Company of Heroes: Opposing Fronts - Test
Auf dem Kriegspfad
In der zweiten Kampagne spielt man auf Seiten der britischen Armee gegen die deutschen Widersacher. Geplant war ursprünglich, die strategisch wichtige französische Stadt Caen bereits direkt im Juni nach der Landung in der Normandie einzunehmen. Die Truppenverbände der Waffen-SS und Wehrmacht waren aber stärker als gedacht und brachten den alliierten Truppen harsche Verluste bei. Erst im August konnte die Stadt und deren Umgebung erfolgreich eingenommen werden.
Die beiden Kampagnen pendeln zwischen genial spannend und teilweise ziemlich öde. Leider reicht die Qualität der Missionen nicht an die des Hauptspiels heran. Aber erstmal zu den positiven Dingen des Lebens, darunter fällt vor allem die deutsche Kampagne rund um die Operation Market Garden. Viele abwechslungsreiche Missionsziele warten auf euch und die schnell eintretende Hektik fordert auch erfahrene Strategieexperten angenehm. Anfänger werden die Missionen anfänglich als schwer empfinden, aber nach einiger Eingewöhnung auch die kniffeligen Aufgaben lösen können. Leider kann der Spielspaß auf Seiten der Briten nicht derart hoch gehalten werden. Zwar erfordert es einiges an Finesse, die defensiv ausgerichteten Einheiten zum Sieg zu führen. Dummerweise laufen viele Missionen fast immer nach dem gleichen Schema ab: Verteidigung bauen und den Gegner mit allen Einheiten, die man besitzt, platt machen.
Eine taktische Herausforderung sind die beiden Parteien im Gefecht allemal, haben sie doch jeweils unterschiedliche Stärken und Schwächen. Die Briten bunkern sich gerne ein und setzen vor allem auf ihre defensiven Gebäude, um langsam eine Streitmacht aufzubauen und den Gegner zu überrollen. Aus Warhammer 40k abgeschaut ist der Kommandant, den man einem Infanterietrupp zuweisen kann - er erhöht deren Schlagkraft und Moral. Neue Einheiten sind die Scharfschützen, die allerdings sehr häufig das Ziel verfehlen und leider dadurch nicht sehr oft eingesetzt werden können. Mit den Royal Commando-Truppen könnt ihr einen Trupp Elitesoldaten mit dem Sturzflugzeug absetzen und dadurch hinter den feindlichen Linien gezielte Angriffe durchführen. Für die komplette Mobilität kann das Hauptquartier jederzeit fahrbereit gemacht werden. Denn statt auf ein stationäres Gebäude zu setzen, ist die Kommandozentrale ein großer Truck.
Auf Seiten der deutschen Panzer-Elite laufen hauptsächlich motorisierte Einheiten auf, die den deutschen Truppen im Zweiten Weltkrieg einen Geschwindigkeitsbonus gegeben haben. Durch sie wurde auch das Wort Blitzkrieg geprägt. Viele Halbketten- und Kettenfahrzeuge finden sich in ihren Reihen. Durch geschickte Bauweise kann Infanterie oder schweres Geschütz - zum Beispiel ein mobiler Mörser - bewegt werden und währenddessen sogar aktiv feuern. Leichte Panzer sorgen für den nötigen Schutz. Diese Fraktion ist auf den schnellen Angriff ausgelegt, mit wenigen defensiven Gebäuden.
Nicht nur das Leben spielt merkwürdige Streiche, sondern anscheinend auch die Entwickler von Computerspielen. Waren die Fans nach dem letzten Patch mit dem Balancing des Hauptspiels zufrieden, so wirft Opposing Force die schöne Ausgewogenheit wieder über Bord. Denn in Multiplayerpartien zwischen neuen und alten Fraktionen gewinnen fast immer die neuen Parteien. Weiterhin wird der Spielspaß durch Lags massiv gestört. Da bleibt nur die Frage, ob eine vernünftige Beta nicht solcherlei Probleme behoben hätte? Nun müssen die Käufer der Erweiterung vorerst hiermit leben und Entwickler sowie Publisher mit einen gehörigen Abzug in der B-Note.
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