Command & Conquer 3: Kanes Rache - Test
Die Mutter aller Massenschlachten
Carl Lumbly überzeugt mit einer guten schauspielerischen Leistung, leider stimmt die Syncho mit der Lippenbewegung nicht überein.
Nun aber genug von Story und Zwischensequenzen gefaselt und ab in die laufenden Einsätze. Die Ziele und Aufgaben sind vielfältig: schnöde "zerstöre die Basis und gewinne einen Strauß Blumen"-Szenarien sind nicht zu finden. Erobern, Aufklären und Anpirschen sind die Schlüsselwörter in der Missionsvielfalt des lang erwarteten Add-Ons. Fraglich erscheint das Missionsdesign aber beim Recyling mancher Schauplätze, denn auch in Kanes Rache wird der Nod-Tempel im Sarajevo besucht. Auch wenn es das gleiche Szenario ist, ergibt sich dadurch ein neuer Ansatzpunkt. Anstatt den Tempel anzugreifen oder zu verteidigen, muss man per Kommando und Saboteur das Heiligtum der Bruderschaft infiltrieren, während drumherum die Schlacht zwischen zwei ehemaligen verbündeten Nod-Gruppierungen ausgetragen wird.
Auch wenn ihr in der Kampagne ausschließlich auf Seiten von Nod kämpfen dürft, wurde allen drei Fraktionen neue Kriegsmaschinerie spendiert. Die Bruderschaft setzt - wie sollte es auch anders sein? - auf ein hinterhältiges Waffenarsenal mit Stützung auf das Tiberium. Im Zuge der Weiterentwicklung des Flüssigtiberiums feuert der Tiberiumtrooper mit einer schönen Sprühvorrichtung das grüne Gold auf seine Feinde und richtet sowohl bei Infanterie als auch Fahrzeugen ordentlich Schaden an. Aber auch konventionelle Mechs haben es in die Reihen der Kane-Anhänger geschafft. Der Redeemer ist nicht nur verflucht teuer, sondern fungiert als wandelnder Obelisk des Lichts. Na dann, Prost Mahlzeit liebe GDI. Aber auch die "Guten" sind nicht zu kurz gekommen und fahren mit dem MARV eine deutlich verbesserte Version des Mammutpanzers auf. So erhält der ohnehin schon ultrastarke Panzer der GDI noch einige weitere Kannönchen und ist in etwa doppelt so groß wie sein Vorgängermodel. Die aggressiven Außerirdischen haben natürlich ebenfalls aufgerüstet. Etwa beim Sammeln von Rohstoffen: mit dem Eradikator-Hexapod wird Schrott zu Geld umgewandelt und Kultisten lassen feindliche Einheiten zu Verbündeten mutieren.
Natürlich sollte man die zahlreichen neuen Updates nicht vergessen. Auf Seiten der Bruderschaft steht zum Beispiel ein praktischer Laserzaun zur Verfügung, der um Gebäude platziert wird und an denen sich feindliche Saboteure ziemlich üble Verbrennungen holen können.
Drei Schwierigkeitsgrade von "leicht" bis "schwer" garantieren ein ausgewogenes Balancing für jeden Spielertypen. Allerdings müssen sowohl Anfänger als auch Profis mit den typischen Widrigkeiten der Command & Conquer-Reihe kämpfen. Da wäre zu einem das immer noch vermurkste Pathfinding. Es kommt erstaunlich häufig vor, dass Einheiten falsche Wege gehen oder an Hindernissen kleben bleiben. Dann die wäre da noch die dümmliche künstliche Intelligenz des gegnerischen Gegenübers, der ständig von der gleichen Seite angreift. All das sind bekannte Macken aus dem Hauptspiel und dessen Vorgängern. Auch wenn Nostalgiker nun vor Verzückung leichten Speichelfluss empfinden werden, müsste so etwas eigentlich spätestens mit Erscheinen des Add-ons behoben sein.
Die Kampagne ist übrigens nach sechs bis acht Stunden abgeschlossen. Ihr habt immer noch nicht genug vom Tiberium? Möchtet in den Reihen von GDI oder Scrin kämpfen? Kein Problem, neben dem bereits bekannten Gefechtsmodus steht euch auch die globale Eroberung zur Verfügung.
Eigentlich lässt sich dieser Spielmodus am besten mit einer etwas fortgeschrittenen Risikovariante beschreiben. Rund um den Globus, der als platte Landkarte dargestellt wird, werden zufällig Nod-, GDI- sowie Scrin-Basen verteilt und jede Fraktion erhält eigene Ziele. So soll die GDI einen bestimmten prozentualen Anteil der Welt einnehmen oder die Scrin müssen neun Brückenköpfe einrichten, um zu gewinnen. Auf der 2D-Strategiekarte der Erde werden Einheiten ausgehoben, Stützpunkte gebaut oder vorhandene Rückzugstationen aufgewertet. Treffen zwei Armeen aufeinander, dürft ihr euch zwischen Auto- und Echtzeitkampf entscheiden; die Züge laufen der Reihe nach ab.
Dieser Spielmodus steht für LAN- und Internetpartien leider nicht zur Verfügung. Dafür erhält der geneigte Fan eine ganze Reihe neuer Maps, um sich in spannenden Gefechten mit Freunden und Unbekannten aus aller Welt taktische Schlachten zu liefern.
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