Sebastian Thor | 31.03.2008, 20:13 Uhr
Condemned 2: Bloodshot
Condämmert's bei euch?
Fazit zum Test von Condemned 2: Bloodshot
Nix für WeicheierBang! Gotcha! Hoppla Monolith, was für eine intensive Reise in die Gedärme einer bis zum Erbrechen mit menschlichen Wracks gefüllten Metropole! Was für ein Höllenritt! Condemned 2 ist psychischer Terror par excellence, den man so schnell nicht vergessen wird. Dieses Spiel ist brutal, packend, verstörend, bildgewaltig, erschreckend, fordernd und rücksichtslos. Rund zwölf Stunden lang dreht sich dieses Karussell des Grauens, das euch die hässliche Fratze der menschlichen Verkommenheit vorhält und erst nach dem relativ enttäuschenden Ende wieder in die Realität zurückkehren lässt. Das Nahkampfsystem gehört zu den intensivsten seiner Art, schickt euch gegen einige der Furcht einflößendsten Gegner aller Zeiten ins Gefecht. Auch die Regie lässt kaum locker: Wenn plötzlich ein Zug durch ein heiß umkämpftes Ghetto zischt oder euch ein bestialischer, Zähne fletschender Bär durch eine abgelegene Skihütte jagt, dann rast die Pumpe im Stakkato. Hinzu kommt der hervorragende erzählerische Rhythmus, der Wechsel zwischen beängstigend inszenierten Kämpfen, langen Ruhepausen und begleitenden Videosequenzen. Das forensische System wurde aufgebohrt und um sinnvolle Funktionen erweitert, die euch zwar selten vor echte Kopfnüsse stellen, aber immerhin für ein paar Momente investigativer Spannung gut sind. Okay, die Außenabschnitte bleiben technisch weit hinter dem Rest zurück, einige Rätsel wirken aufgesetzt und die Steuerung reagiert hin und wieder unsauber. Aber Monolith entführt euch in einen minutiös geplanten Alptraum, klimpert mit Bravour auf der Klaviatur des Horrors und lässt die Nackenhaare stramm stehen. Wie viele Spiele können das von sich behaupten?
Pro
- Storyline
- gelungene Steuerung
- schummrige Innenlevel
- unberechenbare Gegner
- intensives Kampfsystem
- beklemmende Soundkulisse
- forensischer Part aufgebohrt
- in Sachen Regie kaum Leerlauf
- Waffen so weit das Auge reicht
- jede Menge angenehme Schockmomente
Kontra
- wenige Gegnertypen
- recht enttäuschendes Ende
- kleinere Steuerungsprobleme
- winzige Längen im Mittelteil
- technisch schwache Außenabschnitte
- einige aufgesetzt wirkende Rätseleinlagen





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