Chronicles of Riddick: Assault on Dark Athena - Test
Ein Eisblock in der Dunkelheit
… was unheimlich schade ist, da die ersten Stunden atmosphärisch so dicht sind, mit Andeutungen spielen und immer wieder kleine erzählerische Fußangeln auslegen, über die man stolpert. Schon der Planet Aguerra, auf dem Richard B. Riddick nach Butcher Bay strandet, weckt mit der ersten Aussicht die Lust auf dieses Abenteuer: Wasser schwappt ans Ufer, riesige Gebäude ragen wie Industrieanlagen ins Firmament, das sich langsam in gieriger Schwärze der aufkommenden Nacht verliert. Rost frisst sich durch die Häuserfassaden, die kalt und ausladend in den mystischen Schimmer dieses Augenblicks starren. Es bleibt gerade mal Zeit für einen letzten Blick, bevor Riddick durch einen Schacht ins Innere des angrenzenden Gemäuers schlüpft. Zwischen den zerfurchten, kalten Wänden und den vom fahlen Lichtschein einer Lampe vertriebenen Schatten steht er. Ein Mann in Kapuze, mit blutbefleckter Kleidung, mit Trauer und Furcht in der Stimme. Seine Familie wurde getötet. Von „ihnen“. Dann stirbt er.
Das ist ein leckerer Appetizer, denn ehe man sich fragen kann, wer „sie“ eigentlich sind, steckt man schon mittendrin im Abenteuer, im Sog der Dark Athena. Dieses Söldnerschiff wildert in den Weiten des Weltraums, kapert kleine Raumschiffe, nimmt die Menschen gefangen und verwandelt sie in Drohnen. Schon in den ersten Minuten und Videosequenzen wird deutlich, wer dahinter steckt. Hier baut Starbreeze mit lebhaften Feindbildern und derben Dialogen eine knisternde Stimmung auf, führt mit Revas und Spinner zwei kräftig auftretende Strippenzieher ein. Dass Atari lediglich deutsche Untertitel anbietet, war in letzter Instanz eine exzellente Entscheidung: Hört euch nur die Subwoofer in Verlegenheit bringende Stimme von Riddick oder die abfällig spottende Revas an, die sich immer wieder auf den Bildschirmen der Dark Athena blicken lässt, und man wünscht sich nie wieder deutsche Sprecher.
Auch wenn die Grafikengine nicht mehr die neueste ist, auch wenn sich immer wieder Schwächen im Detail abzeichnen, zeigt Starbreeze, wie man mit kleinen motorischen Animationen, einer auf der Dunkelheit lastenden Soundkulisse und grandiosen englischen Sprechern eine herrlich bedrohliche Atmosphäre einfangen kann, die unter die Haut geht. Wenn Raubein Riddick Halbsätze brummt, während der Gesprächspartner erschrocken zurückweicht, wenn Revas mit ihren süffisanten Kommentaren eine Mauer aus Antipathie hochzieht, dann kommt echte Stimmung auf. Glückwunsch nach Schweden: Obwohl hier nicht jede Hautpore wie in Crysis atmet und die Figuren auch gerne ein paar Polygone mehr hätten vertragen können, warten in den ersten Stunden jede Menge stimmungsvolle Gänsehaut-Erlebnisse.
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