kein Highlight, aber Feinde und sogar Zivilisten treten in unterschiedlichsten Uniformen, Jäcken, Mänteln, mit und ohne Basecap auf – alles sehr detailverliebt designt. Die Häuserfassaden hingegen wirken selten knackig scharf.
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LegoJoe
23.07.2010, 01:01 Uhr
Aber es ist doch so ein cooler Zombie-Matschi-mutschi-Scooter, bäääh.
Driman
22.07.2010, 18:15 Uhr
Keine richtigen Missionen, Cel-Shading Grafik mehr als veraltet (Borderlands schaut viel viel besser aus), wenig neuer Inhalt usw.
Im grunde ist das eher ein Addon das nichts besser macht als Crackdown1 sondern eher mehr schlechter.
LegoJoe
22.07.2010, 18:09 Uhr
"60 Euro zu verlangen und den Spieler in eine Welt zu schmeißen, wo auf einem großen Schild steht: Der Spielspaß liegt hier irgendwo auf der Straße, such ihn selbst – das funktioniert im Jahr 2010 nicht mehr."
Nun meine Frage: warum nicht?